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Der Bremer Künstler Armin Kölbli möchte am 28. Oktober ein riesiges Beton-Ei vor dem Herodestor in Jerusalem aufstellen. In dem etwa vier Meter hohen Objekt mit dem Titel «Ovum 4» sollen Briefe mit Friedensbotschaften aus Israel, Palästina und dem Rest der Welt Platz finden. Kölbli möchte auf diese Art für ein friedliches Miteinander werben. Bis zum 1. September konnte jeder einen Brief mit seiner Botschaft an den Künstler schicken. Diese kommen anschließend in einen luftdichten Kanister und werden im Ei einbetoniert. Der Plan ist, das Ei-Objekt erst wieder in tausend Jahren zu öffnen. Kommende Generationen sollen sich dann die Frage beantworten können, ob die Wünsche, die die Menschen heute hegen, tatsächlich in Erfüllung gegangen sind. Ähnliche Projekte konnte Kölbli bereits im atomar verstrahlten, ukrainischen Tschernobyl und im kriegsgeschüttelten Kosovo realisieren. «Die versöhnende Liebe des Schöpfungsprozesses, symbolisiert durch das Ei», ließen nach eigenen Angaben im Künstlerkopf die Idee zu dem Vorhaben keimen. Schon bei der Herstellung der tonnenschweren Skulptur für Jerusalem setzte der in Baden geborene Deutsche ganz auf Völkerverständigung. Das Stahlskelett sowie der Betonmantel wurden von Palästinensern angefertigt. Planerische Hilfe kam von einem israelischen Architekturbüro. Als es gelang, den Bürgermeister Jerusalems, Uri Lupolianski, von dem Projekt zu überzeugen, glaubten viele schon an einen göttlichen Auftrag. Doch Lupolianski gilt einigen noch als kleinste Hürde auf dem Weg zur eineiigen Brüderschaft. Bleibt abzuwarten, was man in den Gassen des ultraorthodoxen Viertels Mea Shearim und der arabischen Salah-ed-Din-Straße in Ost-Jerusalem zu der Friedensinitiative des Teutonen sagt. Gewiss ist nur, dass die Stimmung in tiefreligiösen Nachbarschaften schon aus geringeren Anlässen kippte. |