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«Die Passion des Personalbeauftragten»von Abraham B. JehoschuaAbraham B. Jehoschua (Jahrgang 1936) gilt seit Jahrzehnten neben Amos Oz als einer der wichtigsten israelischen Schriftsteller seiner Generation. Literarisch bedeutender als sein international berühmter Kollege und Freund, hat der Sohn einer seit Jahrhunderten in Jerusalem ansässigen sephardischen Familie vor allem mit seinen formal innovativen Romanen «Späte Scheidung» und «Die Manis» ebenso wie mit seinen frühen Kurzgeschichten «Angesichts der Wälder» herausragende Beiträge zur modernen Hebräischen Literatur geleistet. Es gibt kaum einen Literaturpreis in Israel, den Jehoschua nicht erhalten hat. Darüber hinaus ist er Träger des angesehenen National Jewish Book Award (USA) und zahlreicher anderer internationaler Auszeichnungen. Im Jahr seines 70. Geburtstages erscheint nun auch sein jüngster Roman «Die Passion des Personalbeauftragten» in deutscher Sprache. Jehoschua erzählt darin die Geschichte einer osteuropäischen Fremdarbeiterin in Israel, die bei einem Selbstmordanschlag in Jerusalem getötet wird. Da ihr Fernbleiben an ihrem Arbeitsplatz, einem Bäckereikonzern, niemandem auffällt, benutzt ein Journalist ihr Schicksal, um die Großbäckerei in einem Leitartikel der Unmenschlichkeit anzuklagen, während der Personalbeauftragte im Auftrag seines Chefs versucht, den Konzern zu rehabilitieren, indem er sich immer tiefer in das Schicksal der Getöteten hineinarbeitet, um für eine angemessene Bestattung zu sorgen. Was möglicherweise eine Satire auf moderne Arbeitsprozesse und den Umgang Israels mit dem alltäglichen Terror hätte werden sollen, liest sich in deutscher Übersetzung derart zäh und ist so gänzlich ohne jeden treffenden Humor, dass der Roman bei aller inhaltlichen und philosophischen Brillanz Jehoschuas nur dem geduldigsten Leser empfohlen werden kann. Information: «Die Passion des Personalbeauftragten», aus dem Hebräischen von Ruth Achlama, erschienen bei Piper, 327 Seiten, €19,90
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