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«Die Tora ist nicht das Eigentum einer privilegierten Priesterkaste und von Eingeweihten. Sie ist nicht im Himmel, sondern in unserer Mitte. Es ist die Pflicht aller, zu studieren, zu lehren und ihre Grundsätze zu praktizieren.»
Die Tora ist nicht im Himmel
Sidra Wajelech Sonnabend, den 4. Oktober 2008 den 05. Tischri 5769 (Schabbat Schuwa) Toralesung: Dtn 3 1:1-30 Haftara: Jeschajahu 55:6-13; 56:1-8
In diesem Kapitel widmen wir unsere Aufmerksamkeit einer der vielen Passagen, die sich mit den Grundlagen des Judentums beschäftigen, die gegen Ende der Tora erscheinen: «Denn dieses Gebot, dass ich dir heute gebiete, ist dir nicht verborgen und ist nicht fern. Es ist nicht im Himmel, dass du sagest: Wer steigt für uns in den Himmel hinauf und holt es uns, und macht es uns kund, dass wir es tun. Und es ist nicht jenseits des Meeres, dass du sagest: Wer reist für uns jenseits des Meeres hin und holt es uns und macht es uns kund, dass wir es tun. Sondern sehr nahe ist dir die Sache, in deinem Munde und in deinem Herzen, es zu tun. (Dtn 30:11 - 14) Unsere Kommentatoren interpretieren diese Stelle aus unserer Sidra unterschiedlich. Die Frage lautet, ob sich «dieses Gebot» auf die Pflicht der Reue, mit dem sich der vorhergehende Vers (1 - 10) beschäftigt, bezieht, oder ob die gesamte Tora, alle Verpflichtungen und Vorschriften in dem Wort «dieses Gebot» zusammengefasst werden. Nachmanides folgt der ersten Meinung, dass sich die Passage auf die Mitzwa der Reue bezieht, da die Tora betonen will, dass nichts im Wege steht und es keine Entschuldigungen von Zeit, Ort und Umständen gibt, die Pflicht der Umkehr zu Gott nicht wahrzunehmen. Albo vertritt die Ansicht, dass wir es mit dem Gebot der Umkehr zu tun haben. Für die meisten Kommentatoren ist diese Ansicht unhaltbar und sie stellen fest, dass wir uns mit dem ganzen Komplex der Beobachtung der jüdischen Gebote beschäftigen. Unsere Talmudweisen vermuten in der folgenden Passage, dass dies der Fall ist: «Setze bestimmte Stunden für das Torastudium fest (mache jede Anstrengung und nutze jede Ausflucht, um die Tora zu fördern) wie Rabbi. Avdimi bar Hama zu dem Text bemerkte: «‚Es ist nicht im Himmel ... es ist nicht jenseits des Meeres.' ‚Es ist nicht im Himmel' - Wäre es im Himmel, wärest du verpflichtet, danach zu gehen. :Es ist nicht jenseits des Meeres' - wäre es jenseits des Meeres, wärest du verpflichtet, es zu überqueren, um dahin zu gelangen.» (Eruwin 55a) Wir haben in unserem Text also zwei Aspekte. «Es ist nicht im Himmel» betont die Möglichkeit und Erreichbarkeit der Tora. Es gibt keine Entschuldigung für Vernachlässigung. Zu diesem Aspekt gehört auch die schwere Verantwortung, die auf den Studenten und Toragelehrten ruht. Da sie nicht im Himmel ist, kann sich der Mensch nicht länger auf himmlische Führung verlassen, sondern muss sie erklären und mit eigenen Ressourcen lehren und lernen. Die Tora ist nicht das Eigentum einer privilegierten Priesterkaste und von Eingeweihten. Sie ist nicht im Himmel, sondern in unserer Mitte. Es ist die Pflicht aller, zu studieren, zu lehren und ihre Grundsätze zu praktizieren.
«Denn alle seine Wege sind Recht...»
Sidra Ha'asinu Samstag, den 11. Oktober 2008 den 12. Tischri 5769) Toralesung: Dtn 32:1-52 Haftara: 2. Schmuel 22:1-5
Beginnen wir unser Studium dieser Sidra mit Nachmanides' Zusammenfassung des Inhalts und der Bedeutung des Gesanges, den Moses das Volk lehrte: «Der Gesang, der für uns einen wahren und treuen Zeugen darstellt, erzählt uns alles, was uns widerfahren wird, beginnend mit der Beschreibung der Güte des Ewigen seit er uns als Volk erwählte, gefolgt von einem Bericht seiner Freigebigkeit während der Wüstenwanderung, und wie er mächtige Nationen für uns enterbte. Von einer Überfülle an guten Dingen wird unsere Rebellion gegen Gott vorhergesagt - wie wir absteigen werden, um fremde Götter zu verehren. Dann wird berichtet, wie wir uns in der Folge Gottes Zorn zuziehen, schließlich aus dem Land vertrieben und zerstreut werden, wie es uns tatsächlich geschah.» Man beachte, was Nachmanides über Gottes Zorn und seinen Verweis sagt. Trotzdem wird der Ewige unser Andenken nicht vollständig auslöschen, sondern - im Gegenteil - unsere Sünden vergeben und unseren Feinden um seines Namens willen vergelten. Dieser Wechsel beginnend mit dem göttlichen Zorn über uns durch das Medium der Feinde Israels, bis zu deren Bestrafung durch dieselbe Hand, um seines Namens willen, ist das Thema des folgenden Verses: «Da sprach ich: Ein Ende mit ihnen! Austilge ich aus den Menschen ihr Gedächtnis. Wenn ich nicht die Kränkung mit dem Feinde scheute, dass es nicht misskennen ihre Bedränger, dass sie nicht sprechen: Unsere Hand ist erhoben, und nicht der Ewige hat dies alles gewirkt.» (Dtn 32: 26-27) Dieser Vers enthält einen sehr gewagten Anthropomorphismus, der Gott das Attribut der Furcht zuschreibt: «Wenn ich nicht die Kränkung mit dem Feinde scheute». Dafür gibt es in der Tora keine Parallele. Ibn Ezras Versuch, die Kraft zu schwächen, indem er feststellt, der Vers spreche mit menschlicher Terminologie, ist nicht geeignet, die unübliche Kühnheit und Stärke dieses Ausdrucks weg zu erklären. Es ist die Absicht des Ewigen, den spirituellen Standard Seiner Geschöpfe zu heben, ihr Wohlergehen in allen Aspekten zu verbessern, bis der Status erreicht ist, wie es im vertrauten «Aleinu» - Gebet berichtet wird: Alle Bewohner der Erde werden anerkennen und wissen, dass nur vor ihm jedes Knie sich beugen und jede Zunge schwören soll.
Der Mann Gottes
Sidra Wesot Habracha Sonnabend, den 18.10.2008 den 19. Tischri 5769 (Schabbat Choel Ha'Moed) Toralesung: Dtn 33:1-34:12 Haftara: Jecheskiel 38:18-39:16
Die letzte Sidra der Tora enthält Mosches Abschiedssegen an die Stämme, an das ganze Volk und den Bericht seines Todes und Begräbnisses. Im Eröffnungsvers wird Moses ein Titel verliehen, den er nirgends zuvor in der Tora erhält: «Und dies ist der Segen, mit welchem gesegnet hat Mosche, der Mann Gottes, die Kinder Israel vor seinem Tode.» (Ex 33:1) Einige Kommentatoren betrachten diesen Titel als Betonung des prophetischen Ursprungs und der Kraft seiner Worte. Dass sie nicht nur aus seinem Munde kommen, sondern von der göttlichen Autorität eingegeben wurden. Dies ist die Ansicht Ibn Ezras. Von anderen Kommentatoren, unter anderem von Samson Raphael Hirsch, wird ein anderer Standpunkt eingenommen. Der Titel bedeutet, dass es im Gegenteil Mosches eigene Worte waren, die Worte eines Hirten, der sich von seinem Volk verabschiedet, in Unterscheidung zum Gesang, den er seinem Volk in «Ha'asinu» lehrte und zum Rest seiner Reden in der Tora, die - wie oft festgestellt wird - «gemäß dem Munde des Ewigen» waren. Aus diesem Grund unterstreicht die Tora die Tatsache, dass, obwohl es Mosche war, der diese Worte sprach, trotzdem daran erinnert werden soll, dass er der «Mann Gottes» war. Der Autor des Kommentars Ha'Emek Davar sieht eine Verbindung zwischen dem Titel «Mann Gottes» und dem Zeitpunkt. Mosche erhält diesen Titel kurz vor seinem Tode: «Kurz vor seinem Tod wurde in Mosche eine göttliche Flamme entzündet. Wie eine flackernde Kerze, die vor dem Niederbrennen in eine helle Flamme ausbricht, so erhebt sich die Seele des Gerechten vor dem Abschied von der Welt und dem Eintreten ins Jenseits mit einem spirituellen Schwung im Einklang mit der eigenen ätherischen Natur ... Mosche erreichte damals den höchsten Grad spiritueller Vollendung. » Mosche erhält in dieser letzten mit ihm assoziierten Handlung einen weiteren Titel, der bereits vorher vom Allmächtigen verwendet worden war, als er Miriam und Aaron zurechtwies, da sie schlecht über Mosche gesprochen und ihn mit sich selbst verglichen hatten. Damals nannte ihn Gott «mein Knecht Moses» (Num 12:7), was die höchste Ehre darstellte, die ihm gezollt werden konnte: «Und es starb daselbst Mosche, der Knecht des Ewigen.» (Ex 34, 5) Derselbe Titel wird ihm im Buch Josua verliehen, als Gott Josua die Führung Israels anvertraut: «Mosche, mein Knecht, ist tot.» Es gibt einen Reichtum an Legenden des Midrasch, die mit Mosches letzten Augenblicken verbunden sind, als er die bedrohliche Vorhersage vernahm: «„Siehe, deine Tage nahen dem Tode». Diese Legenden schildern besonders sein Flehen zum Ewigen, ihn vom Schicksal aller Menschen zu befreien oder es aufzuschieben. Wir zitieren hier einen Auszug aus dem Midrasch zu unserer Sidra, Dewarim Rabbah 11:5: «Rabbi Pinchas sagte: Als Mosche diese Welt verlassen sollte, sprach Gott zu ihm: ‚Siehe, deine Tage nahen dem Tode.' Mosches erwiderte: ‚Herr der Welt, nach all meinen Mühen sagst du mir: Siehe, deine Tage nahen dem Tode? (Dtn 31:14) Ich werde nicht sterben, ich lebe, und künden will ich die Taten des Ewigen." (Psalm 118:17) Darauf sagte Gott: „Du kannst nicht die Oberhand gewinnen: Denn das ist die Pflicht jedes Menschen." (Eccl 12:13) Mosche sagte dann: „Bevor ich sterbe, erbitte ich eine Gunst: wenn ich in das Jenseits eingehe, sollen alle Tore des Himmels offen stehen für sie, um zu sehen, dass niemand außer dir ist." Warum dies? Denn es heißt: „So sollst du denn heute erkennen und zu Herzen nehmen, dass der Ewige der Gott ist in dem Himmel droben und auf Erden hier unten und keiner sonst." (Dt. 4: 39). Darauf erwiderte Gott: „Du erklärst: Und keiner sonst. Ich sage auch: Und es stand fortan nicht auf ein Prophet in Israel wie Mosche." (Dtn 34:10).
Der Mensch in Gottes Ebenbild
Sidra Bereschit Samstag, den 25. Oktober 2008 den 26. Tischri 5769 Toralesung: Gen 1:1-6:8 Haftara: Jeschajahu 42:5-43:10
Der Mensch wurde am sechsten Tag erschaffen und unterschied sich von allem vor ihm Erschaffenen. Nur die Erschaffung wird in zwei Phasen berichtet. Zuerst gab Gott in einer Präambel seine Absicht bekannt. Danach wird der Vorgang seiner tatsächlichen Schöpfung erzählt. Der Rambam betont, dass der Grund für diese separate und deutliche Behandlung im Ausmaß seiner Vorherrschaft lag und in seiner Unterscheidung von der restlichen Tierwelt, deren Erschaffung in der unmittelbar vorhergehenden Passage angekündigt worden war. In «Rechasim Lebik‘a» erhalten wir einen weiteren und sogar noch faszinierenderen Grund für die Einleitung «Lasst uns den Menschen machen». Es gibt eine Parallele zur Präambel, die die Erschaffung der Frau einleitet. Da sagte Gott:«Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei ...» Keine Erläuterungen werden für andere Schöpfungen gegeben. Ihre Erschaffung wird ohne diese einleitenden Fanfaren angekündigt. Warum? «Sie zeigen Gottes Fairness gegenüber all seinen Schöpfungen. Er versetzt sie nicht in Angst und Schrecken, indem er ihnen ohne Vorwarnung einen Regenten und Herrscher vorsetzt. Im Gegenteil: er sagt ihnen, „kommt, jetzt werden wir den Menschen erschaffen", wie ein König, der eine Steuer, die er seinem Volk auferlegt, ankündigt: „Kommt, wir werden jetzt dem Land zu eurem Vorteil eine Steuer vorschreiben."» Andere fanden den Ursprung für die Besonderheit des Menschen in der Tatsache, dass er zum Schluss erschaffen wurde. Radak stellt fest: «Es war ein Zeichen für die Ehre und den hohen Status des Menschen, dass er zum Schluss der Schöpfung kam, um festzuhalten, dass alle sterblichen Geschöpfe um seinetwillen geschaffen wurden, und dass der Mensch über sie herrschen würde. Der Status des Menschen als Ziel der Schöpfung und seine Einzigartigkeit werden durch die edle Formulierung, mit der seine Erschaffung beschrieben wird, unterstrichen: «Und Gott schuf den Menschen in seinem Bilde, im Bilde Gottes schuf er ihn, als Mann und Weib schuf er sie.» Diese Verse sind poetisch und erhaben, die Tatsache der Erschaffung des Menschen wird drei Mal betont. Der Unterschied zwischen dem Menschen und der restlichen Schöpfung wird zwei Mal angesprochen: «Im Bilde Gottes schuf er ihn.» Pflichten, Verantwortungen und der Ruhm des Menschen sind davon abzuleiten. In seinem Buch «Religion und Wissenschaft» beschäftigt sich Julius Guttmann mit dem Begriff «Gottes Ebenbild»: «„Zelem" („Bild") bezieht sich auf eine persönliche Beziehung, die es nur zwischen Personen geben kann. Die Persönlichkeit des Menschen steht der Persönlichkeit Gottes gegenüber. Es gibt eine nichtjüdische religiöse Annäherung, deren religiöses Ideal in der „Auslöschung" der menschlichen Persönlichkeit besteht. Die Persönlichkeit des Menschen wird gemäß dieser Annäherung als Barriere zwischen ihm und den Dingen betrachtet ... Dies ist jedoch nicht der Fall in einer ethischen Religion. Nur solange der Mensch eine Persönlichkeit ist, kann er seine Beziehung mit Gott aufrecht erhalten. Der Mensch ist eine eigene Welt und es ist nicht gefordert, dass er in der Natur aufgeht.» Anders ausgedrückt: Jedes Individuum ist vor Gott gleich bedeutend, denn jeder Mensch wurde in Seinem Bild geschaffen.
Die Lektion der Flut
Sidra Noach Samstag, den 01. November 2008 den 03. Cheschwan 5769 Toralesung: Gen 6:9-11:32 Haftara: Jeschajahu 54:1-55:5
Die Bosheit der vorsintflutlichen Geschlechter wird in den letzten Versen der vorgehenden Sidra beschrieben. Die Moral der Menschen verfiel mehr und mehr, vom Brudermord (Kain und Abel) zur Verherrlichung des Kampfes und des Schwertes in Lemachs lyrischem Ausbruch, bis zu den Taten der «Söhne Gottes», die die «Töchter der Menschen sahen, dass sie schön waren, und nahmen sich Weiber, aus allen, die sie erkoren.» Die «Söhne Gottes» waren Männer mit abnormen Körperkräften, die (mit den Worten David Kimchis) «das Prinzip, der Starke sei im Recht, hochhielten. Aus ihrem Griff gab es kein Entkommen.» Das Bild der moralischen Auflösung wird immer dunkler, bis es am Ende der vorhergehenden Sidra heißt: «Da sah der Ewige, dass groß war die Bosheit des Menschen auf Erden, und dass alles Gebilde der Gedanken seines Herzens nur böse den ganzen Tag.» (6:5) Die Moral der Generation der Sintflut wird in etwas anderer Formulierung in zwei Sätzen zu Beginn des Abschnittes «Noach» weiter beschrieben: «Und die Erde war verderbt vor Gott. Und die Erde war voll Gewalttat. » (6,11) Nach Meinung unserer Weisen, die von Raschi zitiert wird, bezieht sich der erste Satz auf sexuelle Verdorbenheit und der zweite auf soziale Verbrechen. «Chamas» («Gewalt») bezieht sich auf «Gezel» («Raub»). Unsere Weisen waren über die Vielfalt in der Beschreibung des menschlichen Verhaltens vor der Flut (Vers 11) erstaunt und über die Erwähnung der Sünde, die dazu führte, dass der Allmächtige das Schicksal der Menschheit besiegelte. (Vers 13) Hier in Kommentar unserer Weisen über dieses Thema aus dem Talmud (Sanhedrin 108a): «Rabbi Jochanan sagte: Kommt und seht, wie schrecklich ist die Macht der Gewalt! Denn seht, die Generation der Flut beging jede denkbare Sünde, aber ihr Schicksal wurde erst besiegelt, als sie ihre Hände zum Raub ausstreckten, wie es heißt: „denn voll ist die Erde durch Gewalttat durch sie, und ich will sie verderben mit der Erde".» Der Midrasch wimmelt von Beschreibungen der Bösartigkeit der Generation der Flut und gibt eine erschöpfende Liste aller von ihr begangenen Ungerechtigkeiten. Trotzdem wird immer betont, dass von den zahllosen Übertretungen die eine, speziell erwähnte Sünde der Gewalt, ihr Schicksal besiegelte und das göttliche Gericht über Sie brachte: «Und die Erde war voll Gewalttat.» Die Worte des «Neila»-Gebetes sollten stets in unseren Ohren tönen, denn sie sind durchdrungen vom immer aktuellen Thema des «auf dass unsere Hände von der Gewalttat lassen.» Unsere Weisen entdeckten in unserer Sidra auch eine Anspielung auf ein anderes Konzept, das das Haupthema des «Neila»-Gebetes ausmacht: Dieses Konzept bezieht sich auf Ezechiel 33,11: Gott wünscht nicht den Tod der Gottlosen, sondern ihre Umkehr. Dies ist auch das Thema Raschis im nächsten Kapitel, als der Allmächtige der Generation die letzte Chance zur Umkehr gab: «Und der Regen war auf der Erde vierzig Tage und vierzig Nächte.». Später heißt es: «Und die Flut war vierzig Tage auf der Erde.» Der Regen begann langsam zu fallen, mit Gnade, damit er sich, im Falle ihrer Umkehr, in einen Segen verwandelte. Da sie aber nicht bereuten, wurde der Regen zur Flut. Die letzte Warnung fruchtete nicht, so kam die Flut und vernichtete sie.
Nechama Leibowitz
Die Torastudien von Nechama Leibowitz, der wohl bekanntesten Bibelpädagogin Israels (1905-1997), wurden schon in viele Sprachen übersetzt. Wir bringen an dieser Stelle ihre gekürzten Kommentare zu den Wochenabschnitten, die auch auf der Website der Jewish Agency unter www.jafi.org.il nachzulesen sind. |