Personen Meinung Deutschland Hauptstadtseite Israel Weltgeschehen Bei uns zu Gast Aus den Gemeinden Vermischtes Porträt Kultur Bücher Geschichte Wissenschaft und Bildung Diaspora Interreligiöser Dialog Judentum Heute Religion und Tradition Reise Personenkalender Jugend Medien Leserkommentare![]() ![]() | ![]() Jüdisches Leben im Kraichgau
Der Kraichgau wird oft als zwischen Heidelberg, Heilbronn und Karlsruhe gelegene Kulturlandschaft Südwestdeutschlands gepriesen. Doch die Region bietet außer Burgen, Streuobstwiesen und Weinbergen noch einiges, das für Einheimische wie für Besucher bis jetzt im Verborgenen blieb. Die Themenkarte «Jüdisches Leben im Kraichgau » lockt den geschichtlich Interessierten zu den bedeutendsten noch erhaltenen Orten jüdischer Kultur. Vorgestellt wird diese Themenkarte, die das Ergebnis einer ganz besonderen Kooperation und eines bemerkenswerten Schulprojekts ist, am Sonntag, den 13. April 2008 im Schloss in Eichtersheim, Gemeinde Angelbachtal. Die Karte verzeichnet nahezu alle jüdischen Kulturdenkmäler zwischen Bruchsal und Bad Wimpfen, Lobenfeld und Bretten, die bis heute erhalten geblieben sind, wenn auch meist in einer ganz anderen als ihrer ursprünglichen Funktion. So wurden aus Synagogen Wohnhäuser oder Scheunen, liegen jüdische Friedhöfe versteckt im Wald oder jüdische Ritualbäder unscheinbar verborgen in Kellern. Sich auf die Spuren der jüdischen Geschichte dieser Region zu begeben, ist mit der Themenkarte ein großes Stück leichter und vor allem spannender geworden. Ergänzt wird die Karte durch ein deutsch-englisches Begleitheft, in dem die jüdischen Kulturdenkmäler in den jeweiligen Orten beschrieben und erklärt werden. Für dieses Begleitheft haben Schüler und Schülerinnen der Realschule Waibstadt, des Adolf- Schmitthenner-Gymnasiums Neckarbischofsheim, des Hartmanni-Gymnasiums Eppingen und des Wilhelmi-Gymnasiums Sinsheim sowie Studenten und Studentinnen der Hochschule für jüdische Studien Heidelberg die geschichtlichen Hintergründe der einzelnen heute noch sichtbaren Kulturdenkmäler recherchiert und dokumentiert. Die Ergebnisse ihrer Arbeit sind nun in der Begleitbroschüre nachzulesen. Die Präsentationsveranstaltung am 13. April zu der Themenkarte gibt Gelegenheit, einen Blick zurück auf die jahrelange Projektarbeit der vier Schulen zum Thema jüdisches Leben im Kraichgau zu werfen. Sie war geprägt von vielfältigen und öffentlichkeitswirksamen Aktionen und vielen interessanten Erfahrungen, über die die beteiligten Schülerinnen und Schüler berichten werden. Die Mitherausgeberin der Karte, Annette Weber von der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg, wird das Kartenprojekt selbst näher erläutern. Darüber hinaus wird es einen Beitrag von David Seltner, Oberrat der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden, zum Thema geben. Die Veranstaltung beginnt um 11.30 Uhr im Schloss in Eichtersheim. Der Eintritt ist frei.
Jüdisches Leben im Kraichgau - Themenkarte mit Begleitbroschüre; herausgegeben von der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg in Zusammenarbeit mit der Realschule Waibstadt, dem Hartmanni-Gymnasium Eppingen, dem Adolf-Schmitthenner- Gymnasium Neckarbischofsheim und dem Wilhelmi- Gymnasium Sinsheim; Karlsruhe: Verlag arte factum 2007; 56 Seiten, 8,90 Euro. |