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Freunde der MullahsÜber rechte und linke Verteidiger des iranischen RegimesWie sehr ein gemeinsames Feindbild doch verbinden kann: Die iranisch-islamische Diktatur kann sich heute der Solidarität von Teilen der Linken ebenso sicher sein wie jener von deutschen Nazis und österreichischen Freiheitlichen. Jürgen W. Gansel, einer der Chefideologen der deutschen NPD, postuliert: «Gegen den Neokolonialismus Amerikas und den Staatsterrorismus Israels können sich die Muslime der Solidarität von Nationalisten sicher sein. Selbstverständlich hat der Iran das Recht auf eine selbstbestimmte Nutzung der Atomenergie ohne Einflussnahme der feindseligen Atommächte USA und Israel.»
Sascha Roßmüller, der stellvertretende Vorsitzende der NPD, formuliert gegenüber iran- ischen Journalisten seine Wünsche folgendermaßen: «Ich hoffe auf zwei Dinge: Zum einen, dass die NPD machtpolitische Gestaltungsmöglichkeiten in naher Zukunft in Deutschland bekommen und dann immer noch Herr Ahmadinedschad als potentieller Bündnispartner für ein neues Deutschland zur Verfügung stehen wird.» Die «National- Zeitung» lobt den «traditionell deutschfreundlich eingestellten Iran» und fantasiert davon, dass in «Deutschland die Angst vor dem iranischen Atomprogramm systematisch geschürt wird». Auch der Vorsitzende der rechtsradikalen Freiheitlichen Partei Österreichs, Heinz- Christian Strache, macht sich für das Mullah-Regime in Teheran stark und wettert gegen die «radikale Ausgrenzung des Iran nach dem Vorbild der USA».
Aber das iranische Regime wird keineswegs nur von Neonazis und FPÖ-Politikern als Heilsbringer gesehen, sondern hat auch seine Freunde und Beschützer innerhalb der internationalen Linken. Das ist umso bemerkenswerter, als in der «Islamischen Republik Iran» bekanntlich seit fast dreißig Jahren ein Regime herrscht, das sowohl nach außen als auch nach innen massiven Terror ausübt. Gleichzeitig arbeitet es offensichtlich an der Entwicklung nuklearer Waffen. Gewerkschaften sind verboten und Arbeitskämpfe werden ebenso brutal niedergeschlagen wie die Protestbewegungen der Studierenden. Die systematische Verfolgung von Kurden und religiösen Minderheiten, die ständigen Repressionen gegen Frauen, die sich dem islamischen Sittenkodex nicht unterwerfen wollen sowie die Hinrichtungen von Homosexuellen sind Wesenselemente dieses Regimes.
Ebenso die regelmäßigen Vernichtungsdrohungen gegenüber Israel und die Leugnung der Shoa. Der Mullah-Diktatur geht es hinsichtlich des Nahost-Konflikts nicht um eine Verbesserung der Situation der Palästinenser, eine Zwei-Staaten-Lösung oder einen wie auch immer gearteten Ausgleich und Kompromiss, sondern erklärtermaßen um die Vernichtung Israels. Diese Position ist weder neu noch auf den Präsidenten Ahmadinedschad beschränkt. Die Zerstörung Israels ist seit 1979 offizielle Politik der «Islamischen Republik». Sie wird von den fanatischen Anhängern Ahmadinedschads ebenso propagiert wie von Konservativen und den im Westen als Pragmatiker oder Reformer gehandelten Mullahs.
Dessen ungeachtet schwingt sich beispielsweise der Chef der deutschen Linkspartei, Oskar Lafontaine, zum Verteidiger des Iran auf. Er sieht Gemeinsamkeiten zwischen linken und islamischen Vorstellungen und wirft die Frage auf, ob nicht auch der Iran das Recht habe, über Atomwaffen zu verfügen, wenn Israel dieses Recht offenkundig eingeräumt werde. Der antiimperialistische Flügel der weltweiten Linken ruft zur Verteidigung des Iran auf. Die einen, wie der venezuelanische Präsident Hugo Chavez, auf den noch zurückzu- kommen sein wird, fordern ein Recht des Iran auf «friedliche Nutzung der Atomkraft».
Andere, wie die in Österreich aktive trotzkistische Liga der sozialistischen Revolution, gehen noch einen Schritt weiter und postulieren: «Für das Recht des Irans, nukleare Anlagen zu errichten und zu nutzen – zu friedlichen wie auch militärischen Zwecken!»
Der bolivianische Präsident Evo Morales entschied sich bei seiner Weltreise Anfang 2007 spontan zu einem Abstecher nach Teheran, aus dem nur nichts wurde, weil er in einem Flugzeug mit US-amerikanischem Kennzeichen unterwegs war, das selbstverständlich nicht im iranischen Luftraum fliegen darf. Das hat der iranisch-bolivianischen Freundschaft aber keinen Abbruch getan. Bei seiner Südamerikareise im September 2007 versprach Ahmadinedschad bis zum Jahre 2012 dem verarmten Andenstaat bei der Erschließung seiner Rohstoffe und bei Aufbauprojekten mit Investitionen im Wert von einer Milliarde US-Dollar zu helfen.
Fidel Castro hinterlässt seinen Nachfolgern ein enges Bündnis mit den iranischen Mullahs. Bei einer Rede an der Universität von Teheran im Rahmen einer Reise, die ihn auch nach Syrien und Libyen führte, hatte er das antiimperialistische Bündnis mit den Mullahs beschworen: «Gemeinsam können Iran und Kuba Amerika in die Knie zwingen!» Kein Wunder, dass auch einer der populärsten Unterstützer Castros nicht zurückstehen wollte: Ende Dezember 2007 ließ der ehemalige Kapitän der argentinischen Fußballnational- mannschaft, Diego Maradona, den iranischen Chefdiplomaten in Buenos Aires, Mohsen Baharvand, wissen: «Ich habe bereits Chavez und Fidel getroffen. Jetzt muss ich nur noch Euren Präsidenten treffen. Ich will Ahmadinedschad treffen!»
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