Personen Meinung Deutschland Hauptstadtseite Israel Weltgeschehen Bei uns zu Gast Aus den Gemeinden Vermischtes Porträt Kultur Bücher Geschichte Wissenschaft und Bildung Diaspora Interreligiöser Dialog Judentum Heute Religion und Tradition Reise Personenkalender Jugend Medien Leserkommentare![]() ![]() | ![]() Denkanstöße nach Steinwürfen
Hannover, die Stadt, die erst jüngst dank der unbekümmerten Popsängerin Lena ihr lebenslustiges Image aufpeppen konnte, muss Schlimmes vermelden: Als bei einem Stadtteilfest in Sahlkamp der Veranstalter Hajo Arnds arglos «israelische Tänze» einer Gruppe der Liberalen Jüdischen Gemeinde ansagte, löste das bei 20 bis 30 Kindern und Jugendlichen arabischer und muslimischer Herkunft antiisraelische und antijüdische Ressentiments aus. Mutmaßlich neun von ihnen griffen zu großen Kieseln, warfen diese in Richtung Tanzgruppe und brüllten «Juden raus». Eine Tänzerin wurde leicht verletzt.
Da sich die Tänzer umgehend zurückzogen, entschied Jugendtreff-Leiter Arnds, die abgeflauten Emotionen als gelungene Deeskalation zu deuten und nicht unmittelbar die Polizei zu verständigen. Diese Entscheidung rief in den Folgetagen heftige Kritik hervor. Die Zentralräte der Juden und Muslime protestierten aufs Schärfste. Spitzenpolitiker in Hannover forderten Konsequenzen. Deutlich war: Eine Gesellschaft mit Zivilcourage hat ein Interesse daran, rassistischem wie antisemitischem Verhalten klar entgegenzutreten und die Staatsgewalt zu bemühen, wenn die Grenze zur Gewalttätigkeit überschritten ist, wie beidem Intifada-Imitat von Sahlkamp.
Lokale und überregionale Institutionen, Organisationen und Parteien wiesen auf den wachsenden Antisemitismus vor allem in muslimischen Kreisen hin. Gefragt wurde, was aktuell die Ereignisse um die Blockade von Gaza dazu beitragen und wie in den Köpfen eine wirkliche Deeskalation in Gang gesetzt werden kann. Am Runden Tisch sollen nun Wege gesucht werden, wie deutschen und ausländischen, oberflächlichen und ernsthaften muslimischen Heranwachsenden zu vermitteln ist, dass Hass nicht geil ist. Allzu leicht, das wurde nun auch in Hannover deutlich, erwachsen daraus Volksverhetzung und Körperverletzung.
|