Personen Meinung Deutschland Hauptstadtseite Israel Weltgeschehen Bei uns zu Gast Aus den Gemeinden Vermischtes Porträt Kultur Bücher Geschichte Wissenschaft und Bildung Diaspora Interreligiöser Dialog Judentum Heute Religion und Tradition Reise Personenkalender Jugend Medien Leserkommentare![]() ![]() | ![]() Eine verkorkste Rezension
Zu "Ein verkorkstes Leben. Walter Rothschild führt jüdische Schicksale vor"JZ 12/2008
Die Rezension von Herrn Bomhoff über das Buch «Auf das Leben» stellt in der Dez- emberausgabe der «JZ» leider den qualitativen Bodensatz Ihrer bisherigen Bericht- erstattung dar. Der Rezensent scheint unfähig zu sein, seine offensichtlich persönlichen Ressentiments gegenüber dem Autor, Herrn Rabbiner Walter Rothschild, trennen zu können von dem eigentlichen Zweck und Inhalt seiner Rezension. So lässt er sich zu Beginn ausführlich und vollkommen unqualifiziert über den Autor aus: «hier auf verlorenem Posten... einer seiner launigen Selbstbeschreibungen... enfant terrible...auch diese Tätigkeit aufgeben musste...zweifeln lassen, dass dieser story teller auch Seel- sorger ist». Das Ganze wird dann noch tituliert als «Ein verkorkstes Leben ». Der Tenor der Rezension läuft also darauf hinaus, dass Herr Rothschild weder ein guter Rabbiner noch ein guter Autor sei. Das geht schon zu deutlich in Richtung eines versuchten Rufmordes. Damit disqualifiziert sich Herr Bomhoff selber und fügt dem ansonsten hohen Niveau der Berichterstattung in der «JZ» großen Schaden zu. Ich hoffe, dass dies ein Einzelfall bleibt. Und wer es jetzt endlich wissen möchte: das Buch von Walter Rothschild besteht aus einer Vielzahl lesenswerter Geschichten mitten aus dem Leben.
Als interessierter Leser Ihrer Buchvorstellungen und Rezensionen las ich in der letzten Ausgabe der «JZ» im Kulturteil die Rezension von Hartmut Bomhoff zu Walter Rothschilds Erzählband «Auf das Leben!» und konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es Bomhoff nicht um eine sachlich-kritische Auseinandersetzung mit dem Buch, sondern um eine Auseinandersetzung mit Walter Rothschild ging, und der Autor ein persönliches Problem mit Rothschild hat. Wie sonst ist es zu erklären, dass in seiner Rezension über weite Strecken nicht der Inhalt des Buches, sondern Rothschilds Leben thematisiert wird. Was hat in einer Rezension z.B. die Spekulation über die Gründe für das Ende von Rothschilds Tätigkeit in England zu suchen. Über die Erzählungen in dem Buch erfährt man fast nichts, außer der Meinung von Bomhoff, dass Rothschild in seinen 28 Ge- schichten (es sind aber tatsächlich 35 Erzählungen!) die Protagonisten vorführt, was den Autor zum Zweifel an Rothschilds seelsorgerischer Qualität veranlasst. Schlichtweg eine Unverschämtheit! Ich selbst schätze das Buch unter anderem gerade wegen der Eigen- schaft des Autors, die Protagonisten niemals bloßzustellen oder sich auf deren Kosten zu belustigen. Nun kann man gerade in der Literatur unterschiedlicher Meinung sein, aber es gebietet der Anstand, nicht unter dem Deckmantel einer Rezension ein öffentliches Forum zu benutzen, um jemanden zu diskreditieren. Um es im Sprachjargon von Bomhoff zu formulieren: ein Redakteur, der sich normalerweise mit Religion und interreligiösen Themen beschäftigt, macht noch keine gute Rezension. Kurz gesagt: eine verkorkste Rezension. Thema verfehlt! Anmerkung der Redaktion: Es sind und bleiben 28 Kurzgeschichten, wenn auch in den Leserbriefen der Wochenzeitung «Jüdische Allgemeine» die Rede von 35 Stories ist, was auf eine ungenaue Lektüre hindeutet. |