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«Die Eismine»Aharon AppelfeldAharon Appelfeld, geboren 1932, ist einer der vielen bedeutenden Schriftsteller von internationalem Rang, die das einstmals so weltoffene und multikulturelle Städtchen Czernowitz in der Bukowina hervorgebracht hat. Nach seinem über sechs Jahre andauernden Leidensweg emigrierte er nach dem Krieg nach Israel, wo er bis zu seiner Emeritierung Professor für hebräische Literatur in Beer-Sheva war. Appelfeld ist als Romancier und Erzähler neben Imre Kertesz einer der bedeutendsten Chronisten der jüdischen Katastrophe und als solcher innerhalb der letzten zwanzig Jahre mit unzähligen internationalen Literaturpreisen ausgezeichnet worden. In seinem im Jahr 2000 erstmals auf Deutsch erschienenen Roman «Die Eismine» (Originalausgabe: 1997) berichtete er erstmalig vom Leben im Lager selbst, während er in seinen früheren Romanen ausschließlich von der Zeit davor oder danach erzählt hatte. «Die Eismine» kann daher durchaus als eine Art «Vorübung» zu seiner 2005 erschienenen, erschütternden Autobiographie «Geschichte eines Lebens» interpretiert werden. Appelfeld erzählt in seinem nun endlich als Taschenbuch vorliegenden Roman die Geschichte eines jungen Mannes, der zusammen mit seiner schwangeren Freundin in ständiger Angst vor der Verhaftung lebt. Als das Liebespaar bereits die gemeinsame Flucht aus dem Getto vorbereitet hat, wird Erwin abgeholt und in ein Arbeitslager am Bug verschleppt. Appelfeld erzählt vom Lagerleben ausschließlich im Präsens, was die Hoffnungs- und Ausweglosigkeit der Situation der zum Brückenbau rekrutierten Gefangenen perfekt widerspiegelt. Dabei entsteht im Leser, ähnlich wie bei der Lektüre Tadeusz Borowskis («Bei uns in Auschwitz», 2006) aus dem scheinbaren Widerspruch zwischen dem Beschriebenen und dem äußerst nüchternen, fast unterkühlten Stil, ein tiefer, unmittelbar packender und nur schwer wieder loszuwerdender Schrecken. «Die Eismine» |