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Auschwitzreisen in Gefahr «Gedenkreisen» in ehemalige Vernichtungslager nach Polen gehören seit Anfang der 1990er Jahren zum festen Lehrplan an israelischen Schulen. Zu den Zielen der einwöchigen Besuche gehören Auschwitz, Lublin, Maidanek, Warschau und Krakau. Nach einer Anhebung der Reisekosten muss jeder israelische Schüler im Jahr 2008 etwa 1.175 Euro für die Reise aufbringen. Nun erwägen viele Schulleiter und Eltern, ihre Kinder nicht an den sogenannten «Auschwitz-Reisen» teilzunehmen zu lassen, da die Summe die Möglichkeiten der meisten Familien in Israel übersteigt. Schuldirektoren in Haifa, Kfar Saba und Hadera erklärten bereits, dass sich ihre Schulen in diesem Jahr nicht an den Polen-Reisen beteiligen würden. Die Erhöhung der anteiligen Reisekosten je Schüler wurde durch Kürzungen staatlicher Subventionen und durch steigende Verpflegungskosten auf der Reise notwendig. Das Erziehungsministerium hatte entschieden, Schülern während ihres Aufenthaltes in Polen ausschließlich streng-koschere Mahlzeiten zu servieren. Derzeit trägt der Staat 11 Prozent der Reisekosten nach Polen, Schülern aus sozial schwachen Familien wird ein Zuschuss von maximal 690 Euro gewährt. Die Zahl der Gruppen des israelischen Militärs, die im Jahr 2008 auf Auschwitz-Reise gehen, ist dagegen im Steigen begriffen. Insgesamt, so ein Militärsprecher, seien zwanzig zweiwöchige Gruppenreisen zu den Orten der Vernichtungslager in Polen geplant, an denen neben den Soldaten auch Offiziere und Angehörige von Gefallenen teilnähmen. uws/red Katzav nicht ins Gefängnis Der Oberste Gerichtshof in Israel bestätigte Ende Februar, dass Ex-Staatspräsident Mosche Katzav nicht wegen Vergewaltigung ins Gefängnis muss. Aus Justizkreisen verlautete, dass das Gericht eine Vereinbarung zwischen Katzav und Generalstaatsanwalt Menachem Mazuz mit drei zu zwei Stimmen als Kompromiss sanktionierte. Die außergerichtliche Einigung aus dem Juni 2007 sah vor, dass der frühere Staatschef sich der sexuellen Belästigung, unsittlicher Handlungen und der Zeugenbeeinflussung schuldig bekennt, er im Gegenzug jedoch nicht wegen Vergewaltigung angeklagt wird. Den Handel hatte Mazuz, zugleich auch juristischer Berater der Regierung, möglich gemacht. Der Justizhandel zwischen Katzav und dem Generalstaatsanwalt stößt unter Frauenverbänden und Opfern sexueller Gewalt in Israel auf große Kritik. Katzav steht unter Verdacht, in seiner Zeit als Tourismusminister in den Jahren von 1998 bis 1999 eine Mitarbeiterin vergewaltigt zu haben. Nach eigenem Eingeständnis hat er in seiner Amtszeit als Staatschef von 2000 bis 2006 mehrere Mitarbeiterinnen sexuell belästigt. Der Fall der Vergewaltigung konnte ihm laut Staatsanwaltschaft nicht nachgewiesen werden. Seit Januar 2007 ließ Katzav seine Amtsgeschäfte ruhen, genoss aber weiterhin Immunität. Mit Abschluss des Kompromisses Ende Juni reichte er seinen Rücktritt als Präsident ein. AFP/red Armutsbericht Trotz der verbesserten Lage der israelischen Wirtschaft, der Anhebung des Mindestlohns, steigender Beschäftigung und höheren Gehältern bleibt das Armutsniveau im Land unverändert hoch. Nach Angaben des halbjährlich veröffentlichten Berichts des Nationalen Versicherungsinstituts lebten im Jahr 2007 1.674.800 Menschen unter der Armutsgrenze. Das sind 24,7 % der Gesamtbevölkerung in Israel und bedeutet ein Anwachsen der Zahl um 20.000 gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Kinder, die in Israel in Armut leben, beläuft sich laut Bericht auf 804.000, das sind 36 Prozent aller Kinder im Land. Auch das bedeutet eine Steigerung. Armut, hebt der Bericht hervor, sei nicht nur ein Problem der Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger, sie betrifft auch die arbeitende Bevölkerung. In 40 Prozent der Armutsfälle arbeiten die Familienmitglieder. Erklärungen für den hohen Anteil an arbeitenden Armen liegen, so der Bericht, in Niedriglohnbeschäftigungen, wie Reinigung und Wachschutz. Viele Arbeitnehmer sind nur in Teilzeit oder über Arbeitsvermittler beschäftigt. Als Armutsgrenze wird in Israel ein Einkommen unter 930 Euro auf eine vierköpfige Familie eingestuft. red
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