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«Talk Talk»von T.C. BoyleDer Plot von T.C. Boyles neuem Roman klingt, als hätte ihn nicht der schillernde Kultautor und hochverehrte Literaturprofessor der University of Southern California in Los Angeles entworfen, sondern ein Thrillerspezialist wie John Grisham, David Baldacci oder Ken Follett: Boyles Protagonistin Dana Halter, eine hübsche, intelligente, junge Frau Anfang 30, wird eines Morgens auf dem Weg zum Zahnarzt von der Polizei angehalten und sofort brutal festgenommen. Die völlig arglose Gehörlose Dana muss erfahren, dass ihr, verteilt auf mehrere Bundesstaaten, eine Vielzahl von schweren Verbrechen zur Last gelegt wird. Sie ist das Opfer eines skrupellosen Betrügers geworden, der ihre gesamte Identität gestohlen hat, einschließlich Kreditkarten- und Sozialversicherungsnummer. Zwar wird Dana schon bald aus der Untersuchungshaft entlassen, trotzdem scheinen die Behörden nicht sonderlich daran interessiert zu sein, den Täter zu verfolgen und ihr bei ihrer Rehabilitierung zu helfen. Unterstützt von ihrem Freund Bridger, einem erfolglosen Computerspezialisten aus der Filmbranche, beschließt Dana schließlich, das Recht in die eigene Hand zu nehmen und macht sich auf die Suche nach jenem Mann, der auf ihre Kosten ein Leben in Saus und Braus führt. T.C. Boyle hat trotz seines hohen literarischen Anspruchs nie einen Hehl daraus gemacht, dass für ihn der wesentliche Aspekt von Literatur ein unterhaltender ist. So ist ihm mit seinem neuen Roman vor allem ein hochspannender, mitreißender Thriller gelungen. Dies allein wäre für einen hochambitionierten und begabten Schriftsteller wie Boyle allerdings zuwenig. Aus der Behinderung von Dana sowie der äußerst überzeugenden und lebendigen Charakterzeichnung auch der übrigen Protagonisten und ihrer Interaktion entwickelt der Autor eine zusätzliche Spannung, die dem Buch genau jene weitere Dimension verleiht, die ein Autor wie Grisham seinen Lesern nicht bieten kann. «Talk Talk»
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