Berliner Initiative will "Fakultät für jüdische Studien"

 

In Berlin soll eine «Fakultät für jüdische Studien» errichtet werden, finanziert durch Gelder des Bundes. So will es zumindest eine Initiative, die unter anderem von Julius H. Schoeps, Direktor des Moses-Mendelssohn-Zentrums (MMZ) in Potsdam, Christoph Markschies, Präsident der Humboldt-Universität in Berlin, und Lala Süßkind, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Berlin mitgetragen wird. Vorbild dafür soll die 1942 von den NS-Behörden geschlossene Berliner Hochschule für die Wissenschaft des Judentums sein. Die Neugründung soll auch an das im 19. Jahrhundert gescheiterte Vorhaben erinnern, eine Fakultät für Jüdische Theologie an der Berliner Universität einzurichten. An der geplanten Fakultät sollen die Fächer Geschichte, Theologie, Cultural Studies, Philosophie, Rabbinische Studien, Soziologe, Holocaust Communication und Israelstudien gelehrt werden. Auch ein Zweig zur Ausbildung von Lehrern für jüdische Religion und Rabbinern sei nicht ausgeschlossen. In ihren Schreiben an die Bundesbildungsministerin Anette Schavan und an die Bundeskanzlerin Angela Merkel hebt die Gruppe hervor, dass eine solche Fakultät bereits bestehende Institute wie das MMZ oder das Abraham-Geiger-Kolleg zusammenführen könnte. Bisher gibt es aus dem Bundesforschungsministerium zu diesem Projekt noch keine Stellungnahme.

 

 

«Jüdische Zeitung», Februar 2010