Mobbing oder Holocaust-Vergleich?

 

Der Siemens-Konzern wurde von einer ehemaligen Managerin wegen Mobbings auf rund zwei Millionen Euro Schadensersatz verklagt. Die 45-Jährige war wegen angeblicher Verharmlosung des Holocaust entlassen worden und wehrte sich daraufhin mit einer Kündigungsschutzklage, die sie beim Landesarbeitsgericht in Nürnberg einreichte. Während ihrer Beschäftigung bei Siemens hatte sich die afghanischstämmige Frau mehrmals bei Unternehmenschef Peter Löscher darüber beschwert, dass sie als Frau und Ausländerin von Vorgesetzten diskriminiert und gemobbt werde. In einer E-Mail hatte sie ihr eigenes Leid auf der Arbeitsstelle mit dem der Juden während der NS-Zeit verglichen und daraufhin die Kündigung erhalten. Der Anwalt des Siemens-Konzerns betonte, dass die Managerin nach besagter E-Mail für das Unternehmen nicht mehr tragbar gewesen sei. Er zweifelt an der Mobbing-Version. Die nächste Anhörung vor Gericht findet am 17. März statt.

 

 

«Jüdische Zeitung», Februar 2010