Personen Meinung Deutschland Hauptstadtseite Israel Weltgeschehen Bei uns zu Gast Aus den Gemeinden Vermischtes Porträt Kultur Bücher Geschichte Wissenschaft und Bildung Diaspora Interreligiöser Dialog Judentum Heute Religion und Tradition Reise Personenkalender Jugend Medien Leserkommentare![]() ![]() | ![]() Hebräisch in Wort und BildYaacov Zinvrit hat ein Lehrbuch für junge religiöse Sprachscshüler geschrieben
Wer die hebräische Sprache erlernen möchte, wird mit einer Vielzahl von Lehrbüchern konfrontiert und mitunter fällt es schwer, sich für eines zu entscheiden. Nun ist ein weiteres Lehrbuch hinzugekommen, das vorgibt, Hebräisch nach einer neuen, audiovisuellen Methode zu vermitteln. Der bei der Jüdischen Gemeinde Duisburg angestellte Rabbiner Yaacov Zinvirt ist Autor des Buches «Hebräisch Lesenlernen und Verstehen. Ein audiovisuelles Lernprogramm», das als 2. Band in der Reihe «Jüdisches Lehrhaus - lebendiges Judentum» erschienen ist. Im ersten Band hatte sich Rabbiner Zinvirt der Aufgabe verschrieben, dem Leser, der keinerlei Vorkenntnisse besitzt, die Grundlagen des Talmuds nahezu bringen. Und auch sein neuer Band richtet sich an Lernwillige ohne Vorkenntnisse in der hebräischen Sprache.
Durch die Verknüpfung von hebräischem Schriftbild, ersten Wörtern und grafischen Darstellungen soll es möglich sein, innerhalb kürzester Zeit Hebräisch lesen und verstehen zu lernen. Das Lehrbuch gliedert sich in fünf Lektionen, die ähnlich aufgebaut sind: Zu Beginn werden neue Buchstaben vorgestellt, es folgen kurze Anmerkungen zur Aussprache und Leseübungen. Im Anschluss daran werden neue Wörter eingeführt, die dann unter der Rubrik «Wort und Bild» mit naiv-kindlichen Abbildungen kombiniert werden. Aus Bilderketten soll der Lernende am Schluss der Lektion hebräische Sätze bilden. Doch das ist gar nicht so einfach.
Einige Wort-Bild-Kombinationen sind nicht leicht nachvollziehbar, beispielsweise wenn Präpositionen wie «von, aus» oder «zu, nach» mit verwirrenden Punkten und Pfeilen dargestellt werden. Hinzu kommt, dass in fast jeder Lektion neue Frauen- und Männernamen auftauchen, deren zugehörige Abbildungen derart ähnlich sind, dass man schnell den Überblick verliert. Auch die beiden Verzeichnisse im Anhang des Buches sind nicht gerade übersichtlich: Der erste Index ist nach den Nummern geordnet, die jeder grafischen Darstellung zugewiesen sind, während der zweite Index nach dem hebräischen Alphabet geordnet ist. Nach welchem Prinzip die Nummern mit den Abbildungen verknüpft wurden, erschließt sich dem Leser nicht.
Der theoretische Ansatz, eine Sprache durch visuelle Elemente zu erlernen, ist gar kein schlechter, allerdings weist die praktische Ausführung in diesem Lehrbuch einige Schwächen auf. Wie Rabbiner Zinvirt bereits angekündigt hat, soll bald eine begleitende Audio-CD erscheinen, wodurch sich dann auch die im Titel erhaltene Ankündigung eines «audiovisuellen Lernprogramms» rechtfertigen ließe. Obwohl der Autor nicht ausführt, an welche Zielgruppe sich dieses Lehrbuch richtet, so erscheint es doch weniger zum Selbststudium für Erwachsene geeignet ist, als vielmehr zum spielerischen Erlernen der hebräischen Sprache für Kinder und Jugendliche, beispielsweise zur Vorbereitung auf die Bar-Mitzwa. |