Personen Meinung Deutschland Hauptstadtseite Israel Weltgeschehen Bei uns zu Gast Aus den Gemeinden Vermischtes Porträt Kultur Bücher Geschichte Wissenschaft und Bildung Diaspora Interreligiöser Dialog Judentum Heute Religion und Tradition Reise Personenkalender Jugend Medien Leserkommentare![]() ![]() | ![]() Die Mischung macht'sLimmud 2009 nimmt Gestalt an
«Gut gemacht, interessante Themen, hochkarätige Gäste und das alles in einer entspannten Atmosphäre. Ein riesiger Erfolg!», schrieb Eugenia Portnaya (Leipzig) nach dem ersten Limmud-Festival in Deutschland, das im Juni 2008 am Werbellinsee stattfand. «Ich war gerne dabei und komme wieder, wenn so was organisiert wird.» Bald ist es nun so weit. Das nächste lange Limmud-Wochenende ist für Anfang Mai geplant, und zwar wieder in der Europäischen Jugenderholungs- und Begegnungsstätte vor den Toren Berlins.
Der Waschzettel, der dieses Jahr als Werbekarte dient, verrät bereits das Erfolgsrezept von Limmud: Offenheit für jedes Alter und für alle Richtungen und Interessen, also für jeden, der «mi’schelanu» ist, ganz gleich, ob säkular oder spirituell, modern orthodox oder liberal. Ob Chabadnik oder Feministin: es geht ums Lernen und Lehren, also um die Essenz des Judentums, und dabei sollten Etiketten, Alter oder Muttersprache keine Rolle spielen.
«Es ist eine unvergessliche Erfahrung, ein Wochenende mit Menschen zu verbringen, die sich in so vielem unterscheiden und die doch alle etwas gemeinsam haben, was sie zusammenbringt: Judentum», meint Lena Mechik, die in Russland geboren wurde, seit gut zehn Jahren in Deutschland lebt und derzeit in Berlin studiert. Letztes Jahr waren es gut 350 Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die sich in der Schorfheide bei Berlin in rund 100 Workshops mit allen denkbaren Aspekten des jüdischen Lebens auseinandersetzten. Das Themenspektrum reichte von der Auslegung biblischer Texte hin zu zeitgenössischer Literatur. Liturgie und Politik, Kultur und Esoterisches, Politik und Ethik standen ebenso auf dem Programm wie Konzerte und Podiumsgespräche – der Spaß kommt dabei in keinem Fall zu kurz…
Wie das neue Programm aussehen wird, das hängt nicht zuletzt von den Teilnehmern ab. Noch kann sich jeder einbringen, eigene Workshops vorschlagen und inhaltliche Akzente setzten. Wie gesagt, die Mischung macht’s . Auch wenn das Team nach dem ersten Festival erleichtert befand: «Es lief quasi von selbst»: ohne gründliche Vorbereitung geht es nicht. Hilfe ist in jedem Fall nötig und sehr willkommen, sei es nun bei Logistik und Marketing, bei der Programmgestaltung oder der Öffentlichkeitsarbeit. «Du bist Limmud», heißt die Devise. Die Begegnungsstätte, die in einem weitläufigem Gelände direkt am See liegt, hat ihre ganz eigene Atmosphäre: Sie war in den 1950er Jahren nach dem Vorbild des sowjetischen Pionierlagers Artek gestaltet worden, aus Abrisssteinen von Görings Jagdhaus Carinhall, also quasi auf den Trümmern des Dritten Reichs. An so einem Ort wird ein gemeinsamer Oneg Schabbat zu einer besonderen Erfahrung.
Generell gilt: In allen Gemeinschaftsräumen werden Schabbat und Kaschrut beachtet, alles andere ist Privatsache. Das Judentum hat viele Gesichter, Limmud auch, und hoffentlich sind vom 30. April bis zum 3. Mai noch mehr Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus Düsseldorf mit dabei. Um es mit Boa Mahlo zu sagen: «Einmalig an Limmud ist, dass es Extreme, die auf den ersten Blick unvereinbar zu sein scheinen, zusammenbringt, sie durchschüttelt und vermischt und daraus ungeahnte, wunderschöne neue Farben entstehen lässt.» Für Anmeldungen bis zum 20. Februar gibt es einen Vorzugspreis! Weitere Informationen unter www.limmud.de. JZ |