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Jüdischer Ärzteverband in Sachsen-Anhalt geplant

 

Sachsen-Anhalt soll eine «Vereinigung jüdischer Ärzte» bekommen. Das meldete der Zentralrat der Juden in Deutschland am 5. Februar. Laut Alexander Wassermann, Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde Sachsen-Anhalt, soll in Kürze eine «Plattform zum regelmäßigen Meinungsaustausch zwischen jüdischen Medizinern» entstehen. Die Idee des Zusammenschlusses jüdischer Ärzte in Verbänden ist nicht neu. In Berlin, München, Frankfurt am Main und Nordrhein-Westfalen gibt es bereits regionale jüdische Medizinerorganisationen. Die größte, der «Landesverband jüdischer Mediziner in Nordrhein-Westfalen», wurde im Jahr 2000 gegründet. Der gut organisierte Verband zählt heute 180 Mitglieder aus allen Sparten der medizinischen Berufswelt.

Im Mittelpunkt der Tätigkeit jüdischer Ärzteverbände stehen Medizin- und Honorarpolitik. Jüdische Ärzte in Deutschland stammen größtenteils aus Staaten der ehemaligen Sowjetunion – Menschen, die sich in der deutschen Berufswelt erst zurechtfinden müssen. In vielen Fällen wird Zugewanderten das Mitbestimmungsrecht bei moralischen und ethischen Grundsatzfragen am Arbeitsplatz abgesprochen. Zudem erschweren die je nach Bundesland unterschiedlichen Regelungen über die Erteilung von Berufserlaubnissen und die verschiedenen Schritte zur Anerkennung bereits erworbener Zeugnisse vielen jüdischen Ärzten in Deutschland den Neubeginn. Laut NRW-Verbandsgründer Simon Reich ist so die bürokratische und juristische Unterstützung neu zugewanderter jüdischer Ärzte seitens der Ärzteverbände besonders wichtig.

Seit Jahren schon streben die verschiedenen Regionalverbände jüdischer Medizinerorganisationen die Bildung eines Bundesverbandes an. Dieser besteht jedoch bislang nur formell.  

 

Mina Altman und Eik Dödtmann

«Jüdische Zeitung», März 2009