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Fürs bessere AussehenIsrael hat eine britische PR-Firma engagiert, um sein Image in der Welt zu verbessern. Ido Aharoni, Projektleiter beim israelischen Außenministerium, sagte Anfang Oktober gegenüber der israelischen Tageszeitung «Haaretz», dass das eigentliche «Markenzeichen Israels» bislang der Nahost-Konflikt sei. «Sogar Menschen, die erkennen, dass Israel im Recht ist, mögen dieses Image nicht, denn es verbreitet schlechte Nachrichten. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es für Israel wichtiger ist, gut auszusehen, als Recht zu haben», meinte Aharoni. Laut «Haaretz» wurde der Vertrag zur Verbesserung des israelischen Images bereits im September zwischen dem Außenministerium und der britischen Firma Acanchi unterschrieben. Die Firma, die laut Eigenwerbung die «optimale Markenstrategie für ein Land, eine Stadt, oder eine Region» entwickelt, hat ihre Dienste für vergleichbare Projekte bereits in Konfliktregionen wie dem Libanon und Nordirland verkauft. Die Planung an dem Image-Projekt soll laut «Haaretz» bereits vor sieben Jahren begonnen haben. So sollen statt Israels Rolle im Nahost-Konflikt die kulturellen, wissenschaftlichen und humanitären Errungenschaften des Landes herausgestrichen werden. Bis zum Herbst 2005 finanzierten private jüdische Geldgeber diese Idee. Seitdem hat das Außenministerium deren Leitung inne. Für Universitäten mehr GeldDer scheidende Ministerpräsident Ehud Olmert verhinderte ein neuerliches Streiksemester an den israelischen Universitäten. Auf einem Treffen mit Vertretern des Finanzministeriums und der Universitäten am 30. Oktober sagte Olmert den Bildungseinrichtungen ein Gesamtpaket von 109 Millionen Euro zu. Bildungsministerin Yuli Tamir (Arbeitspartei) zeigte sich mit der Entscheidung zufrieden. Finanzminister Roni Bar-On (Kadima) sprach von einer unverantwortlichen Mittelvergabe, deren Finanzierung unklar sei. Olmert ging mit seiner Festlegung über die Forderungen seitens der Universitäten hinaus. Seine Entscheidung sicherte den Beginn des akademischen Jahres in Israel am 2. November, garantiert eine Erhöhung der Dozentengehälter und verhindert zunächst ein weiteres Ansteigen der Studiengebühren. Das Finanzministerium argumentierte dagegen, dass die aktuelle Finanzkrise der Universitäten selbst verschuldet sei. Ende Oktober kam es an den Universitäten des Landes zu wiederholten Warnstreiks seitens der Lehrenden und Studierenden. Im letzten Jahr begann das akademische Jahr nach Dauerstreiks mit viermonatiger Verspätung.
Für Kinderopfer kein GeldDie israelischen Ministerien für Finanzen und Soziales sprechen sich gegen eine Gesetzesvorlage aus, wonach Kinder, die Opfer sexueller Gewalt wurden, ab sofort eine staatlich finanzierte psychologische Behandlung erhalten sollen. Die von Nadja Hilou (Arbeitspartei) und Limor Livnat (Likud) eingebrachte Gesetzesinitiative sollte Familien missbrauchter Kinder eine Finanzierung für eine Therapie bis zu einem Jahr ermöglichen, mit der Option, diese um sechs Monate zu verlängern. Aus dem Ministerium kommt Widerstand, obwohl der Minister für Soziales, Jitzchak Herzog, die Initiative unterstützt. Die Kommission für die Rechte des Kindes hatte diese ausgearbeitet. Die Kommissionsvorsitzende Hilou kündigte Widerspruch gegen die Entscheidung der Ministerien an. Sozialarbeiter und der «Nationale Rat für das Kind» plädieren seit Jahren für eine Einrichtung größerer staatlicher Hilfsmaßnahmen für sexuell missbrauchte Kinder. Seit Beginn dieses Jahres läuft ein mit zwei Millionen Euro vom Staat, der Nationalen Versicherung und der Sacta-Rashi- Stiftung finanziertes Pilotprogramm. Das Finanzministerium lehnte vorerst ein weitergehendes Engagement mit der Begründung ab, erst die Ergebnisse des Pilotprogramms abwarten zu wollen. Der Vorsitzende des «Nationalen Rates für das Kind», Dr. Jitzchak Kadman, forderte in dem Zusammenhang, dass die Zugänglichkeit zur Behandlung gesetzlich garantiert werden solle. Laut Kadman würden jährlich 1.000 Kinder psychologische Behandlung benötigen. Eine im September 2008 veröffentlichte Studie ergab, dass die Zahl der Kindesmissbrauchsfälle in Israel in den letzten zehn Jahren von 21.000 auf 41.000 im Jahr 2007 gestiegen ist. |