Laute(r) Freude zu Purim

Streiflichter aus Straubing, Hannover und Tübingen

 

Purimspiel in der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover. Foto: Privat

Für die Israelitische Kultusgemeinde Straubing fingen die Vorbereitungen zu Purim wie jedes Jahr schon Wochen vorher an. Die Kinder begannen mit den Proben für ein Purimspiel, die Eltern nähten die Kostüme dafür oder bastelten Kronen und Zepter und dekorierten den Gemeindesaal. Auch in der Küche wurde schon Tage vor Purim alles für die Haman-Taschen vorbereitet. Als dann am Donnerstagabend die Megillat Esther gelesen wurde, war das der Auftakt für eine Reihe von Feierlichkeiten. Am Freitagvormittag, nachdem die Esthergeschichte zum zweiten Mal gelesen worden war, führten die Kinder ihr Purimspiel auf. Alle Anwesenden waren begeistert und applaudierten heftig. Beim anschließenden Imbiss wurden unzählige Haman-Taschen verzehrt. Ein weiterer Höhepunkt war ein Purim-Ball am späten Montagnachmittag. Gleich drei Musiker: Vadim Tsimberg von der Kultusgemeinde Straubing, Alex Burdo, ehemaliges Mitglied, jetzt in Berlin, und Jakov Koppel, ebenfalls ehemaliges Mitglied in Straubing und jetzt in Potsdam, rissen die Besucher förmlich von den Stühlen, und die Tanzfläche war immer voll besetzt. Vom vielen Tanzen und Singen war man hungrig und durstig, aber Küchenchefin Z. Morduchovic versorgte alle Anwesenden mit ihren koscheren Leckereien - und natürlich mit Haman-Taschen.

Purim-Feier von Bustan Shalom Tübingen in Rottenburg. Foto: Privat

In der Liberalen jüdischen Gemeinde Hannover stand zu Purim «Die Rettung der Juden von Parass» auf dem Programm, die Esthergeschichte in acht Szenen. Das Theaterstück in der Refgie von Alisa Bach, der Auftritt der Kindergruppe «Hamanit» und von Kindern aus der Kindertagesstätte «Tamar» sowie die Spielangebote von Darja Bartsch und Shira Walbe hatten gut 250 Gäste in die Gemeinderäume gelockt. Im Anschluss an das Purimspiel gab es Musik, Spaß, Getränke und Haman-Taschen; danach zündeten die Gemeindemitglieder und Gäste gemeinsam die Schabbatkerzen.

Der Tübinger Verein Bustan Shalom feierte mit über 30 Personen aus Tübingen, Reutlingen und Stuttgart in den Räumen der interreligiösen Kindertagesstätte «Gesher» in Rottenburg zunächst Purim, später noch Kabbalat Schabbat. Für die meist verkleideten Kinder gab es kleine Geschenke; ansonsten wurden zur Klavierbegleitung Purimlieder gesungen, die obligatorische Esthergeschichte erzählt, vom üppigen vegetarischen Buffet gegessen, geredet (deutsch, hebräisch, englisch und russisch), gebetet, gesungen, getanzt... Bustan Shalom ist als liberaler jüdischer Verein im Raum Tübingen tätig und hat mittlerweile rund 40 Mitglieder. Zu den Veranstaltungen des Vereins kommen regelmäßig zwischen 20 und 80 Teilnehmer aus ganz Württemberg.

Hartmut Bomhoff

«Jüdische Zeitung», April 2008