Worte des Monats

«Wir bedauern die Fehlleistung.»

Die Kaufhauskette Karstadt Anfang Februar auf die Werbeaktion mit dem Titel «Sonderkommando Preis». Nach deutschlandweiten Protesten zog das Unternehmen die Ende Januar 2009 gestartete Online-Werbung zurück.

 

«Gamla wird nicht wieder fallen. Meine Regierung wird den Golan für immer behalten. » «Likud»-Vorsitzender Benjamin Netanjahu am 8.2. auf einer Veranstaltung zum Baumfest «Tu Bi-Schwat» über die Zukunft der 1967 im «Sechs-Tage-Krieg» durch Israel von Syrien eroberten Golan- Höhen. «Gamla» ist der Name einer jüdischen Stadt auf den Golan-Höhen, acht Kilometer östlich vom See Genezareth. Sie wurde im Jahre 67 n.d.Z. von den Römern erobert und zerstört.

 

«Wir haben die Wahl gewonnen.» «Kadima»-Vorsitzende Tzipi Livni und «Likud»-Chef Benjamin Netanjahu in der Parlamentswahlnacht vom 10. zum 11. Februar zu ihren jeweiligen Parteianhängern. Livnis «Kadima» bekam die meisten Wählerstimmen, Präsident Schimon Peres beauftragte jedoch Netanjahu mit der Koalitionsbildung.

 

«Ich habe nie in ihrem Tagebuch gelesen. » Miep Gies-Santruschitz, Freundin von Anne Frank, am 15. Februar anlässlich ihres 100. Geburtstages, von niederländischen Medien befragt. Die gebürtige Wienerin hatte das berühmt gewordene «Tagebuch der Anne Frank» im Amsterdamer Versteck aufbewahrt und nach dem Zweiten Weltkrieg den überlebenden Angehörigen Anne Franks übergeben.

 

«Wir müssen die Hälfte des Landes Israel aufgeben.» Israels Noch-Außenministerin Tzipi Livni am 16.2. in Jerusalem vor Vertretern jüdischer Organisationen aus den USA über ihre Vorstellungen von der Zukunft des Friedensprozesses.

 

«Auch wir Israelis sind die Weltmeister der verpassten Gelegenheiten.» Der frühere Parlamentspräsident Avraham Burg am 21. Februar in «Der Spiegel» über das geflügelte Wort in Israel: «Die Palästinenser verpassten nie eine Gelegenheit, eine Gelegenheit zu verpassen». Den Satz prägte einst der frühere israelische Außenminister Abba Eban.

 

«Williamson soll in einer Ecke schweigen. » Der Generalobere der ultrakonservativen Piusbruderschaft, Bischof Bernard Fellay, am 28. Februar als Reaktion auf die Stellungnahme des Holocaust-Leugners Richard Williamson. Williamson hatte am 26. Februar in einer veröffentlichten Erklärung die Leugnung des Holocausts nicht ausdrücklich zurückgenommen.

 

 

«Jüdische Zeitung», März 2009