Andrzej Wajda. Foto: dpa

Ein Mann aus Fleisch und Blut

Andrzej Wajda über seinen neuen Film über das Massaker in Katyn

 

Asche und Diamant», «Landschaft nach der Schlacht», «Das gelobte Land», «Danton», «Pan Tadeusz» und natürlich die gewagte Dilogie «Der Mann aus Marmor» - «Der Mann aus Eisen» mit Ausschnitten aus Dokumentarfilmaufnahmen von den «Solidarnosc»-Kundgebungen - jeder der 39 Titel in Andrzej Wajdas Filmografie klingt wie die Überschrift eines großen Kapitels der polnischen Filmgeschichte. Zu keinem anderen passt die Bezeichnung «lebendiges Denkmal» so gut wie zu ihm. Wajda gehört dem auserwählten Kreis von Klassiker des Kinos an und ist Preisträger aller wichtigen Filmfestspiele der Welt: Mehrere «Goldene Palmen» in Cannes, zwei «Goldene St. Georgs» des Moskauer Internationalen Filmfestivals, der «Goldene Löwe» aus Venedig, silberner und goldener «Ehrenbär» der Berlinale, «Oscar», «Caesar», «Felix»...

Andrzej Wajda - das ist nicht nur ein berühmter Name, das ist auch ein tadelloser Ruf. Deswegen nahm er sich nun auch des Themas der Erschießung der polnischen Offiziere durch die Mitglieder des sowjetischen Geheimdienstes NKWD in Katyn 1940 an. Wajda hat zudem einen persönlichen Bezug, da unter den 15.000 Erschossenen auch sein Vater war. Im März begann der Regisseur mit den Dreharbeiten zu seinem neuen Film, auf den er sich die letzten zehn Jahre vorbereitete.

 

Herr Wajda, Sie haben eine ganze Rehe von Preisen bekommen. Welcher davon ist für Sie am wichtigsten?

Als wichtigsten Erfolg empfand ich immer die Anerkennung meines Schaffens durch Zuschauer. Als ich den Film «Der Mann aus Eisen» gemacht habe, wurde er zum ersten Mal in Gdynia gezeigt. Ich kann mich daran erinnern, wie nach dem Abspann alle Zuschauer aufstanden und anfingen, unsere Nationalhymne zu singen. Ich war zu Tränen gerührt, weil ich nie gedacht habe, dass ich jemals etwas schaffen werde, was die Menschen aufstehen lässt und sie zwingt, eine Hymne zu singen! Ich konnte mir einen derartigen Empfang nie erhoffen, obwohl ich begriff, dass mein Film eine höhere Idee, einen Grundgedanke enthält, der die polnische Bürger nicht gleichgültig lässt. Und das war nicht nur mein Film, sondern der «Gedanke« selbst, der die Menschen dermaßen begeisterte. Damals in den 70er Jahren waren in Polen alle sehr patriotisch gestimmt.

Man kann sich sogar heute nur noch schwer vorstellen, wie es Ihnen damals in Polen gelingen konnte, einen derartigen Film zu drehen, kurz bevor der Ausnahmezustand ausgerufen wurde?

Es hätte wirklich schief laufen können! Alle haben mir davon abgeraten. Sie sagten: «Warum machst du das!? Es ist ungewiss, mit welchen Folgen nach der Filmvorführung zu rechnen ist! Es ist ungewiss, wie die Geschichte Polens sich weiter entwickeln wird! Mit so einem Film kann deine Karriere endgültig beendet sein!» Ich habe auf keinen gehört und weiß inzwischen, dass ich alles richtig gemacht habe. Wenn ich den Film «Der Mann aus Eisen» zehn bis 15 Jahre später gedreht hätte, dann wäre er lediglich eine Darstellung der vergangenen Zeiten geworden, die bis dahin bereits zu Ende gewesen wären. Ich habe aber einen Film zu einem Zeitpunkt gemacht, als die Geschichte gerade gemacht wurde, als etwas Wichtiges gerade im Aufkommen war und in der Luft schwebte, es war nicht fixierbar, nicht formulierbar. Als die Schauspieler in meinem Film ihre Texte aussprachen, war dies die zeitgenössische Sprache, die auf der Straße zu hören war. Das hat diesen Film lebendig gemacht. Ich bin froh, dass ich diese «Lebendigkeit» nicht geopfert habe und mich von Ängsten und Zureden nicht beeinflussen ließ. Der Film wurde gedreht kurz bevor im Land der Ausnahmezustand ausgerufen wurde. Er kam in die polnischen Kinos und wurde von vier bis fünf Millionen Menschen gesehen, ehe der Ausnahmezustand dann ausgerufen und der Verleih verboten wurde.

Konnten Sie immer die Zensur umgehen, als Sie ihre Filme gedreht haben? Oder gab es Opfer?

Und was für welche! Das Drehbuch zum Film «Der Mann aus Marmor» wartete zwölf Jahre darauf, gedreht zu werden. Aus der Sicht der damaligen polnischen Zensur, war das ein absolut verbotener Film. Um in diesen Zeiten einen Film drehen zu dürfen, musste ich mich bei einem Mann anstellen, dem Leiter der Kinematografieabteilung, er hat wiederum in der Kultusabteilung des Zentralkomitees um Erlaubnis gefragt. Wenn dort «nein!» gesagt wurde, dann konnte ein Film in Polen niemals gedreht werden. Als ich den Film «Der Mann aus Eisen» gedreht habe, war der Gewerkschaft «Solidarnosc» mit ihren 10 Millionen Mitgliedern bereits eine Kraft, die der Zensur nicht unterstellt war. Somit konnte ich alles so machen, wie ich es wollte. Als der besagte Mann aus dem Ministerium, der für Filme verantwortlich war, erwähnte, dass ich bei diesem Film 21 Korrekturen machen müsse, erwiderte ich: «Das ist ein Film über Arbeiter! Ich werde nichts ändern!» Sie haben Angst gehabt, den Film zu «beschneiden». Ich wurde immer für einen Rebellen, einen «Antisowjet» gehalten. Dabei wollte ich lediglich versuchen, die Grenze des Erlaubten zu ergründen, um solche Filme wie «Asche und Diamant», «Der Mann aus Marmor» oder «Der Mann aus Eisen» drehen zu dürfen. Damals konnte sich doch keiner von uns vorstellen, dass das Sowjetregime einmal fällt und Polen zu einem unabhängigen Land wird. Mein größter Traum war, lediglich die Grenzen des Erlaubten, die Vorstellung von der Freiheit, zu erweitern. Mein ganzes Leben lang habe ich die Freiheit und Unabhängigkeit für mein Land angestrebt.

Inwieweit kann, Ihrer Meinung nach, ein Mensch in der modernen Welt frei sein?

Dostojewskij hat das in seinem Roman «Die Dämonen» großartig formuliert: «Wir waren frei - aber wovon?» Das ist immer die Frage: wovon sind wir frei, wenn wir Freiheit haben? Man muss verstehen: Freiheit bedeutet immer, auf etwas bewusst zu verzichten. Wenn jemand zum Beispiel mehr Freizeit haben will, dann muss er auf die Arbeit verzichten, also auf Geld. Wir wollen jetzt Europa vereinigen - das ist unser Weg zur Freiheit. Nach all den schrecklichen Erfahrungen, die wir mit Hitler und Stalin gemacht haben, müssen wir alles tun, damit Europa diese Fehler nie mehr begeht. Und wenn dafür eine Vereinigung nötig ist, dann müssen wir einen kleinen Teil unserer Freiheit opfern. Ich denke, dass dieses Thema bald zu einem sehr interessanten Punkt in der Entwicklung Europas wird: Freiheit im Namen der Freiheit zu opfern.

Denken Sie, dass die Filmkunst die Geschichte beeinflussen oder die Menschen und die Welt verbessern kann?

Ich muss gestehen, dass ich, wenn ich nicht daran glauben würde, längst vom Leben Abschied genommen hätte, weil ich mich dann als Verlierer gefühlt hätte. Ich spüre aber, dass ich nicht umsonst gelebt habe. Unser Leben - das Leben derjenigen polnischen Filmmacher, die diesen Weg wählten - ist an den Ereignissen in der Geschichte unseres Landes beteiligt. Das polnische Kino hat seine Mission erfüllt: Es hat Polen zu dem Land gemacht, das es heute ist. Unser Kino ging immer im Gleichschritt mit den aktuellen Ereignissen im Land, bis hin zur Einführung des Ausnahmezustandes 1981. Ab da wurde die Zensur dermaßen streng, dass es schwierig wurde, wenn nicht gar unmöglich, in Polen einen Film zu drehen. Ich musste für ein Paar Jahre Polen verlassen. Aber ich war nicht ohne Arbeit, habe nicht gefaulenzt: Ich habe Filme in Deutschland gedreht und viele Stücke aufgeführt, etwa «Schuld und Sühne» nach Dostojewskij. In Paris gelang es mir «Danton» mit Gérard Depardieu in der Hauptrolle zu drehen. Ich hätte auch weiterhin im Ausland arbeiten können, aber ich bin nach Polen zurückgekommen - das war meine freie Wahl. Deswegen nehme ich niemandem übel, dass aus mir kein Hollywood-Regisseur wurde.

Welcher Film aus Ihrer großen Filmografie fiel Ihnen am schwersten?

Ich habe viele Filme gedreht und jeder davon hat mich aus dem einem oder anderem Grund zu einem bestimmten Moment enttäuscht: Einen konnte ich nicht zum richtigen Zeitpunkt machen, den anderen habe ich zwar rechtzeitig gedreht, aber er wurde verboten. Oder ich machte einen Film in der Hoffnung, dem Zuschauer etwas Wichtiges zu sagen und dabei irgendwie die Zensur zu umgehen, aber sie erwies sich als schlauer als ich. Jeder Film war eine große Hoffnung, aber nicht alle haben diese Hoffnungen erfüllt. Zum Beispiel der Streifen «Pilatus und andere» (1972) wurde nur im Fernsehen und nie im Kino gezeigt. Das hat mich sehr traurig gemacht und bedrückt, weil ich der Meinung bin, er sei einer meiner besten Filme! Mit diesem Film habe ich große Hoffnungen verbunden, dann aber große Enttäuschung, weil er nicht zum richtigen Zeitpunkt seinen Zuschauer erreichte. Dieser Film ist auch eine Art Freiheitstest. Man hat mir verboten diesen Film im sowjetischen Polen zu drehen und als er im deutschen ZDF lief, wurde ich in Polen beschuldigt, einen antireligiösen Film gemacht zu haben, der nicht im sozialistischen Polen gezeigt werden könne. Also ist es sehr interessant für mich zu erfahren, wie er heute von den deutschen und europäischen Zuschauern aufgenommen wird.

Der Film «Pilatus und andere» wurde nach dem Roman «Der Meister und Margarita» von Michail Bulgakow gedreht. Es gibt den Volksglauben, dass man diesen Roman nicht inszenieren beziehungsweise verfilmen solle, da dies sowieso nicht gelinge.

Das ist Unsinn! Wahrscheinlich waren diejenigen, die sich daran versucht haben, nicht talentiert genug, um mit so einem genialen Werk arbeiten zu können. Ich habe beispielsweise mehrmals Dostojewskij im Theater aufgeführt. Ich habe immer gewusst, dass ich aus einem Roman eine Episode, eine Geschichte auswählen muss, nur dann kann es mir gelingen, die Dialoge beizubehalten, detailliert die Figuren zu zeigen und den Grundgedanken an den Zuschauer zu bringen. Wenn man aber den ganzen Roman «Schuld und Sühne» aufführt - ein Werk, mit so vielen gescheiten Gedanken, mit so vielen Sujets, dann bekommen wir lediglich eine gestutzte, kurze Nacherzählung. Bulgakow und Dostojewskij haben ihre Romane nicht dafür geschrieben, damit wir sie verfilmen! Es ist die Aufgabe eines talentierten Regisseurs, aus dem Buch nur das herauszupicken, was auf dem Bildschirm oder auf der Bühne gezeigt werden kann; der Rest, der nicht aufgegriffen werden kann, soll im Buch bleiben. Ich habe aus dem Roman von Bulgakow nur die Christusgeschichte herausgenommen, weil mir bewusst war, dass der ganze Roman in den Film nicht hineinpassen würde. Außerdem wollte ich von Anfang an eine Geschichte über Christus in der heutigen Zeit drehen. Ich hatte drei Drehbücher zur Auswahl, aber keines von ihnen gefiel mir. Daraufhin habe ich mir überlegt: warum soll man versuchen, etwas neu zu schreiben, was es bereits gibt? Und es gibt in der schönen Literatur nichts Besseres über Christus, als Bulgakows «Der Meister und Margarita».

Hatten sie während der Dreharbeiten keine mystischen Zwischenfälle?

(lacht) Die Arbeit an dem Film war durchgehend mystisch! Weil wir, Slawen - alle Schauspieler kamen aus Polen, der Kameramann kam aus der Slowakei - auf der Tribüne gedreht haben, von der einst Hitler seine Reden gehalten hat. Und nun steht sie als Ruine vor uns und wir drehen hier, in Nürnberg, unseren Film, genau an der Stelle, wo sich früher die ganze Hitlerpartei versammelt hatte. In dem Moment habe ich wahrgenommen, dass ich in eine mystische Geschichtswindung hineingeraten bin!

Worum geht es in Ihrem neuen Film?

Der Arbeitstitel lautet «Post Mortem» - «Nach dem Tod». In dem Film wird es um die Erschießung gefangener polnischer Offiziere in den Wäldern von Katyn, nicht weit von Smolensk, durch den sowjetischen NKWD im Jahr 1940 gehen. Für Polen war dies ein Schuss in den Rücken. Es wurden Kriegsgefangene erschossen, von denen mehr als die Hälfte polnische Intellektuelle waren. Nun muss endlich die Wahrheit gezeigt werden! Es ist klar, dass man früher darüber nicht reden durfte - das Thema war Tabu. Aber es ist mein Thema: In Katyn ist mein Vater ums Leben gekommen. Auf seiner Grabtafel konnten wir erst Ende der 80er Jahre seinen Todesort angeben. Ich erinnere mich daran, wie ich nach seinem Namen in der Liste der Opfer von Katyn in den deutsche Zeitungen gesucht habe, die während der Besetzung in Polen herausgekommen waren. Es stellt sich plötzlich heraus, dass all diese Zeitungen auf mysteriöse Weise aus den polnischen Bibliotheken verschwunden waren. Da hat jemand beschlossen, dass der Sohn eines polnischen Offiziers aus der deutschen Zeitung nicht erfahren darf, dass sein Vater von den sowjetischen Militärs erschossen wurde. Meine Mutter hat ihr ganzes Leben lang auf ihn gewartet, weil uns keiner den Ort genannt hat, wo er umgekommen war. Ich war 13 Jahre alt als der Krieg ausbrach, und mein Vater, Jakub Wajda, als Offizier an die Front ging. Im September 1939 wurde er von der Roten Armee gefangen genommen. Die Sowjets waren gemäß des «Hitler-Stalin-Pakts» nach Ostpolen eingerückt; mein Vater wurde in das Kriegsgefangenenlager in Starobelsk geschickt und im Frühjahr 1940, zusammen mit Zehntausenden anderer polnischer Offiziere, in Katyn erschossen. In den Listen der Toten, die 1943 in der polnischen Untergrundspresse und in der deutschen Okkupationspresse veröffentlicht wurden, stand der Name meines Vaters - Kapitän Wajda - unter der Nummer 0844. Obwohl die Deutschen bereits während des Krieges diese Grabstätte entdeckt und über diesen schrecklichen Fund in den polnischen Okkupationszeitungen geschrieben haben, sind die ersten Unterlagen über Katyn erst 1944 nach Polen durch den polnischen Roten Kreuz gebracht wurden. Aber bereits 1947 haben die polnische Regierung sowie die Sicherheitsorgane diese Unterlagen beschlagnahmt. Und Leute, die versucht haben, über diese Tragödie Nachforschungen anzustellen, sind auf mysteriöse Weise verschwunden. Im Übrigen haben die Polen schon immer gewusst, dass für diese Tragödie die sowjetische Regierung verantwortlich war, obwohl die Sowjetpropaganda versucht hat, diese Hinrichtung als Tat der Nazis darzustellen. Erst 1990 überreichte Gorbatschew Lech Walesa Unterlagen, die bestätigt haben, dass es sich um einen Massenmord von polnischen Menschen handelte und diese Hinrichtung von NKWD-Agenten durchgeführt worden ist.

Welche Quellen werden Sie bei den Dreharbeiten zu diesem Film benutzen?

Das stellt das größte Problem dar, weil das Spiel mit Annahmen und Vermutungen mir persönlich unangenehm ist, aber mysteriöserweise gibt es in der polnischen Literatur kein einziges Werk über die Geschehnisse in Katyn. All die Jahre habe ich vergeblich gehofft, dass jemand einen Roman über diese Tragödie schreiben würde. Also habe ich angefangen, nach einem Drehbuch für den Film zu suchen beziehungsweise nach jemandem, der ein solches für mich schreiben könnte. Aber alles, was mir angeboten wurde, passte mir nicht. Als Grundlage habe ich jetzt das Drehbuch von Andrzej Mularczyk «Post mortem. Opowic katyska» genommen. Ich werde als Quellen auch deutsche Veröffentlichungen sowie Briefe der ermordeten Offiziere benutzen. Im Film soll es um die Tochter eines ermordeten Offiziers gehen, die nach Russland fährt, um die Wahrheit über den Tod ihres Vaters zu erfahren. Der Handlungsort im Film wird meine Heimatstadt Suwalki sein, wo viele Familien vergebens auf Nachrichten von den Soldaten warteten. Das Wichtigste in diesem Film ist das tragische Schicksal derjenigen, die umgekommen sind, aber auch derjenigen, die auf sie gewartet haben - und nicht politische Beschuldigungen. Ich habe ja bereits seit mehreren Jahren versucht, irgendwie an die Tragödie von Katyn heranzukommen, aber einen derart dämonischen Widerstand eines Stoffes habe ich noch nie erlebt! Es gab ein großes Dilemma: wie soll die Geschichte von Katyn gezeigt werden? Als die Tragödie einer ganzen Nation oder als persönliches dramatisches Ereignis meiner Mutter? Meine Aufgabe ist in jedem Fall, die Wahrheit zu erzählen. Es gibt Erscheinungen, die für das 20. Jahrhundert einen düsteren symbolischen Charakter haben. Diese sind dann gedanklich zu verarbeiten und tief zu empfinden. Es ist ein Film darüber, wie eine schreckliche Wahrheit enthüllt wird. Und ich möchte über jeden Schritt dieser Suche berichten.

Anastasija Kostjukowitsch

 

Information zur Biografie:

Andrzej Wajda wurde 1926 als Sohn einer Lehrerin und eines Offiziers geboren. Sein Vater wurde beim Massaker von Katyn von sowjetischen Militärs ermordet. Wajda selbst war im polnischen Widerstand aktiv. Nach dem Krieg studierte er Malerei und Film. Er begann als Regie-Assistent von Aleksander Ford und drehte 1954 mit «Eine Generation» seinen ersten Film. Seine Filme gelten als Meisterwerke des polnischen Kinos. Wajda ist auch als Theaterregisseur tätig, etwa an der Berliner Schaubühne, wo er in den 1980er Jahren «Schuld und Sühne» nach Fjodor Dostojewski mit großem Erfolg inszenierte. 1989 wurde Wajda als Kandidat der Solidarnosc in den polnischen Senat gewählt und blieb Senator bis 1991.

«Jüdische Zeitung», Mai 2007