März 2008

von Tanja Mohlala und Moritz Reininghaus

 

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7. März 1971

Rachel Weisz

Rachel Hannah Weisz wurde in London geboren. Ihr Vater war der ungarische Erfinder Georg Weisz, ihre Mutter eine österreichische Psychotherapeutin. Beide Eltern sind jüdischen Glaubens und mussten in den späten 30er Jahren aus ihren Heimatländer vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten nach England fliehen. Bereits als Jugendliche hegte Rachel Weisz den Wunsch, später einmal im Rampenlicht zu stehen. Ihre inzwischen geschiedenen Eltern drängten jedoch zuerst auf eine solide Ausbildung, weshalb sie an der Universität Cambridge Anglistik und Literatur zu studieren begann. Rachel ließ es sich jedoch nicht nehmen, ihrem schauspielerisches Interesse weiterhin nachzugehen, und wurde so zur Mitbegründerin der Theatergruppe «Talking Tongues». Mit den Stück «Slight Possession», welches sie selbst geschrieben hatte und in dem sie zugleich mitspielte, wurde die Gruppe 1991 mit einem Preis beim renommierten Edinburgh Festival ausgezeichnet. Nach dem Verlassen der Universität wurde Weisz 1994, als beste Newcomerin für ihre Rolle in Noel Cowards «Design for Living» mit dem «London Critics Circle Award» geehrt. Ein Jahr später erfolgte ihre erste bedeutende Kinorolle in «Gefühle und Verführung» von Bernardo Bertolucci. Zwar hatte der Film nur wenig Erfolg und Rachel selbst hielt nur wenig von ihrer Rolle, jedoch brachte ihr diese die Aufmerksamkeit Hollywoods ein. Den ersten gewaltigen Kassenerfolg konnte sie 1999 mit «Die Mumie» an der Seite von Brendan Fraser verzeichnen. Danach war sie in Filmen wie «Duell - Enemy at the Gates» (2001), «About a Boy» (2002), «Confidence» und «Das Urteil» (beide 2003) zu sehen. Großen Respekt bei den Kritikern erreichte sie dann mit ihrer Rolle in Fernando Meirelles' Verfilmung des Romans von John le Carré «Der ewige Gärtner» (2006), wofür sie mit mehren Filmpreisen ausgezeichnet wurde. So erhielt sie einen Golden Globe und einen Oscar als Beste Nebendarstellerin. Seit 2001 ist Rachel Weisz mit dem Regisseur Darren Aronofsky liiert, am 31. Mai 2006 brachte Rachel Weisz das erste gemeinsame Kind des Paares zur Welt. Zurzeit lebt die Familie in New York. Angeblich ist für die nächste Zeit eine traditionelle jüdische Hochzeit in der ältesten Synagoge der Stadt geplant.

 

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16. März 1902

Anna Gmeyner

Anna wuchs in einem liberalen jüdischen Elternhaus in Wien auf. Nach der Matura nahm sie ein Studium auf, 1925 zog sie nach Berlin. Ihren Unterhalt verdiente sie sich mit Unterricht und dem Schreiben von Artikeln. Außerdem hielt sie Kurse für Arbeiterkinder. 1925 kam ihre Tochter Maria Charlotte Michelle zu Welt, die unter ihrem späteren Namen Eva Ibbotson bis heute als erfolgreiche Kinderbuchautorin in Großbritannien lebt und arbeitet. 1926 war Anna Gmeyner ihrem ersten Mann, dem Physiologen Berthold P. Wiesner, nach Schottland gefolgt, wo dieser einen Forschungsauftrag an der Universität Edinburgh erhalten hatte. Unter dem Eindruck der schottischen Bergarbeiterstreiks von 1926 verfasste sie hier ihr Bühnenstück «Heer ohne Helden». Nach der Trennung von Wiesner kehrte sie 1930 nach Berlin und Wien zurück, wo Gmeyner als Dramaturgin bei Erwin Piscator arbeitete. Anna Gmeyner war auch Verfasserin zahlreicher Lieder und Balladen, von denen einige von Hanns Eisler und Herbert Rappaport vertont wurden. Mit dem als sozialkritisch-satirischen Volksstück konzipierten Drama «Automatenbüfett» gelang ihr der Durchbruch als Dramatikerin. Während der «Machtergreifung» der Nationalsozialisten 1933 hielt sie sich in Paris auf und kehrte nicht nach Deutschland zurück, sondern blieb zunächst in Frankreich, wo sie Verbindung zu dem österreichischen Schriftsteller und Regisseur Berthold Viertel hatte. 1933 wurden ihre Bücher und Stücke in Deutschland verboten und unter dem Titel «Im Trüben fischen» wurde «Automatenbüfett» in mit Therese Giehse in der Hauptrolle am Zürcher Schauspielhaus aufgeführt. 1934 erschien in der Exilzeitschrift «Pariser Tageblatt» in 15 Teilen ihre Erzählung «Mary-Ann wartet». Nach der Emigration nach London heiratete sie den russischen Religionsphilosophen Jascha Morduch. Nach ihrem viel beachteten Roman «Manja» erschien in London in englischer Sprache der Roman «Café du Dome», der sich mit dem Leben im Exil auseinandersetzt; das deutsche Manuskript ging verloren. Nach Ausbruch des Krieges Übersiedlung nach Berkshire, wo Anna Gmeyner mit ihrem Mann sehr zurückgezogen lebte. Sie setzte sich für Morduchs religionsphilosophische Werk ein. Erst nach seinem Tod 1950 begann sie wieder eigenständig in englischer Sprache zu schreiben. Ab 1960 veröffentlichte sie unter dem Namen Anna Morduch Biographien, Erzählungen mit religiöser Thematik und Lyrik. Unveröffentlicht blieben ein Essay über Thomas von Aquin und eine Erzählung über Jakob Böhme. Anna Gmeyner lebte zuletzt in York, wo sie am 3. Januar 1991 auch verstarb.

 

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19. März 1933

Philip Roth

In seinem in Deutschland im Jahr 2005 erschienenen Roman «Verschwörung gegen Amerika» lässt der in Newark im US-Bundesstaat New Jersey geborene Philip Milton Roth den ebenfalls 1933 zur Welt gekommenen Philip Roth beobachten, wie die Vereinigten Staaten von Amerika in Jahren zwischen 1940 und 1942 unter Führung des Flugpioniers Charles Lindbergh in faschistisches und antisemitisches Fahrwasser gerät. In der gezielten Vermischung von historischen Fakten und literarischer Fiktion, auch was das Verhältnis zwischen der Person des Schriftstellers und des gleichnamigen Protagonisten angeht, folgt Roth den Leitlinien der von ihm selbst maßgeblich mitgeprägten literarischen Postmoderne Amerikas. Lindbergh, nicht Roosevelt, gewinnt in Roths Roman die Wahl zum amerikanischen Präsidenten, da er die USA durch einen Nichtangriffspakt mit Deutschland und Japan aus dem Weltkrieg heraushalten will und Roosevelt als Kriegshetzer darstellt. Während nun Deutschland und Japan ungehindert über die Welt herfallen können, nehmen in den Vereinigten Staaten - mit staatlicher Duldung - gewaltsame antisemitische Pogrome zu. Auch die Familie des achtjährigen Philip spürt den Klimawechsel, der das amerikanische Selbstverständnis von Unabhängigkeit und Freiheit vollkommen in Frage stellt. Roth stellt in seinem Roman nicht nur die brüchige Grenze zwischen Fakten und Fiktion dar, sondern gibt auch die durchaus auch autobiographisch gefärbte Erfahrungen und Ängste der amerikanischen Juden in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wieder, als die antisemitischen Äußerungen etwa eines Henry Ford durchaus auf offene Ohren stießen und es vor allem im Norden der USA auch zu gewaltsamen Ausschreitungen gegen Juden kam. Roths Großeltern waren aus Galizien nach Amerika gekommen. Roth besuchte die Weequahic High School in unmittelbarer Nähe zu Newark. Den Schulalltag der 40er Jahre er immer wieder in seinen Romanen, auch in «Verschwörung gegen Amerika» beschreibt, nach dem Abschluss besuchte er die Rutgers University, studierte danach in Lewisburg/Pennsylvania und Chicago. Nach dem Militärdienst wurde er 1956 Dozent für Englische Literatur an der University von Chicago. 1959/60 war er Guggenheim-Stipendiat und lehrte bis 1962 an der Universität von Iowa. Als Writer-in-Residence verbrachte er die Jahre 1962 bis 1980 erst in Princeton, dann an der University of Pennsylvania. 1992 beendete er seine Lehrtätigkeit dort. Bereits während seiner Chicagoer Zeit lernte er den Schriftsteller Saul Bellow und seine spätere Ehefrau Margaret Martinson kennen. Die beiden heirateten 1959, die Ehe mit der 1968 bei einem Autounfall ums Leben gekommenen Martinson, wurde jedoch bereits 1963 wieder geschieden. Die Ehe und das Leben seiner ersten Frau wird Roth später in zahlreichen Werken literarisch verarbeiten. Immer wieder gibt Roth jedoch einen trefflichen Einblick in das amerikanische Judentum der Nachkriegszeit. Bereits in «Goodbye, Columbus», seinem ersten Buch, beschreibt Roth das Milieu mit ironischem Unterton, was ihm einerseits das Lob und die Aufmerksamkeit der Literaturkritik, aber auch so manche Anfeindung von jüdischer Seite einbrachte. Sein erster eigenständiger Roman «Letting Go», den er 1962 vorlegte, fand seine Protagonisten wiederum in der jüdischen Mittelschicht New Yorks. In der «New York Times», die Roths Karriere von Beginn an aufmerksam begleitete, war damals zu lesen, dass der Roman ein Ärgernis, viel zu lang und stellenweise ekelhaft sei. Man könne seinen Verfasser somit als wohl talentiertesten Nachwuchsautor Amerikas bezeichnen. Besonders, da Roth aus «leidenschaftlichem Interesse an menschlichen Wesen» schreibe, verzeiht ihm der Rezensent nahezu alles Negative an dem Roman. Nachdem Roth in «When She Was Good» (1967) ein einziges Mal eine Frau, ausgerechnet eine Protestantin aus dem Mittleren Westen, als Protagonisten in den Mittelpunkt eines Romans gestellt hatte, löste er durch seinen dritten Roman «Portnoys Beschwerden» einen literarischen Skandal aus. Das Buch, das bis heute als Roths bekanntestes Werk gilt, erzählt, in der US-amerikanischen Literatur erstmalig, freizügig über die sexuellen Probleme eines von seiner Mutter überbehüteten Mannes, der sich seinem Psychiater - und dem Leser - gegenüber öffnet. Da sich Roth wiederum als scharfer Beobachter menschlicher Schwächen zeigte und den Roman mit dem nun schon weithin bekannten ironischen Ton bestritt, erreichte er damit große Beachtung bei Kritik und Leserpublikum. Den ungeliebten Ruhm, den er mit «Portnoys Beschwerden» erreichte, verarbeitete Roth dann in seiner Zuckerman-Trilogie, deren tragende Figur der jüdische Schriftsteller Nathan Zuckerman ist. Zuerst tritt dieser jedoch in «Mein Leben als Mann» (1974) auf. Die eigentliche Trilogie besteht aus «Der Ghostwriter» (1979), «Zuckermans Befreiung (1981) und «Die Anatomiestunde» (1983) und wird durch die Erzählung «Die Prager Orgie. Ein Epilog» (1985) ergänzt. Ein weiterer Punkt, den Roth in diesen Romanen thematisiert, sind die durchaus komplexen Beziehungen von amerikanischen und israelischen Juden. 1990 heiratete Roth seine langjährige Lebensgefährtin Claire Bloom. Die in England geborene jüdische Schauspielerin, die durch ihre Hauptrolle in Charlie Chaplins «Limelight» (1952) Weltruhm erreicht hatte, rechnete allerdings in ihrem Buch «Leaving a Doll's House» (1994) scharf mit der Ehe nach deren endgültigen Scheitern ab. Große Aufmerksamkeit erntete Roth dann wieder mit seiner «amerikanischen Trilogie», mit den zwischen 1997 und 2000 erschienenen Romanen «Amerikanisches Idyll», «Mein Mann der Kommunist» (in dem sich wiederum Ex-Frau Claire Bloom nicht eben freundlich beschrieben wiederfinden konnte) und «Der menschliche Makel» (der ja mittlerweile mäßig geglückt verfilmt wurde). Für den ersten Roman der Trilogie, in der erneut Nathan Zuckermann im Mittelpunkt steht, wurde Roth mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. In seinem jüngsten, 2007 erschienenen, Roman «Exit Ghost» lässt Roth Zuckerman, nun gealtert nach einem sterben, nachdem er sein Leben noch einmal Revue passieren ließ und seine früheren Ausschweifungen, nunmehr nur noch gedanklich, noch einmal aufleben lassen konnte.

 

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24. März 1874

Harry Houdini

Harry Houdini wurde als Sohn des Rabbiners Mayer Samuel Weisz und dessen Frau Cecilia Steiner unter dem Namen Erich Weisz in Budapest geboren. Als er vier Jahre alt war, beschloss die Familie, dem Vater in die USA zu folgen, wo dieser seit geraumer Zeit lebte und in einer kleinen jüdischen Gemeinde in Appleton als Rabbiner tätig war. Nach einigen Jahren in Wisconsin zog es die Familie nach New York. Bereits als Junge probte er in seiner Freizeit kleine akrobatische Kunststücke, lief bald schon über ein Trapezseil, das zwischen zwei Bäumen gespannt war - und nannte sich «Erich, der Prinz der Lüfte». Um die Familie finanziell zu unterstützen, arbeitete Erich in den folgenden Jahren in verschiedenen Jobs, seine Aufmerksamkeit galt jedoch immer mehr der Magie. Bereits als Jugendlicher begann er als Zauberkünstler aufzutreten. Sein Idol war der französische Magier Jean Eugene Rober-Houdin, deshalb gab sich Erich den Künstlernamen Harry Houdini. Gemeinsam mit einem seinem Bruder trat er in zahlreichen Shows auf. Diese gemeinsamen Auftritte endeten als Houdini 1893 die junge, deutsche Varietétänzerin Wilhelmine Beatrice «Bess» Rahner kennenlernt und kurze Zeit später heiratete. Sie fungierte viele Jahre als seine Bühnenassistentin und wurde insbesondere für den rasanten Platztausch mit dem in einer Kiste gefesselt eingeschlossenen Houdini bekannt, der auch heute noch zum Standard-Repertoire der Großillusionisten gehört. In den ersten Jahren tourten sie als Wanderzirkus durch das Land und Houdini erprobte neue Tricks die in die Shows eingebaut wurden. Den ersten Durchbruch hatte Houdini 1895 mit einem von betrügerischen Spiritisten adaptierten Entfesslungstrick mit einer Handschelle, den er pressewirksam jeweils im Polizeipräsidium einer Kleinstadt zeigte. Er lobte öffentlich einen Preis für denjenigen aus, der ihm eine Fessel gebe, aus der er nicht entkommen könne. Diese Bühnenshow machte ihn populär, jedoch ließ der Erfolg nach und er beschloss, sein Glück in Europa zu versuchen. Als Meister der Entfesslung brauchte er nicht lange auf ein neues Engagement zu warten. Mit immer waghalsigeren Entfesslungsnummern wurde über Nacht zum bekanntesten Showstar Europas und feierte auch in Russland große Erfolge. Doch die meisten Auftritte hatte er in Deutschland, wo er mit Circus-Unternehmen wie dem «Circus Busch» tourte. Durch geschickten PR-Maßnahmen gelang es Houdini ab 1906 in Amerika wieder Fuß zufassen, was umso wichtiger war, da durch den Ersten Weltkriegs, der deutsche Markt wegfiel. Um seine Popularität zu erhalten verfeinert Houdini seine Entfesslungsnummern, so ließ er sich etwa kopfüber in einer Zwangsjacke an Hochhäusern aufhängen. Außerdem realisierte er die aufwendige Show «Cheers up» im New Yorker Hippodrom, das über ein Wasserbassin verfügt, welches zur legendären «Chinesischen Wasserfolterzelle» wurde, in dem er sich unter Wasser entfesseln konnte. Harry Houdini war aber nicht nur gut im Entfesseln, sondern er ließ auch etwa einen Elefanten auf dem Times Square unsichtbar werden. Deshalb ist er auch das große Vorbild von David Copperfield. Doch nicht nur auf der Bühne, sondern auch hinter den Kulissen war Harry Houdini vertreten: Zwischenzeitlich war er Besitzer des legendären New Yorker Zauberladen «Martinka's». Außerdem wurde er Präsident der «Society of American Magicians». Wahrscheinlich aufgrund eines Blinddarmrisses und einer Bauchfellentzündung starb Houdini am 31. Oktober 1926. Er ist auf dem jüdischen Friedhof Machpelah in New York begraben.

 

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26. März 1934

Alan Arkin

Alan Wolf Arkin wurde im New Yorker Stadtteil Brooklyn als Sohn einer Lehrerin und eines Malers und Schriftstellers, der ebenfalls überwiegend als Lehrer arbeitete, geboren. Der Großvater mütterlicherseits war aus Odessa nach Amerika emigriert, Religion spielte in der Familie kaum eine Rolle. Als Alan elf Jahre alt war, zog die Familie nach Kalifornien, da der Vater als Set-Designer in Hollywood arbeiten wollte. Doch während der McCarthy-Ära verlor er seinen Job, da die Familie unter «Kommunismusverdacht» stand und der Vater sich weigerte, Fragen zu seiner politischen Haltung zu beantworten. Da Alan Arkin Folksänger werden wollte, schloss er sich noch während seiner Schulzeit der Band «The Tarriers» als Sänger und Gitarrist an. Als die Band 1956 mit einer ersten Version des «Banana Boat Song» eine Hit-Single in den US-amerikanischen Charts hatte, verließ Arkin das College, um mit der Band auf Tour zu gehen. Nach einer Europa-Tournee verließ er die Band und schloss sich der Chicagoer Theatergruppe «Second City» an. Anfang der 1960er Jahre zog er nach New York City, um in verschiedenen Stücken am Broadway mitzuspielen. 1963 erhielt für eine solche Rolle seinen ersten «Tony Award» als bester Nebendarsteller in der Komödie «Enter Laughing». Der Erfolg der von Mike Nichols inszenierten Komödie «Luv» machte den Regisseur Norman Jewison auf ihn aufmerksam, der ihn 1966 erstmals für eine Filmrolle engagierte. In Jewisons «Die Russen kommen! Die Russen kommen!» spielte er den sowjetischen U-Boot-Kommandeur Rozanow. Diese Rolle brachte Arkin eine Nominierung für den Oscar als Bester Hauptdarsteller ein. Damit ist Arkin einer von nur acht Schauspielern, die jemals für ihr Leinwanddebüt eine Oscar-Nominierung erhielten. Dennoch blieb er weiterhin der Bühne treu. 1967 wechselte er wieder zum Film und übernahm die Rolle des Bösewichtes Harry Roat in «Warte, bis es dunkel ist». Arkin spielte hier an der Seite von Audrey Hepburn. In den folgenden Jahren konzentrierte er sich auf seine Filmkarriere und erhielt für seine Darstellung eines Taubstummen in «Das Herz ist ein einsamer Jäger» seine zweite Oscar-Nominierung als Bester Hauptdarsteller. 1971 führte er Regie bei der Adaption des Theaterstückes «Kleine Morde» von Jules Feiffer. Im folgenden Jahr veröffentlichte er sein erstes Kinderbuch. 1970 übernahm er die Rolle des Captain John Yossarián in Mike Nichols Antikriegsfilm «Catch-22» nach der Romanvorlage von Joseph Heller. Damit stand er zusammen mit Künstlern wie Art Garfunkel, Martin Sheen und Orson Welles vor der Kamera. Mitte der 1970er Jahre kehrte er als Regisseur an den Broadway zurück und übernahm nur noch sporadisch Filmrollen. 1981 dann spielte er die Hauptrolle in dem von seinem Sohn Adam Arkin geschriebenen Fernsehfilm «Papa haut auf den Putz».

In den 1990er Jahren machte er vor allem durch seine Auftritte in Filmen wie «Glengarry Glen Ross», «Vier Tage im September» von sich reden. Im Hollywood-Remake «Jakob der Lügner» mimte er den Max Frankfurter. 2004 erschien sein Kinderbuch «Cassie liebt Beethoven» auf Deutsch. 2007 gewann er einen Oscar als Bester Nebendarsteller für seine Rolle des Großvaters in Jonathan Daytons und Valerie Faris' preisgekrönter Tragikomödie «Little Miss Sunshine».

 

von Tanja Mohlala und Moritz Reininghaus

 

«Jüdische Zeitung», März 2008