Der König von New York


Michael Rubens Bloomberg, der reichste Mann New Yorks, ist zum dritten Mal
zum Bürgermeister dieser Stadt gewählt worden


Foto: Reuters
Der 67-jährige Michael R. Bloomberg hat es weit gebracht. Der Sohn einer russisch-jüdischen Einwandererfamilie ist mittlerweile einer der reichsten Männer der USA und zudem noch Bürgermeister einer Stadt, die so viele Einwohner hat wie ganz Österreich. Dabei ist Bloomberg umstritten und sein Stern scheint allmählich zu sinken. Nach einem deutlichen Sieg noch vor vier Jahren fiel das Ergebnis bei der aktuellen Bürgermeisterwahl am 3. November deutlich schwächer aus. 2005 erhielt Bloomberg mit 58,4 Prozent der Wählerstimmen, sein Herausforderer Fernando Ferrer kam auf 39 Prozent. Im Vergleich dazu sind die 50,6 Prozent Bloombergs dieses Mal enttäuschend, der Konkurrent William C. Thompson Jr. kam ihm mit 46 Prozent der Stimmen bedrohlich nah.

In einem besteht überwiegende Einigkeit: Das schlechte Wahlergebnis ist nicht das Resultat einer misslungenen Politik Bloombergs. Denn was dieser politisch vorzuweisen hat, ist beachtlich. 70 Prozent der Bürger New Yorks sind laut aktuellen Umfragen «zufrieden» mit seiner Amtsführung. Bloomberg hat den Weg seines Vorgängers, des beinharten Rudolph Giuliani, fortgesetzt und New York zu einer der sichersten Städte der USA ausgebaut; er hat nach dem 11. September 2001 die Wirtschaft der Stadt wiederbelebt; hat aus einem Budgetdefizit von 6 Milliarden Dollar im Stadthaushalt einen Überschuss von drei Milliarden Dollar gemacht; die Gehälter von Polizisten, Lehrern und Feuerwehrleuten angehoben. Auch die Geschäftswelt ist mit Bloombergs Politik zufrieden, setzte er doch weitreichende Anreize, die Großinvestitionen in die Stadt trugen. Zwar ist ein Großprojekt, die Erhöhung der Effizienz der Schulen, noch nicht umgesetzt, doch ist unter Bloombergs Regierung die Leistung vieler Schüler und Lehrer verbessert worden. Ein Wermutstropfen bleibt: Der Budgetüberschuss der Stadt ist im Verlauf der Finanzkrise wieder aufgebraucht worden und auch die Zahl der Arbeitslosen liegt mit derzeit zehn Prozent sehr hoch. Doch ist diese Entwicklung schwer Bloomberg anzulasten...

 

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«Jüdische Zeitung», Dezember 2009