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| Foto: Reuters |
Die Wissenschaftler der Studie entdeckten unter anderem, dass die hohe Gefahr für Fußgänger an Zebrastreifen sowohl vom intoleranten Verhalten der Fahrer als auch von der Unachtsamkeit der Fußgänger herrührt. Schmuel Aboav, Direktor von «Or Jarok», sagte dazu: «Autofahrer in Israel beachten Zebrastreifen nicht, bremsen nicht und denken nicht an die große Zahl von Unfällen.» Geringe bauliche Maßnahmen könnten laut Aboav die Sicherheit für Fußgänger deutlich erhöhen. Er fordert deshalb eine geeignete Infrastruktur, die die Fahrgeschwindigkeit vor Zebrastreifen verlangsamt, eine bessere Beleuchtung und mehr Ampeln. So könnten viele Leben gerettet werden.
Ilana Bach ist eine Betroffene, die die tödliche Gefahr bei Straßenüberquerungen in Israel kennt. Ihr Vater Mosche Markowitz, 79, wurde im April beim Überqueren eines Zebrastreifens in Gedera von einem Auto erfasst, erlag schließlich seinen Verletzungen. «Nach der Schiwa begann ich, den Gemeinderat, die öffentliche Straßenbaubehörde „Maatz" und das Verkehrsministerium zu belangen», erzählt Bach. «Ich wollte, dass jemand Verantwortung übernimmt und dafür sorgt, dass die Kreuzung an dieser Stelle sicherer wird. Aber bis dato hat niemand etwas getan.» Bach: «Obwohl die Straßenbaubehörde und das Verkehrsministerium wissen, was hier passiert, gibt es trotzdem jede Woche durchschnittlich zwei Unfälle mit Fußgängerbeteiligung an genau dieser Stelle. Das ist einfach kriminelle Nachlässigkeit.»
Die Straßenbaubehörde «Maatz» erwiderte auf die Vorwürfe, dass gefährliche Straßenstellen laufend verbessert würden. Weiterhin teilte die «Maatz» mit, dass sie sich jedes Jahr um dutzende Gefahrenstellen kümmere. Jährlich erhält die Behörde für solche Umbauten etwa 130 Millionen Euro vom Staat.
Die Zahlen des israelischen Statistikamtes hinsichtlich der bei Verkehrsunfällen getöteten Fußgänger sind alarmierend. Dennoch besteht Grund zur Hoffnung, denn die Gesamtzahl der Unfälle in Israel sowie die der Unfalltoten ist im Sinken begriffen. So gab es im Land von Januar bis September 2009 laut Statistikamt 210 tödliche Unfälle mit insgesamt 232 getöteten Personen. Dies entspricht einem Rückgang um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
emr