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In einer Welt, in der die Medien und die veröffentlichte Meinung und damit auch das public feeling von der heuchlerischen Weinerlichkeit selbsternannter Gutmenschen und Verdreher des gesunden Menschenverstandes, Palästina-Versteher, selbstqualifizierter Nahost-Experten, verbohrter Israel-Gegner und mehr oder minder getarnter Judenfeinde dominiert werden, war es unerlässlich, gerade in Deutschland und dort vor allem gerade in Berlin mit einer eindeutigen Solidaritäts-Kundgebung für Israel und für sein – keinem anderen Land verweigertes – Recht auf Selbstverteidigung und Schutz seiner Bürger ein klares Zeichen zu setzen. Ein Zeichen dafür, dass es sie noch gibt, die Sympathie und Unterstützung für die einzige friedliebende Demokratie in der gesamten Region, die sich, ohne müde werden zu dürfen, jeden einzelnen Tag seit ihrem Bestehen – in einem sie umgebenden Meer des Terrors und des Hasses, der Menschen- und der Lebensver- achtung – vor der physischen Vernichtung ihres Staates und ihrer Menschen unter nahezu unerträglicher Aufbietung zahlloser Opfer unter der eigenen Bevölkerung zur Wehr setzen muss.
In dieser Erwartung kamen die Menschen – Juden und Nichtjuden – am 11. Januar zum Breitscheidplatz. Das, was dann am frühen Nachmittag seitens der ausgewählten Redner über uns ergangen ist, wäre mit dem Wort «enttäuschend» unzulässig euphemistisch und falsch etikettiert – es war würdelos und es war bis zur Fassungslosigkeit beschämend. Die von der Grünen-Vertreterin Eichstädt-Bohlig gegenüber Israel vorgenommene haar- sträubende und Fakten verdrehende moralische Schuldzuweisung, die in der Behauptung kulminierte, Israel könne diesen Krieg moralisch nicht gewinnen, stellte – neben seiner prinzipiellen Haltlosigkeit – auch unter dem Aspekt, dass es sich schließlich um eine Pro-Israel Veranstaltung und nicht um die übliche Flaggenverbrennungsrandale fanati- sierter Hamas-Schreier und vor heuchlerischer Betroffenheit triefender deutscher Gutmen- schen jeder Couleur handelte, einen handfesten Eklat dar.
Daran vermochten auch die, für eine Solidaritätskundgebung, allzu neutrale Rede von Frank Henkel (CDU) und schon gar nicht die das eigene Publikum wegen seines deutlich bekundeten Unmuts rügende und ansonsten Angst machend rückgratlose Moderation der Gemeindevor- sitzenden etwas zu ändern. Die hingestammelten Dankworte der Initiatoren sind wohl eher als Zeichen der im Affekt verarbeiteten Ratlosigkeit zu verstehen, vermochten jedoch keinesfalls die aufge- brachten und trotz Kälte tatsächlich in Solidaritätsabsicht erschienenen Teilnehmer zu beruhigen. Bleibt nur zu befürchten, dass die Schadenfreude aller aufrechten Israel-Hasser über diese verpasste Gelegenheit demonstrierter Solidarität ebenso wirkungslos an den hier zum Zuge gekommenen Gutmensch-Rednern abprallt, wie die Fakten und Kausalitätszusammenhänge, die der gegenwärtigen Bedrohung Israels zu Grunde liegen.
Mit Betroffenheit |