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Zu "Von Angesicht zu Angesicht", JZ 10/2008Unter dem Schwerpunktthema «Feinde in der Fremde» berichtete die Jüdische Zeitung auch über die Begegnung junger Frauen aus Israel und der Westbank in Deutschland. Dieses Dialogseminar ist Teil der Aktion «Ferien vom Krieg» des Komitees für Grundrechte und Demokratie. In den letzten 14 Jahren haben mehr als 20.000 Kinder und
Jugendliche aus den Kriegsgebieten des ehemaligen Jugoslawiens an gemeinsamen Freizeiten mit den angeblichen Feinden teilgenommen, seit dem Sommer 2002 auch über 1.000 junge Erwachsene aus Israel und der Westbank. Im zweiten Jahr fand diesen Sommer ein Seminar nur für Frauen statt. Für dieses einmalige Projekt spenden jährlich ca. 2.000 Menschen, zumeist aus der deutschen Friedensbewegung, aber auch aus den USA ca. 350.000 Euro. Das Wechselbad der Gefühle von tief sitzendem Hass und aufkeimender Zuneigung sowie der Mangel an Informationen über die Lebensumstände der jeweils «Anderen» wird in dem Artikel einfühlsam beschrieben. Nach diesem Dialogprozess «von Angesicht zu Angesicht» haben fast alle TeilnehmerInnen das Bedürfnis, trotz vieler Anfeindungen ihres häuslichen Umfeldes, die Botschaft weiterzugeben: «Wir können zusammen leben – sogar unter einem Dach – das ist eine phantastische Erfahrung!». Dazu haben wir hundertfach authentische Belege in unseren Broschüren, im Internet und auf einer DVD veröffentlicht. Im Leitartikel der Jüdischen Zeitung heißt es: «Die Nachhaltigkeit von derartigen Friedensseminaren ist angesichts der politischen Großwetterlage fraglich.» Diese Skepsis können wir zerstreuen: Schon wenige Tage nach der Rückkehr richteten alle drei Gruppen dieses Sommers (190 TeilnehmerInnen) jeweils einen Chatroom ein, wo sie unter einem Code weiter miteinander kommunizieren können. Irgendwie schafften es einige Israelinnen, zur Hochzeit einer Palästinenserin in ein Dorf in den besetzten Gebieten zu gelangen und wurden dort herzlich aufgenommen. Irgendwie schafften es auch einige PalästinenserInnen, eine Sondergenehmigung zur Einreise nach Israel zu erhalten, wo sie am Strand von Tel Aviv mit den neuen Freundinnen eine Geburtstagsparty feierten. Das sind natürlich leider Ausnahmen. Doch haben über 1.000 TeilnehmerInnen aus Graswurzel-Initiativen auf beiden Seiten erfahren: «Frieden ist ein zu kostbares Gut, um ihn den Politikern zu überlassen.» Sie stimmen mit den 20.000 Jugendlichen aus anderen Krisen- und Kriegsgebieten in dem Ziel überein: Die «Ferien vom Krieg» sind ein Schritt auf dem Weg zur konkreten Utopie einer friedlichen Welt. Viele TeilnehmerInnen empfehlen uns, doch ähnliche Freizeiten für Erwachsene und Politiker zu organisieren. www.ferien-vom-krieg.de und www.vacation-from-war.com |