Personen Meinung Deutschland Hauptstadtseite Israel Weltgeschehen Bei uns zu Gast Aus den Gemeinden Vermischtes Porträt Kultur Bücher Geschichte Wissenschaft und Bildung Diaspora Interreligiöser Dialog Judentum Heute Religion und Tradition Reise Personenkalender Jugend Medien Leserkommentare![]() ![]() | ![]() «Hat Herzl gesagt…?»Filme zur israelischen Befindlichkeit bei Limmud
Zu den Highlights der Limmud-Festivals gehörten Episoden aus der bislang siebenteiligen Reihe «Az Herzl amar», die für das israelische Fernsehen produziert worden ist. Oren Harman und Yanay Ofran sind junge Jerusalemer Wissenschaftler Mitte 30. Als komisch-intellektuelles Interview- Duo nehmen sie die Utopien Theodor Herzls als Ausgangspunkt für ihre Suche nach heutiger «Israeliness». Sie begeben sich auf die Spur neuer identitärer Unklarheiten zwischen orthodoxen und weniger religiösen Israelis, neuen und alten Emigranten, Juden und Arabern - und befragen sie alle in außergewöhnlich witziger, kluger, harter und zugleich liebevoller Weise danach, was es für sie jeweils heißt, Israeli oder Israelin zu sein. Anders als ihre Vorgänger, sind die Einwanderer aus den Überbleibseln der Sowjetunion nicht gezwungen, Teil des israelischen Schmelztiegels zu werden. Das liegt zum einen an deren großer Zahl, aber auch an der Privatisierung und Entkollektivierung des Lebens, die mit dem Erwachsenwerden Israels einhergehen. In «Israel - Our home?» fragen Harman und Ofran, wie die die Tatsache, dass sie nicht gezwungen sind, ihre «Russischkeit » aufzugeben, ihre israelische Identität beeinflusst. Und wie beeinflusst dies das Israelisch-Sein insgesamt? Beeinflusst die russische Kultur die alte israelische Gesellschaft? Diese faszinierende Wechselwirkung wird am Beispiel einiger Protagonisten untersucht, die alle Teil der riesigen Einwanderungswelle sind: 1.200.000 Personen haben in den neunziger Jahren Alijah nach Israel gemacht. Einblicke in eine für viele Limmud- Teilnehmer fremde Welt bot «I'm Ultra- Orthodox 2007». Seit der Staatsgründung hat sich die ultraorthodoxe Gemeinschaft von der allgemeinen israelischen Gesellschaft abgesondert. Über die Jahre hinweg haben die Haredim aber stark an Zahl zugenommen, und inwischen ist es auch für sie aus finanziellen Gründen notwendig, am Arbeitsmarkt teilzunehmen und reguläre Berufe auszuüben. Die Filmepisode untersucht das entsprechende Konfliktpotential und die Widersprüche zwischen säkularen und ultraorthodoxen Israelis und stellt schwierige, ja manches mal auch unangenehme Fragen nach den Konsequenzen für beide Gesellschaftsgruppen. Harman und Ofran präsentieren dabei eine faszinierendes Spektrum junger ultraorthodoxer Leute, die sich mit diesen Fragen beschäftigen und sich mit den Dilemmata in ihrem Alltag auseinandersetzen. Bemerkenswert ist dabei die Rolle, die selbstbewusste Frauen bei den Veränderungen im Selbstverständnis der Haredim spielen. Nicht gezeigt wurde die Episode «O! My Homeland». Der Inhalt: Die israelischen Palästinenser fühlen sich von der israelischen Gesellschaft abgelehnt und haben den Status von Bürgern zweiter Klasse, weil sie Araber sind; von den Palästinensern aus den «Gebieten» werden sie gemieden, weil sie Israelis sind. Führen sie als junge Frauen ein modernes, emanzipiertes Leben in den israelischen Städten, so bezahlen sie das mit Isolation in weiten Teilen der arabischen Gesellschaft. Oren und Yanay treffen in dieser Episode auf junge israelische Palästinenser und Palästinenserinnen, die sich zu integrieren versuchen oder daran arbeiten, die Spielregeln der israelischen wie der arabischen Gesellschaft aktiv zu verändern. |