Personen Meinung Deutschland Hauptstadtseite Israel Weltgeschehen Bei uns zu Gast Aus den Gemeinden Vermischtes Porträt Kultur Bücher Geschichte Wissenschaft und Bildung Diaspora Interreligiöser Dialog Judentum Heute Religion und Tradition Reise Personenkalender Jugend Medien Leserkommentare![]() ![]() | ![]() LV lässt Mitgliedschaft im Zentralrat der Juden ruhen
Nach der letzten Direktoriumssitzung des Zentralrates der Juden in Deutschland am 21. September beschloss der Landesverband Jüdischer Gemeinden Sachsen-Anhalt, die Mitgliedschaft im Zentralrat der Juden mit sofortiger Wirkung bis auf weiteres ruhen zu lassen. Diese Entscheidung wurde vom Vorstand des Landesverbandes einstimmig getroffen, heißt es in der Presseerklärung. Hintergrund ist die derzeitige Situation der Synagogengemeinde Magdeburg, deren Zwangsverwalter der Generalsekretär des Zentralrats, Stephan J. Kramer, ist. Auch bei der Erfüllung seiner Aufgaben nach dem Staatsvertrag sei der Generalsekretär nicht imstande oder gewillt, seine Pflichten zu erfüllen und sachlich nachvollziehbare Entscheidungen zu treffen, teilte Max Privorozki als amtierender Vorsitzender mit. Er beklagte, dass die Präsidentin des Zentralrats trotz der eindeutigen Beweise und entgegen der eigenen Satzung - «Die Aufgabe des Zentralrats ist die Unterstützung der Arbeit der Landesverbände und jüdischen Gemeinden... » - das Vorgehen des Generalsekretärs gegen die Interessen der absoluten Mehrheit der jüdischen Gemeinschaft des Landes Sachsen-Anhalt verteidigt und auch nicht versucht hat, mit dem Landesverband ins Gespräch zu kommen. «In der letzten Direktoriumssitzung am 21.09.2008 ist endgültig klar geworden, dass der Zentralrat in keiner Weise die Interessen des Landesverbandes vertritt. Im Gegenteil: der Generalsekretär des Zentralrats diskreditiert systematisch den Landesverband, sowohl in der Öffentlichkeit als auch gegenüber den Landesbehörden», heißt es von Seiten des Landesverbandes. «Seit fast vier Jahren ist der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Personalunion der Zwangsverwalter der Synagogengemeinde Magdeburg K.d.ö.R. In dieser Zeit sind einige Gemeindemitglieder aus Protest gegen seine Vorgehensweise aus der Gemeinde ausgetreten und haben eine neue Jüdische Gemeinde Magdeburg e.V. gegründet. Ebenfalls viele andere Mitglieder, die zwar der Synagogengemeinde Magdeburg K.d.ö.R. nicht ferngeblieben sind, beschwerten sich jedoch über die Tätigkeit des Zwangsverwalters, insbesondere darüber, dass er im Widerspruch zu seinen Befugnissen für die Gemeinde lebenswichtige Entscheidungen ohne die demokratische Mitsprache der Gemeinde trifft, zum Beispiel Immobilientausch oder Einstellung eines neuen Rabbiners. Die Gemeinde ist gespalten, die Mitglieder sind unzufrieden, es wurde versäumt Wahlen in der Gemeinde zu organisieren und satzungsmäßige Vertreter der Gemeinde für die Arbeit im Landesverband zu benennen.» Die Mitgliederversammlung des Landesverbandes Jüdischer Gemeinden Sachsen- Anhalt will im Dezember über die weitere Vorgehensweise entscheiden. Der amtierende Vorsitzende, Max Privorozki, wurde 1963 in Kiew geboren und lebt seit 1990 in Deutschland. Seit März 1999 ist Privorozki Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Halle (Saale), seit Juli 1999 auch Vorstand des Landesverbandes jüdischer Gemeinden Sachsen-Anhalt. Max Privorozki war drei Jahre lang Direktoriumsmitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland. Der Mageburger Kultusstaatssekretär Winfried Willems hat unterdessen mit Unverständnis auf den Schritt des Landesverbandes reagiert: «Es hat nichts mit Parteinahme zu tun, wenn ich den Nutzen eines solchen Schrittes nicht erkennen kann», sagte er gegenüber der Presse. «Wenn als Begründung auf die Tätigkeit von Generalsekretär Stephan J. Kramer als Kommissarischer Geschäftsführer in der Synagogengemeinde zu Magdeburg hingewiesen wird, so kann ich dies nicht nachvollziehen. » Nach Erkenntnissen der Regierung habe Kramer vielmehr eine ausgesprochen erfolgreiche Arbeit geleistet. |