Personen Meinung Deutschland Hauptstadtseite Israel Weltgeschehen Bei uns zu Gast Aus den Gemeinden Vermischtes Porträt Kultur Bücher Geschichte Wissenschaft und Bildung Diaspora Interreligiöser Dialog Judentum Heute Religion und Tradition Reise Personenkalender Jugend Medien Leserkommentare![]() ![]() | ![]() März 2009von Eloa Altman 6. März 1898Therese Giehse
6. März 1855Philipp Rosenthal![]()
Geheimrat Philipp Rosenthal, Sohn des jüdischen Porzellangroßhändlers Abraham Rosenthal und Hersteller des bekannten Rosenthal-Porzellans, wurde im westfälischen Werl geboren. Nach der Ausbildung im väterlichen Betrieb ging Philipp Rosenthal im Alter von 17 Jahren nach Amerika, wo er, nach einigen Hilfstätigkeiten, zum Porzellaneinkäufer der Detroiter Porzellanimportfirma «Jacob Meyer Brothers» wurde. Auf seinen geschäftlichen Reisen stellte er bald fest, dass bemaltes Porzellan, wie es die amerikanische Firma suchte, Mangelware zu sein schien. Deshalb fasste er 1879 den Entschluss, nach Deutschland zurückzukehren und eine Porzellanmalerei zu eröffnen. 1880 erwarb er das markgräfliche Schloss Erkersreuth, das drei Kilometer von dem Städtchen Selb in Oberfranken entfernt liegt, und gründete gemeinsam mit seiner Frau Mathilde Auerbach, Schwester des Berliner Modespezialisten Auerbach, sowie einigen Hilfskräften eine Porzellanmalerei. Das unbemalte Rohporzellan erwarben sie zunächst von der Selber Porzellanfabrik Lorenz Hutschenreuther. Zunächst schien die Porzellanmalerei jedoch nicht genug Gewinne abzuwerfen, um den Weiterbestand zu garantieren. Der unerwartete Durchbruch gelang jedoch mit dem Aschenbecher «Ruhendes Plätzchen für brennende Zigarren». 1883 beschäftigte der Betrieb bereits mehr als 80 Mitarbeiter. Die Leute aus der Umgebung waren froh über die neu geschaffenen Arbeitsplätze in der Region, da durch einen Großbrand am 18. März 1856 die Stadt Selb völlig abgebrannt war und auch die umliegenden Dörfer Schaden erlitten hatten. Durch die Errichtung der Porzellanfabrik Hutschenreuther und die Gründung von Rosenthals Porzellanmalerei erlebte der ländliche Ort nun einen gewaltigen industriellen Aufschwung. Als Hutschenreuther jedoch merkte, wie erfolgreich Rosenthal mit seiner Porzellanmalerei war, verkaufte er ihm keine Rohware mehr und überredete auch die Firma Zeidler, Rosenthal nicht mehr zu beliefern. Dies führte dazu, dass Rosenthal eine eigene Porzellanfabrik gründete. Auf Reisen suchte Rosenthal nach Exportmöglichkeiten für sein bemaltes Porzellan und konnte bald neue Rosenthal- Fabriken im In- und Ausland gründen, die 1897 in der Rosenthal-Aktiengesellschaft zusammengefasst wurden. Ein nächster Verkaufsschlager sollte das 8- und 12- eckige Porzellan «Maria» werden, das Philipp Rosenthal nach seiner zweiten Frau Maria Franck benannte, die die Tochter des königlichen Advokaten Josef Franck war. Sie hatte sich 1916 von ihrem ersten Mann, dem Sanitätsrat Alfred Frank scheiden lassen, um den 35 Jahre älteren Rosenthal heiraten zu können. Im selben Jahr sollte Rosenthals einziger Sohn und späterer Nachfolger Philip Rosenthal zur Welt kommen. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten legte Rosenthal als konvertierter Jude die Geschäftsführung nieder und emigrierte mit seiner Familie nach England, wo er am 30. März 1937 verstarb.
23. März 1906Lea Grundig
Die in Dresden geborene deutsche Graphikerin und Malerin Lea Grundig zeigte sich schon in jungen Jahren als rebellischer Charakter und widersetzte sich dem frommen Judentum ihrer Eltern, einem wohlhabenden Kaufmannsehepaar. Aus Protest gegen die Eltern schließt sie sich dann auch einem zionistischen Jugendverband an, den sie jedoch nach kurzer Zeit schon ablehnt. Auf Wunsch des Vaters besuchte sie zunächst eine Handelsschule, wechselte jedoch 1922 an die Dresdner Kunstgewerbeschule. Ihr Studium schloss sie vier Jahre später an der Dresdner Kunstakademie ab. Ihren späteren Ehemann Hans Grundig lernte sie ebenfalls an der Kunstakademie kennen. Leas Vater lehnte die Beziehung der beiden ab und schickte seine Tochter nach Heidelberg. Als das Paar trotzdem wieder zusammen fand, beschloss die Künstlerin, ihrer Familie den Rücken zu kehren und heiratete mit 22 Jahren Hans Grundig. Das Zeichnen von Graphiken und die Idee, das deutsche Staatssystem dem Russischen anzupassen, verband die Eheleute. Beide traten 1926 der Kommunistischen Partei Deutschlands bei. Drei Jahre später wurden Lea und Hans Grundig zu Mitbegründern der «Assoziation Revolutionärer Bildender Künstler Deutschlands». Mit der «Machtergreifung» der Nationalsozialisten stand das Ehepaar vor der Frage der Emigration, da sie sowohl durch Lea Grundigs jüdische Herkunft als auch durch ihre politischen Aktivitäten im höchsten Maß gefährdet waren. Das Ehepaar beschloss jedoch in Deutschland zu bleiben und Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu leisten. In dieser Zeit entstanden zwei bekannte Radierungen Grundigs. «Unterm Hakenkreuz» sowie «Krieg droht». Die Künstlerin verehrte Käthe Kollwitz und schickt ihr aus Solidarität eigene Radierungen. 1938 kam es zur Verhaftung des Paares Grundig durch die Geheime Staatspolizei. Lea Grundig wurde unter der Voraussetzung, innerhalb eines Tages die Ausreise nach Palästina anzutreten, wieder frei. Trotz der widrigen Umstände schaffte sie es, ihren Ehemann noch mal zu sehen, bevor das Paar für elf Jahre getrennt wurde. In den folgenden Jahren war Grundig in Haifa und Tel Aviv als Buchillustratorin sowie als Zeichnerin einer kommunistischen Zeitung tätig. Hans Grundig wurde ins KZ Sachsenhausen verschleppt, wo er an einer schweren Lungenerkrankung erkrankte. Erst 1949 kam es in Dresden zu einem Wiedersehen der Eheleute. Der Neuanfang in Deutschland verlief scheinbar problemlos und Grundig bekam als erste Frau eine Professur an der Dresdner Hochschule der Bildenden Künste. Ihr Mann jedoch konnte sich von seiner schweren Krankheit nicht erholen und starb am 11. September 1958. Um über diesen schweren Verlusthinwegzukommen, reiste Lea Grundig in der Folgezeit viel im, vor allem «sozialistischen» Ausland. Ihre Reisen führten die Künstlerin in die Volksrepublik China, nach Kuba und Kambodscha. 1964 wurde sie zur Präsidentin des Verbandes Bildender Künstler der DDR ernannt. Drei Jahre später, 1967, erhielt sie den «Nationalpreis der DDR Erster Klasse». In dieser Zeit zeichnete sie ihren letzten Zyklus «Daß ein gutes Deutschland blühe». 1972 wird Grundig der Ehrendoktortitel der Universität Greifswald verliehen. Die Künstlerin starb am 10. Oktober 1977 auf einer Mittelmeerreise. Sie liegt in ihrer Heimatstadt Dresden begraben. 23. März 1900Erich Fromm
Erich Fromm kam als Sohn des Weinhändlers Naphtain Fromm und dessen Frau Rosa zur Welt. Später beschieb Fromm den Vater als launisch, die Mutter Rosa habe unter Depressionen gelitten. Die Familie lebte streng religiös und so waren auch schon einige Rabbiner aus ihr hervorgegangen. Auch Erich Fromm dachte anfangs daran, eine solche Laufbahn einzuschlagen, entschied sich dann jedoch für ein Jura-Studium. Dieses brach er jedoch nach nur zwei Semestern ab und ging nach Heidelberg, wo er sich für Soziologie, Psychologie und Philosophie immatrikulierte. 1922 promovierte Fromm in Soziologie zum Thema «Das jüdische Gesetz. Ein Beitrag zur Soziologie des Diaspora-Judentums», bei dem Kulturphilosophen Alfred Weber. Ab 1913 bis 1925 nahm Erich Fromm zudem regelmäßig Unterricht bei dem Rabbiner Salman Baruch Rabinkow. 1926 heiratete Fromm die Psychoanalytikerin Frieda Reichmann. Diese stammte aus einer jüdischen Bankiersfamilie und war die älteste Tochter von Alfred und Klara Reichmann. Ende der 1920er Jahre begann Erich Fromm eine Ausbildung zum Psychoanalytiker in Berlin. Sein Lehrer war der Freud-Schüler und Jurist Hans Sachs. In dieser Zeit gaben Fromm und seine Frau die jüdisch-orthodoxe Lebensweise auf. Fromm bezeichnete sich zukünftig als «mystischen Atheisten». 1929 gründete das Ehepaar das «Frankfurter Institut für Psychoanalyse» und Erich Fromm begann aufgrund seiner nicht vorhandenen medizinischen Ausbildung, als «Laienanalytiker» zu praktizieren. Ein Jahr später wurde er von Max Horkheimer an das Frankfurter Institut für Sozialforschung berufen, wo er mit Herbert Marcus und Theodor W. Adorno zusammenarbeitete. 1931 trennte er sich in Freundschaft von Frieda Reichmann, sodass die Scheidung erst 1942 erfolgte. Aufgrund einer Tuberkuloseerkrankung war Fromm gezwungen, 1932 fast ein ganzes Jahr in der Schweiz zu verbringen, bis er dann schließlich 1934 mit dem Institut für Sozialforschung nach New York emigrierte, wo er eine Psychoanalytische Praxis eröffnete und an der Columbia University tätig war. Fünf Jahre später trat er aufgrund verschiedener Konflikte aus dem Institut für Sozialforschung aus. Ausschlaggebender Punkt für diesen Schritt war wohl der Protest gegen die Aufnahme Adornos als volles Institutsmitglied. 1940 wurde Erich Fromm US-amerikanischer Staatsbürger. In den folgenden Jahren sollte er noch zweimal heiraten: 1944 die deutsch-jüdische Emigrantin Henny Gurland und 1953, nach Hennys Tod, die US- Amerikanerin Annis Freeman. Erich Fromm gilt als einer der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts. Auch wenn er in der akademischen Welt oft unterschätzt wurde, wurde ein Großteil seiner Bücher zu Bestsellern. Am 18. März 1980 starb Fromm – wenige Tage vor dem Erscheinen der zehnbändigen Gesamtausgabe seiner Werke – in Locarno in der Schweiz.
25. März 1965Sarah Jessica Parker
Die amerikanische Schauspielerin SarahJessica Parker wurde am 25. März 1965 als viertes Kind von Stephen und Barbara Parker in Nelsonville/ Ohio geboren. Kurz nach ihrer Geburt trennten sich ihre Eltern. Parkers Mutter heiratete später den Geschäftsmann Paul Forste, der ebenfalls vier Kinder in die Ehe einbrachte. Parker nahm schon früh Ballett- und Gesangsunterricht und stand mit 8 Jahren das erste Mal vor der Kamera. 1979 feierte sie an der Seite ihres Bruders Timothy Parker ihr Broadwaydebüt im Stück «The Innocents». Einem breiteren Publikum wurde sie in den folgenden Jahren durch Rollen an der Seite von Johnny Depp, Jack Nicholson und Nicolas Cage bekannt. Der internationale Durchbruch gelang ihr mit der 1998 gestarteten, 94-teiligen Fernsehserie «Sex and the City». Darin verkörperte sie «Carrie Bradshaw», eine erfolgreiche New Yorker Journalistin und Single-Frau Mitte 30. Durch die Rolle avancierte Parker zur Modeikone. New York ist mittlerweile auch der private Lebensmittelpunkt der Parker. In der Stadt, die sie selbst als «sehr jüdisch» beschreibt, lebt sie mit ihrem Mann, dem Schauspieler Matthew Broderick, und ihrem 6-jährigen Sohn James Wilkie. Parker, die laut dem amerikanischen «Forbes Magazin» weiterhin zu den bestbezahlten Schauspielerinnen Hollywoods zählt, ist auch politisch aktiv. Sie unterstützt die Demokratische Partei Barack Obamas, ist beim «Hollywood Women’s Political Committee», der Bürgerrechtsorganisation «American Civil Liberties Union» und der Aufklärungsorganisation «Planned Parenthood» tätig. Als UNICEF-Repräsentantin setzt sie sich für Obdachlose, das Recht auf Abtreibung, sowie für Aids-Spendenaktionen ein. Auf der Leinwand war Parker zuletzt in dem aus der Fernsehserie hervorgegangenen Kinofilm «Sex and the City. The Movie» (2008)
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