Personen Meinung Deutschland Hauptstadtseite Israel Weltgeschehen Bei uns zu Gast Aus den Gemeinden Vermischtes Porträt Kultur Bücher Geschichte Wissenschaft und Bildung Diaspora Interreligiöser Dialog Judentum Heute Religion und Tradition Reise Personenkalender Jugend Medien Leserkommentare![]() ![]() | ![]() Europas Schuld am GazakonflikLeserbrief
Staatsmänner, Kommentatoren und Analysten bezeichnen Israels Vorgehen im Gazastreifen als «unangemessen und überzogen». Dem zuzustimmen ist einfach. Wer aber hat je formuliert, was denn eine «angemessene Reaktion» Israels auf den jahrelangen Beschuss der israelischen Zivilbevölkerung durch Raketen und die Androhung der Vernichtung wäre? Betroffen sind auch Tausende betagter gebürtiger Europäer, die mit steigendem Alter immer schwerer unter den durch Vertreibung, Verlust und Vernichtung zugefügten seelischen und körperlichen Verletzungen leiden.
In Europa hat der über Jahrhunderte währende, im Holocaust seine grausamste Ausprä- gung findende Antisemitismus den modernen territorialen Zionismus hervorgebracht. So hat Europa den Nahen Osten zu einer Problemzone gemacht, die den Weltfrieden be- droht. Die Gründung des Staates Israel hatte Konrad Adenauer mit der zynischen Bemer- kung kommentiert: «Das Judenproblem haben wir nun asiatisiert!»
Eine der historischen europäischen Schuld angemessene Reaktion auf die furchtbaren aktuellen Geschehnisse wäre die rasche Aufnahme Israels, der Palästinensergebiete und auch des Libanons in die EU. Kriege finden dort nicht statt, wo die Mehrheit der Menschen in Wohlstand lebt. Spätestens seit den spektakulären Bankrettungsaktionen wissen wir, dass die EU-Mitgliedsländer in Geld schwimmen. Ein Bruchteil dieser Mittel – sinnvoll eingesetzt, effizient unter direkter EU-Aufsicht verteilt – wäre, verbunden mit der Eingliederung der Region in die EU, der vermutlich einzige Schlüssel zu einem dauerhaften Frieden im Nahen Osten.
Prof. Ernst Smole, Wien
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