Personen Meinung Deutschland Hauptstadtseite Israel Weltgeschehen Bei uns zu Gast Aus den Gemeinden Vermischtes Porträt Kultur Bücher Geschichte Wissenschaft und Bildung Diaspora Interreligiöser Dialog Judentum Heute Religion und Tradition Reise Personenkalender Jugend Medien Leserkommentare![]() ![]() | ![]() Auf der FlutDer Multi Arkadi Gajdamak steckt in der Prozessfalle
Die Verdachtsmomente gegen den russischisraelischen Milliardär Arkadi Gajdamak auf Geldwäsche erhärten sich. Das israelische Wirtschaftsmagazin «The Marker» veröffentlichte am 19. Februar erstmals Untersuchungsunterlagen im seit 2005 laufenden Ermittlungsprozess gegen Gajdamak und die israelische «Bank Hapoalim». Gajdamak wird verdächtigt, mittels eines Strohmanns zwei niederländische Firmen gekauft haben zu wollen. Eine Firma im Besitz der israelischen «Bank Hapoalim» sollte dabei die Finanzierung der illegalen Transaktion übernehmen, so der Vorwurf des zuständigen Amtsgerichts Petach Tikwa. Bereits im November 2008 verhängte das Gericht wegen der gestiegenen Verdachtsmomente eine Ausreisesperre gegen Gajdamak – gegen eine Kaution von 2,5 Millionen US-Dollar. Kurz danach verließ Gajdamak das Land. Er ist seitdem nicht nach Israel zurückgekehrt. Die aktuellen Untersuchungen im Geldwäschefall bezeichnen Gajdamaks Anwälte als «politische Verfolgungsjagd». Die Reputation des 56-jährigen russischjüdischen Geschäftsmanns ist seit Bekanntwerden seiner Beteiligung am internationalen Waffenschmuggelskandal «L’Angolagate» im Jahr 2000 und immenser Steuerschulden in Frankreich zerstört. Nach Ausstellung eines internationalen Haftbefehls in Frankreich floh Gaj damak nach Israel, das keine jüdischen Bürger, die in einem anderen Land angeklagt sind, ausliefert. In Israel wurde Gajdamak durch mehrere PRKampagnen populär. Beispielsweise finanzierte er zur Zeit des Zweiten Libanonkriegs 2006 die Evakuierung tausender israelischer Bürger und ihre Unterbringung im Landesinneren. Im Herbst letzten Jahres trat Gajdamak zur Wahl des Bürgermeisters in Jerusalem an und erhielt 3,6 Prozent der Stimmen. Anfang des Jahres 2009 verzeichnete Gajdamak große finanzielle Verluste seiner Unternehmen und Geschäftsanteile. Sein ehemaliger Medienberater, Jossi Milstein, wurde Anfang Februar von den israelischen Behörden wegen Steuerhinterziehung verhaftet. Auch in der spektakulären «Angolagate»- Affäre ziehen sich die gerichtlichen Kreise immer enger um den Milliardär. Nun soll Gajdamak Ende Februar in Russland einen Antrag auf Erlangung der russischen Staatsbürgerschaft eingereicht haben. Das meldete die israelische Zeitung «Ha’aretz» mit Verweis auf Mitarbeiter der Moskauer Kremls. Der 1952 in Moskau geborene Gajdamak musste seinen sowjetischen Pass bei seiner Immigration nach Israel im Jahr 1973 abgeben. Nach einem halben Jahr reiste er damals nach Frankreich aus, wo er 27 Jahre lebte. Den Grund für Gajdamaks Ansinnen, nun einen russischen Pass zu erlangen, sehen Beobachter im für den 4. März angekündigten Urteilsspruch im «Angolagate»- Prozess. Die französische Staatsanwaltschaft fordert eine langjährige Haftstrafe für Gajdamak. Dieser war engster Mitarbeiter des französischen Geschäftsmanns Pierre Falcone, der Ende der 1990er Jahre illegal Waffen in das afrikanische Bürgerkriegsland Angola gegen lukrative Anteile an der dortigen Erdöl- und Diamantenproduktion lieferte.
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