Personen Meinung Deutschland Hauptstadtseite Israel Weltgeschehen Bei uns zu Gast Aus den Gemeinden Vermischtes Porträt Kultur Bücher Geschichte Wissenschaft und Bildung Diaspora Interreligiöser Dialog Judentum Heute Religion und Tradition Reise Personenkalender Jugend Medien Leserkommentare![]() ![]() | ![]() Tzipis RezeptePorridge (Haferbrei) und Osnej Aman (Hamataschen)
Mein Sohn hat vier Schwerter. Eins ist aus Holz. Das andere ist aus Plastik mit sehr edlen Dekorationen - «Made in China». Das Dritte ist selbstgemacht und im Ofen getrocknet (eine Ausübung unseres Elternseins). Und das letzte: ein Samuraischwert, dessen Plastikklinge sich biegt, auch wenn gar nichts damit in Berührung kam. Und ich liebe es genauso wie mein Sohn, mich in jemand Anderen zu verwandeln - und wenn möglich in eine Königin. Egal welche! Ich vermute, es hat viel mit der kollektiven Prägung edler Begriffe - auch wenn es eigentlich nur um Macht, Kriege und um noch mehr Macht ging - zu tun. Trotzdem wollte ich zu einer «Guinevere» werden. Ich weiß, wir haben genügend inspirierende Frauen in der jüdischen Geschichte, die als Identifikationsfiguren herhalten können. Miriam, die Prophetin, könnte, da ich mich immer als Feministin gesehen habe, ein ausgezeichnetes Vorbild sein. Da ich mich als humanistische Seele betrachte, fand ich Ruth toll. Auch die bescheidene Rachel. Aber mal ehrlich: Welches Mädchen will nach Ziege riechen, in ein sandfarbenes Tuch gewickelt sein - und überhaupt «bescheiden» zu Purim sein?
Ein Yankee am Hofe von König Artus
Jeder Feiertag macht die Geschäfte in Israel kultureller. In den Buchläden gibt es Sonderangebote: Zwei zum Preis von Einem, 5 für 4 - von Kochbüchern bis zu Krimis. Hauptsächlich Kochbücher und Krimis. So fand ich dieses schöne Buch von Mark Twain: Einem Yankee wird auf den Kopf geschlagen, er verliert das Bewusstsein und wacht in König Artus' England auf, also mehr als 1.000 Jahre vor seiner Geburt, lange bevor Bell die Menschheit miteinander verbunden hat, lange bevor die Atombombe gebaut wurde (dafür gab es nur Speere, Schwerter und «Champions»). Twain beschrieb das Absurde des menschlichen Verhaltens in unromantischem Scheinwerferlicht, aber auch mit Liebe, Humor und Mitgefühl für diejenigen, die ein «unvernünftiges Leben» führten, die durch die Kirche, die Magie und faule Monarchie unterdrückt wurden. Das Buch wurde 1889 veröffentlicht, 28 Jahre nach dem amerikanischen Bürgerkrieg. 1991 bin ich in das Reich der Kelten gereist. Wir sind nachts von London nach Norden per Anhalter gefahren und waren total müde, als der Fahrer uns irgendwo rausgelassen hat. Die Vögel weckten uns am Entwässerungskanal eines schottischen Dorfes. Das erste, was es dort zu essen gab, war...
Porridge (Haferbrei)
Zutaten (für 4 Personen): 250 gr Haferflocken (zart) ½ l Wasser (Robert Louis Stevenson hat seinen rebellierenden Schotten Alan Stewart in «Entführt: Die Abenteuer des David Balfour» dafür Regenwasser benutzen lassen) ½ l 3,5-prozentige Milch 1 TL Zimt 12 EL Honig 100 gr Butter, geviertelt
In einem kleinen Topf das Wasser zum Kochen bringen. Dann die Hitze aufs Minimum reduzieren und die Haferflocken in kleinen Mengen hinzufügen. Die Milch hinzugießen und umrühren! (Mein Mann sammelt meine verbrannten Porridgetöpfe, so zählt er unsere gemeinsamen Jahre.) Wenn der Brei noch flüssig ist, Zimt zugeben und danach alles in vier Schalen verteilen. Über jede Portion großzügig Honig gießen, darauf noch die Butterwürfel fallen lassen. Man kann es mit Bananenscheiben und Kokosraspeln bedecken. Sofort vermengen und genießen. Aber wollen wir, jetzt wo Purim vor der Tür steht, auch ein paar Kilos zulegen? Lasst uns ein paar Ohren essen!
Osnej Aman (Hamantaschen)Alles zu einem festen Teig kneten und dann für eine Stunde in den Kühlschrank stellen. Die Arbeitsfläche mit Mehl ausstreuen und darauf den Teig bis zu 3 Millimeter dick ausrollen. Mit einem Trinkglas runde Stücke ausschneiden.
Füllung: 100 gr Mohn, ½ Glas Milch, 50 gr Butter,1 Glas Zucker, 1 Schuss Rum. Alles in einen Kochtopf geben und auf niedriger Hitze kurz kochen. Ein Ei beimengen und eine kleine Portion davon auf jedes Teigblatt geben. Jedes beträufelte Gebäckstück schließen (mit drei «Flügeln» umschlagen). Bei 180 Grad 25 Min. backen. Zuckerpulver darauf streuen und im Mund zergehen lassen. Ob mich die Bezeichnung «Amans Ohren» als Kind traumatisiert hat? Nein. Ich habe diesen Typ nie gemocht...
Eure Tzipi Sofer Mathias tzipisrezepte@googlemail.com |