In Kürze

 

 

Gleiches Recht

 

Die Israelitischen Religionsgemeinschaften in Baden und Württemberg sind durch einen neuen Staatsvertrag den christlichen Kirchenrechtlich und finanziell gleichgestellt worden. Anstelle freiwilliger Zuweisungen erhalten sie nun einen jährlichen Landeszuschuss von 500.000,- Euro und weitere 750,- Euro pro Jahr und Mitglied. Zudem sichert der Vertrag den Schutz der Glaubensausübung, der Feiertage sowie einen Rechtsanspruch auf schulischen Religionsunterricht. Der Vorsitzende des Oberrats der IRG Baden, Wolfgang Fuhl, sprach von einem historischen Tag. Zweihundert Jahre nach Gründung der ersten Religionsgemeinschaft «erfahren wir die höchste staatliche Anerkennung und die Gleichstellung mit den Kirchen». Seit 1990 ist die Zahl der Juden in Baden-Württemberg von etwa 1.200 auf über 5.000 gestiegen.

 

 

Ehrung

 

Die Jüdische Gemeinde Duisburg erhielt für ihren gemeindeeigenen Kindergarten den «Preis für Toleranz und Zivilcourage» durch das städtische Bündnis für Toleranz verliehen. Im August vorigen Jahres war die Kindertagesstätte übergeben worden, die für alle Konfessionen offen ist. In der Laudatio hieß es, der Preis sei für den herausragenden interreligiösen und interkulturellen Einsatz verliehen worden, der das tolerante und friedliche Zusammenleben in Duisburg und über die Stadtgrenzen hinaus stärke.

 

 

Jewrovision 2010

 

Eine Woche nach dem legendären Kölner Karneval und eine Woche vor Purim lädt das Jugendzentrum der Synagogen-Gemeinde Köln zur «Jewrovision 2010 - Mascerade on air» ein. Für Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 19 Jahren werden gegen geringe Unkostenbeiträge ein abwechslungsreiches Clubkulturprogramm angeboten, dazu eine Mini-Machane, Ausflüge und natürlich der Höhepunkt: die «Jewrovision-Show 2010». Dafür können sich noch ambitionierte junge Sängerinnen und Sänger, Artisten oder Videokünstler bewerben, die von einer Jury aus zehn Jugendzentrumsleitern bewertet werden. Das Festival ist nach eigenen Angaben die größte jüdische Jugendveranstaltung Deutschlands und bei einem Budget von etwa 80.000 Euro durch die finanzielle Unterstützung des Landesverbandes Nordrhein der jüdischen Gemeinden, der Düsseldorfer Gemeinde, des Zentralrates und der Zentralen Wohlfahrtsstelle möglich.

 

 

Doron in Berlin

 

Die israelische Schriftstellerin Lizzie Doron kommt erneut nach Deutschland. Jüdische Volkshochschule und Literaturhaus Berlin laden am Dienstag, dem 9. Februar um 20 Uhr zu einer Lesung und Diskussion mit der Autorin in das Literaturhaus Berlin in der Fasanenstraße 23 ein. Doron wird aus ihrem letzten Roman «Es war einmal eine Familie», der in wenigen Wochen als Taschenbuch erscheint, vortragen. Die deutsche Übersetzung liest die Schauspielerin Daphna Rosenthal. Tickets und nähere Informationen unter der Telefonnummer: (030) 880 28 - 225.

 

 

Neuer Rabbiner

 

Bremen hat fünf Jahre nach dem Tod von Benyamin Barsilai einen neuen Rabbiner: Der Israeli Netanel Teitelbaum wird im Sommer sein Amt antreten, das bisher mit Gastrabbinern besetzt war. Der Mittdreißiger, Vater von drei Kindern, stammt aus einer Rabbinerfamilie. Sein Großvater und auch die Großeltern seiner Frau waren Deutsche. Teitelbaum hat vor Jahren schon einmal in Deutschland amtiert, seinerzeit in Köln. Er spricht Deutsch, habe aber auch russische Grundkenntnisse.

 

 

Inakzeptabel

 

Die jüdische Betgemeinschaft «Minjan Potsdam» fordert einen Stopp des Synagogen-Projekts, um Einwände gegen das Vorhaben zu klären und selbst stärker in die Planung einbezogen zu werden. Nach eigenen Angaben handele es sich bei der Gemeinschaft um den «harten Kern jüdischer Identität» in der Landeshauptstadt, 30 bis 50 Potsdamer, die teilweise zu beiden jüdischen Gemeinden gehören, sich jedoch keiner zurechneten. Neben der zurückhaltenden, nicht auf eine Synagoge hinweisenden Fassade wurde der hohe Anteil an Verwaltungsflächen kritisiert, die «nicht an diesen repräsentativen Ort» gehörten, «externe» Berater, wie der Berliner Rabbiner Yitzhak Ehrenberg, hätte eine Konzeption des Baus initiiert, die den Potsdamer Verhältnissen nicht gerecht würde. Bereits seit Anfang 2008 habe der Minjan seine Kritik deutlich gemacht, doch die weitere Ausarbeitung der Pläne lasse Zurückhaltung nun nicht mehr zu. Ein solcher «Plattenbau» sei «inakzeptabel», wenn auch alle Beteiligten am Bauverein sowie alle, die sich für den Neubau einsetzten, «gutwillig sind».

 

 

 

«Jüdische Zeitung», Februar 2010