Personen Meinung Deutschland Hauptstadtseite Israel Weltgeschehen Bei uns zu Gast Aus den Gemeinden Vermischtes Porträt Kultur Bücher Geschichte Wissenschaft und Bildung Diaspora Interreligiöser Dialog Judentum Heute Religion und Tradition Reise Personenkalender Jugend Medien Leserkommentare![]() ![]() | ![]() «Die Eselin Bileams und Kohelets Hund»von Elazar BenyoetzAm 24. März hat der große, in Jerusalem lebende israelische Schriftsteller, Dichter und Aphoristiker Elazar Benyoetz, geboren in Wiener Neustadt, sein siebzigstes Lebensjahr vollendet. Sein neues sprachmächtiges Buch «Die Eselin Bileams und Kohelets Hund» mit biblisch und talmudisch inspirierten Essays und Aphorismen hat sich der studierte Rabbiner, wie er sagt, «selbst zum Geburtstag versprochen». Die deutsche Sprache ist ja, nach seinen eigenen Worten, immerhin seine Geliebte, neben seiner bedeutenderen, eigentlichen großen Liebe, dem Hebräischen: «Dass sie deutsch geschrieben sind, macht meine Bücher schon zu jüdischer Mystik.» Und obwohl diese alles andere als prosaische Zweitbeziehung Benyoetz neben dem Adelbert-von-Chamisso-Preis und dem Joseph-Breitbach-Preis auch den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland eingebracht hat, gehört er in der Wahrnehmung der Leser immer noch zu den großen Unbekannten unter den bedeutenden Aphoristikern deutscher Sprache. Dabei ist «Die Eselin Bileams und Kohelets Hund» mit seinen zahlreichen gelungenen, assoziationsreich reflektierenden Gedanken und ebenso präzise wie gewandt ausformulierten Geistesblitzen das ideale Buch für den «klugen Nachttisch». Ein Buch zwar, für das man Geduld und Muße braucht, ein Buch das man nur wie einen Laib Brot Scheibe für Scheibe genießen kann, aber ein Buch auch, das den geduldigen, geistig wendigen Leser mit seiner nahezu unerschöpflichen, lebenspraktischen Weisheit aus metaphysischer Tiefe und seiner sprachspielerischen Originalität überreichlich bedenkt wie ein Maschinengewehr Gottes. Es sind Texte, die man erst mal verdauen muss, um dann wieder und wieder zu ihnen zurückkehren zu können, erleichtert und nochmals bereichert auch durch die 50 Seiten eng bedruckter, sehr persönlich gehaltener Anmerkungen und Quellenangaben. «Die Eselin Bileams und Kohelets Hund» ist fast schon so etwas wie ein literarisches Vermächtnis, wie Benyoetz im Kapitel «Ein Morgen letzter Hand» andeutet: «Auch das längste Leben wiegt den Augenblick nicht auf».
«Die Eselin Bileams und Kohelets Sohn»
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