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«Größter anzunehmender Glücksfall»von David FoenkinosLetztes Jahr ließ der junge französische Schriftsteller, Filmemacher und Musiker David Foenkinos (Jahrgang 1974) mit seinem amüsanten kleinen und mit dem Prix Roger Nimier ausgezeichneten Roman «Das erotische Potential meiner Frau» erstmals auch in Deutschland aufhorchen. Er beschrieb darin mit viel Witz, Ironie und poetischem Einfühlungsvermögen die skurrile Liebe eines krankhaften Sammlers vom Schlage eines Ben Schott zu seiner Frau. Mit seinem neuen Roman kann er an diesen Erfolg nahtlos anknüpfen. Foenkinos erzählt auch hier mit großem Einfallsreichtum, erzählerischer Sensibilität und freundlichem Spott die Geschichte einer Ehe, die an ihrer wohltemperierten Routine zu zerbrechen droht. Dabei erliegt er glücklicherweise nicht der Versuchung, den billigen Zynismus eines Arnon Grünberg oder eines Leon de Winter zu entwickeln, sondern vertraut wohlweislich ganz seinem eigenen unbeschwerten schriftstellerischen Esprit. Jean-Jacques und Claire sind seit acht Jahren verheiratet, und haben sich in ihrer Beziehung behaglich eingerichtet. Aus Neid auf seinen Arbeitskollegen Édouard, der sich nach seiner Scheidung zu einem regelrechten Casanova entwickelt hat, beginnt auch Jean-Jacques eine Affäre, die er aber ebenso schnell beendet, als er spürt, dass er letztendlich nur den Nachhall jenes Gefühls sucht, das er zu Beginn seiner Beziehung für seine Frau empfunden hat. Doch nun scheint es zu spät für einen Neuanfang, denn auch Claire hat eine Affäre mit jenem russischen Privatdetektiv begonnen, den sie auf ihren untreuen Gatten angesetzt hatte. Bis zur Erkenntnis, dass beide ihr großes Glück gerade aufgegeben haben, bedarf es noch vieler Anspielungen und Zitate aus Büchern wie Albert Cohens «Die Schöne des Herrn» oder Filmen wie «Jules und Jim» oder «Der Himmel über Berlin». David Foenkinos ist ein wunderschönes, witziges, mitunter melancholisches, aber immer unterhaltsames Buch über die große Liebe gelungen. «Größter anzunehmender Glücksfall»
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