Personen Meinung Deutschland Hauptstadtseite Israel Weltgeschehen Bei uns zu Gast Aus den Gemeinden Vermischtes Porträt Kultur Bücher Geschichte Wissenschaft und Bildung Diaspora Interreligiöser Dialog Judentum Heute Religion und Tradition Reise Personenkalender Jugend Medien Leserkommentare![]() ![]() | ![]() Toleranz, wenn sie luktrativ istEin Band verdeutlicht eindrucksvoll die Geschichte der Juden in Berlin und Brandenburg
Seit vielen Jahrhunderten leben Juden in Berlin und Brandenburg. Eine lange Geschichte, manchmal eine gemeinsame, oft eine parallele, aber stets eine wechselvolle. Dabei wurden die Berliner Juden immer in besonderem Maße von ihrer Umgebung beeinflusst. Der bei weitem größte Zeitabschnitt lässt sich dabei sehr treffend durch den Eingangssatz charakterisieren. Im vergangenen Jahr erschien der dritte Band der Reihe «Juden in Berlin», herausgegeben von Irene A. Diekmann. Potsdamer Studenten haben für diesen Band Bilder, Dokumente und Selbstzeugnisse aus mehreren Epochen in Archiven zusammengetragen, transkribiert und geben ihnen in kurzen einleitenden Aufsätzen einen Rahmen, der neugierig macht. Die ausgewählten Zeitzeugnisse berichten nicht über die Juden, sondern zeigen deren eigenen Blick auf die Geschehnisse. Diese Darstellungsweise macht das Buch zu etwas Besonderem. Der früheste greifbare Beleg für jüdische Bewohner in Berlin ist ein Grabstein aus dem Jahr 1244. Farbige Abbildungen vieler Urkunden zeigen, wie schon kurze Zeit später Juden, aber auch mit ihnen Handel treibende Christen, mit Geboten und Verboten belegt wurden. Juden wurden ins Land geholt, mit der Aussicht auf Schutz durch den jeweiligen Herrscher, der sie, wenn es ihm politisch vorteilhaft erschien, genauso plötzlich wieder fallen lassen konnte. Holzschnitte und Vernehmungsprotokolle aus dem Jahr 1510 dokumentieren einen Justizmord an den Beschuldigten des Hostienschändungsprozesses, der auch den Zeitgenossen nicht gänzlich verborgen blieb. Mit dem Wohlwollen des Fürsten konnte ein Jude auch damals eine beachtliche Karriere machen. So brachte es Johann Lippold zum engen Vertrauten und Finanzier des Kurfürsten Joachim II. Dessen Tod beendete aber nicht nur Lippolds Aufstieg abrupt, sondern führte auch zu seiner Hinrichtung, da er den Kurfürsten...
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