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Schwebende Schneelagunen haben die Straßen unseres Hardcore-Berlins mit Weiß bedeckt und die Luft ist still geblieben, hat sich kristallisiert. Was für eine unerwartete Schönheit. Und ich bin nicht verrückt. Nicht nur mich hat das alles so berührt. Auf dem Weg durch die Unterführung der U-Bahnen, da in den Parallelwelten unserer Stadt, fand ich ein Bild, auf die blassen Kacheln der Wände gemalt, das zwei Elstern auf dem Schnee trampelnd zeigte. Kennt ihr auch diese bewegende braungoldne Farbskala aus der Stilllebenmalerei... Die U5 am Strausbergerplatz war es, glaub ich.
Und jetzt erwarten alle den Frühling. Die Vögel sollten nämlich auch zwitschern und die Blumen aus ihren Schlafblüten erwecken.
Pessach «Knejdalach» Suppe
Pessach ist der Frühlingfeiertag. Diese Suppe wird jedes Jahr zu Hause zum Pessach-Seder serviert. Mit Matzot-Knödel, Mmm!
Zubereitung: Die Ful-Bohnen kauft man hier getrocknet in geschlossener Verpackung und daher sollten sie min. 24 Stunden in einer Wasserschale vorher gewässert werden. Die Zwiebeln in kleine Stücke schneiden und in einem großen Topf kurz anbraten. Die Hähnchenteile und Ful-Bohnen dazu tun, mischen und mit 4 Liter Wasser auffüllen. Den Topf abdecken und auf niedrigster Hitze ca. 35 Minuten kochen lassen (Es ist besser, erstmal mit dem Gemüse zu warten, da das Wasser den tiefen Geschmack des Hähnchens absorbieren sollte, ohne wertvolle Vitamine verlieren zu müssen). Das Gemüse, Petersilie, Dill und Sellerie zuschneiden (Es gibt so etwas wie «Klare Suppe» - «Maraktzach» auf Hebräisch - golden und schön. Aber nicht bei uns, nicht diese Suppe und deswegen: Zucchinis, Karotten... Kartoffeln... alles klein und fein zu schneiden.) und mit den Gewürzen in den Topf geben. Mit halb abgedecktem Topf auf mittlerer Hitze ca. 40 Minuten kochen, dann abkühlen lassen und den erkalteten Topf in den Kühlschrank stellen.
Der Tag danach: Kurz vor dem Essen bereitet man nun die frischen Knödel vor.
Matzot-Mehl, Salz, Pfeffer, Eier und Öl zusammen mit dem heißen Wasser in einer Schale gut mischen. Mit nassen (oder mit Öl eingeschmierten) Händen kleine Kugeln formen. Wasser in einem kleinen Topf zum Kochen bringen und die Knödel, einen nach dem anderen, hinzugeben. Nach 5 Minuten herausnehmen und durch ein Sieb mit Wasser laufen lassen. Den Suppentopf aus dem Kühlschrank holen und für 10 Minuten auf mittlerer Hitze erwärmen. Dann die Knödel dazugeben und weitere 5 Minuten kochen lassen. Diesmal ohne Deckel, da der wunderbare Duft den Raum überschwemmen sollte und alle an den Tisch rufen. Ja, aber von wegen!!!
Eine Stunde noch schwebt dieser Duft in der Luft, aber das Volk von Israel ist noch nicht ins heilige Land gekommen, nicht alle Lieder wurden gesungen, Rabbi Chalfon hat noch eine Interpretation zu machen und der Magen hat nur ein Stück Salat mit Salzwasser bekommen. Und Jahr um Jahr fühlen wir uns wirklich, als ob wir, gerade von Ägypten kommend, nach 40 trockenen Jahren endlich das Ziel erreicht haben und etwas Richtiges essen können. Ach, Leiden und dann Genießen.
Ach, das Leben.
Eure Tzipi Sofer Mathias tzipisrezepte@googlemail.com
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