Beginn einer neuen Zeit

Eine Torarolle für die Jüdische Gemeinde in Frankfurt/Oder

 

Mit der neuen Torarolle können in Frankfurt an der Oder nun endlich auch Schabbatmorgengottesdienste mit Toralesung stattfinden. Foto: dpa

Am 16. März erhielt die 1998 neugegründete Jüdische Gemeinde Frankfurt/Oder ihre erste Torarolle. Genau genommen handelt es sich bei dem Sefer Tora aus Israel um eine Schenkung des Berliner Jüdischen Bildungszentrums von Chabad Lubawitsch «an Chabad Lubawitsch Brandenburg zu Gunsten der Jüdischen Gemeinde Frankfurt», wie auf dem Toramantel zu lesen ist. Bei der Einbringung der Torarolle in den Betraum der heute gut 220 Mitglieder zählenden Gemeinde konnte ihr Vorsitzender Volodymyr Levytskyy neben dem Berliner Chabad-Rabbiner Yehuda Teichtal auch den brandenburgischen Landesrabbiner und Nachum Presman, der ebenfalls Chabad Lubawitsch angehört, sowie den Frankfurter Oberbürgermeister Martin Patzelt begrüßen. Vorher war die Torarolle von singenden und tanzenden Gemeindemitgliedern und Gästen, darunter auch 30 jüdische Studenten der University of Illinois, vom Standort der in der Pogromnacht von 1938 zerstörten Synagoge über die Karl-Marx-Straße zum heutigen Jüdischen Gemeindehaus getragen worden. «Wir wollen ein Zeichen setzen, dass es lebendiges jüdisches Leben gibt», sagte Teichtal, sein Kollege Presman sprach vom Beginn einer neuen Zeit für das Gemeindeleben. In Frankfurt an der Oder leben heute rund 600 jüdische Zuwanderern aus der früheren Sowjetunion. Im vergangenen Dezember hatte mit dem Abraham Geiger Kolleg an der Universität Potsdam die erste jüdische Einrichtung in Brandenburg eine Torarolle erhalten, ein Geschenk der liberalen jüdischen Gemeinde Shaarai Shomayim in Lancaster, Pennsylvania.

 

 

JZ

«Jüdische Zeitung», April 2008