Gediegen feiern

Im April läuft mit "Mesiba" eine neue jüdische Partyreihe

 

Mesiba-Partyreihe.

«Mesiba» («Party») heißt eine deutschlandweite Partyreihe. Sie ist an keinen Ort gebunden, sondern findet statt, wenn es genügend Publikum gibt. Allein im April wird es drei «Mesiba»-Partys geben. Man will eine jüdische Party sein, darin liegt der Sinn des vor sieben Jahren ins Leben gerufenen Projekts. Momentan scheinen die Veranstalter damit die einzig noch aktive Partyreihe mit jüdischem Background zu sein. «Sababba» aus Berlin feierte im März 2009 noch ihr einjähriges Bestehen, doch seitdem ist es um sie still geworden. Es folgte noch eine Chanukka-Feier im Dezember 2009, die allerdings preislich und durch den geforderten Dresscode nicht mehr mit urbanem Berliner Chick Jugendlicher harmonierte. Auch Aviv Netter, Initiator der Berliner «Meschugge»-Partys, gab im letzten Monat eine Abschiedsparty in seiner Heimspielstätte, dem «Ackerkeller». Was Netter nun plant ist unbekannt. Um die «Meschugge»-Partyreihe scheint es besonders schade, da sie wie Netter hip, jung und schwul war. Seine Partys zogen viele junge Israelis in Berlin an. Auf den «Meschugge»-Parties wurde der israelischen Popikone Dana International gehuldigt, so brachten sie etwas vom sonst in Deutschland noch zu oft vermissten queeren Flair in die Clubs der Haupstadt. «Mesiba» richtet sich eher an in Deutschland lebende junge Juden, die in ruhig-gediegener Atmosphäre feiern möchten. Die Partys finden an Orten mit größeren jüdischen Communities statt - also Frankfurt am Main, Hannover, Hamburg, Köln und natürlich Berlin. Musikalisch erwartet den Besucher auf diesen Partys eine bunte Mischung - Mainstream und Musik der 1990er, 1980er und 1970er Jahre. Man will auf keinen Fall einer «Russendisko» Konkurrenz machen, schreiben die «Mesiba»-Initiatoren auf ihrer Webseite, also werden sowjetische Evergreens gut gestreut zwischen zeitgenössischer israelischer Musik, chassidischen Hits und jiddischen Schmusesongs untergebracht. Preislich liegt die «Mesiba» im erschwinglichen Mittelfeld. Kurzfristig Entschlossene können für 12 Euro Karten an der Abendkasse erhalten. Gäste, die sich bereits vorab im Internet angemeldet haben, zahlen nur 8 Euro Eintritt.

 

Die nächsten «Mesiba»-Events:• 10.04. im «Weber» in Wiesbaden• 17.04. in Köln• 24.04. in Hamburg. Die Räumlichkeiten für die Partys in Köln und Hamburg stehen noch nicht fest. Veröffentlicht werden sie demnächst unter www.mesiba.de.

 JZ

«Jüdische Zeitung», April 2010