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Zwischen Tel Aviv, Wroclaw und Stuttgart

Das bewegte Leben des Unternehmers und Hobbyfliegers Martin Meir Widerker

 

Fliegen ist die große Freizeit-Leidenschaft von Martin Meir Widerker. Nein, nicht etwa im Heißluftballon oder im Segelflugzeug. Die Augen des Stuttgarter Unternehmers und Gemeinde-Multifunktionärs beginnen zu leuchten, wenn er auf die von ihm gesteuerte, mehrmotorige «Raytheon Kingair» zu sprechen kommt. «Der Drang, über die Wolken zu wollen, der war bei mir schon immer da. Aber die Lizenz zum Jet-Fliegen, die habe ich erst erworben, als ich schon fünfzig Jahre alt war.» Dass Martin Meir Widerker liebend gern über den Wolken unterwegs ist, bedeutet aber nicht, ihm fehle Bodenständigkeit. Seit Jahrzehnten betreibt der heute 70jährige ein bundesweit erfolgreiches Immobilienunternehmen, das sich nach den Worten seines nun verschmitzt lachenden Chefs «mit so ziemlich allem in der Branche beschäftigt, nur nicht mit Wohnungen.» Unternehmensgruppe Widerker, die sich bis heute vor allem bei der Entwicklung, Sanierung und beim Erwerb von Gewerbeimmobilien profiliert hat, sammelte vor Jahren schon jenseits des Atlantischen Ozeans die notwendigen Erfahrungen. Doch dies ist der Stoff für eine andere Geschichte, so wie die Flugleidenschaften der gesamten Familie Widerker auch. Das Leben des Martin Meir Widerker zeichnete derartige Entwicklungen keineswegs voraus.

Eigentlich hatte alles daraufhin gedeutet, dass der Sprössling ukrainischer Zionisten, geboren im jungen Tel Aviv des Jahres 1935, eine israelische Karriere der ersten Stunde schreiben würde. Vielleicht die Erfolgsgeschichte eines Piloten, oder die eines Akademikers an der Hebräischen Universität. Doch es sollte anders kommen, ganz anders. «Meine Eltern sind als Zionisten im Jahre 1935 nach Palästina gekommen», erinnert sich Meir Widerker, «aber das schloss für sie nicht aus, gleichzeitig auch religiös und traditionsbewusst zu sein. Aus ihren jeweiligen ukrainisch-polnischen Herkunftsfamilien waren sie fast die einzigen, die den Holocaust überlebten - dank der Auswanderung.»


Rückkehr aus Palästina

Entscheidend beeinflusst wurde das Schicksal der Widerkers, die bei Ende des Zweiten Weltkrieges schon mehr als 10 Jahre in Tel Aviv gelebt hatten, dann aber von einem überlebenden Bruder des Vaters. Dieser hatte sich hohe Verdienste als Partisan und dann als polnischer Offizier im Dienste der vorrückenden sowjetischen Armee erworben. «Unser Onkel ließ sich dann in Breslau, dem heutigen Wroclaw, nieder und hatte dort bald eine hohe gesellschaftliche Position in der Stadt inne», erinnert sich Martin Meir Widerker. «Meine Eltern und ich fuhren 1946 nach Wroclaw, um ihn als einzigen Überlebenden aus der Familie wieder zu sehen, und das wurde ein sehr emotionales Treffen. Aber dann machten die polnischen Behörden Schwierigkeiten, uns wieder außer Landes nach Palästina zu lassen. Palästina war kein Staat, meine Eltern hatten immer noch polnische Pässe. Zunächst blieb uns nichts anderes übrig, als in Wroclaw zu bleiben. Irgendwann ist mir auch klar geworden, dass ich mein Abitur dort machen würde», erinnert sich Martin Meir Widerker. «Das war auch die Zeit, als ich die ersten Male in der Schule und in der Öffentlichkeit mit meinem Jüdisch sein aneckte. In der Schule erinnerte ich meine Mitschüler Jahr für Jahr an den Warschauer Getto-Aufstand. Ich verlangte, dass in den Klassen darüber mit Wandzeitungen berichtet wird und dass die Schüler in einer Feierstunde der Gefallenen gedenken. Doch das wollten viele nicht unbedingt hören. Ich kämpfte aber darum, und deshalb nannten sie mich dann manchmal den „Zionisten". Gleichzeitig wuchs mein Traum, Flugzeugtechniker werden zu wollen. Und die beste Adresse, aus diesem Traum eine Wirklichkeit zu machen, wäre ein Studium in Moskau gewesen.»

 

Neue Schicksalsschläge

Kurzum bewarb sich der junge Mann für ein Studium der Aerodynamik an der renommierten Lommonossow-Universität in der sowjetischen Hauptstadt. «Das war natürlich ein bisschen kühn, aber das war es mir wert», erinnert sich Martin Meir Widerker mit einem etwas melancholischen Blick. «Dann kam der Tag meines Auftrittes vor der Bewerberkommission, und den werde ich mein Lebtag nicht vergessen. Ich hatte vor einem Podium aus Hochschullehrern, polnischen und russischen Militärs und Parteifunktionären zu erscheinen. Der Leiter der Bewerbungskommission nahm meine Unterlagenmappe, schlug sie auf und fragte mich mit nachdenklicher Geste: „Geboren in Tel Aviv?" Als ich bejahte, schlug er unverzüglich die Mappe zu und erklärte, ohne überhaupt die anderen Anwesenden anzuhören: „Die Kommission hat sich gegen ihre Bewerbung entschieden." Es war wie ein Genickschlag für mich, bis dahin war meine Welt noch relativ heil gewesen. Und es hat meine Distanz zum kommunistischen Regime enorm vergrößert.» In den Folgejahren erleben nicht nur Meir, sondern auch andere Familienmitglieder ein zunehmend restriktives Klima, in dem sich auch der traditionelle polnische Antisemitismus wieder subtil ausbreitet. Im Jahre 1958 wandert die Familie in die Bundesrepublik Deutschland aus, «nicht aus Begeisterung, sondern um dem Druck in Polen weichen zu können», sagt Meir Widerker. «Außerdem war es der ganzen Familie wichtig, meinen Traum zu erfüllen, ein Hochschulstudium in einer technischen Richtung zu absolvieren. Damals standen gerade die Technischen Hochschulen in Süddeutschland in einem sehr guten Ruf.»

Stuttgart wird auch die Stadt sein, in der Meir Widerker sich von Beginn an in der Jüdischen Gemeinde engagiert. «Da begann mein aktives Gemeindeleben.» Aus der einst erhofften Aerodynamik ist ein nun Studium der Elektrotechnik und der Betriebswirtschaftslehre geworden, doch der junge Mann, zum zweiten Mal im Leben emigriert, hat Motivation. Doch da trifft ihn und die Familie der nächste Schicksalsschlag.

«Mein Vater ist kurz nach der Übersiedlung bei einem Autounfall ums Leben gekommen», erzählt Martin Meir Widerker. «Von da ab hatte ich Verantwortung für die ganze Familie, obwohl ich noch ganz am Anfang meines Studiums stand. Not macht erfinderisch, also schrieb und verteilte ich kleine Annoncen in der Stadt: „Student putzt preisgünstig Ihre Fenster." Das ganze hat gut funktioniert, und plötzlich konnte ich mich vor Nachfragen nicht mehr retten», erinnert sich der Unternehmer heute. «Ich lief zum AStA und habe der dortigen Jobvermittlung erklärt, dass ich noch weitere Kommilitonen benötige. Meine Familie musste jedenfalls nie hungern.»

 

In Calgary und Denver

Noch während des Studiums traut sich Martin Meir Widerker dann in die Immobilienbranche, auch da hat er auf Anhieb erste Erfolge. Gleichzeitig ändert sich sein Privatleben ganz entscheidend. «In Haifa habe ich zu der Zeit meine Frau Karolina kennen gelernt, die nach der Hochzeit mit nach Deutschland kam und auch im Unternehmen mit eingestiegen ist. Ursprünglich wollten wir bald wieder zurück nach Israel, aber inzwischen entwickelte sich das Unternehmen extrem gut. Wir stellten zunehmend Mitarbeiter ein, die Aufgaben wuchsen. Es wäre unmöglich gewesen, das Unternehmen von Israel aus weiter zu leiten.» Doch während die Familie Widerker senior allmählich Wurzeln in Stuttgart schlug, gingen später beide Töchter nach Israel. Von den beiden Söhnen lebt einer - Benny - heute in London, der andere - Bernard Dov - ist nach wie vor dem Familienunternehmen treu.

Der wachsende Erfolg der Unternehmensgruppe Widerker hat ihren «Gründervater» später oft beflügelt, aber nicht überheblich gemacht. Anfang der 1980er Jahre entwickelte und sanierte Martin Meir Widerker auch Immobilien in Denver (USA) und Calgary (Kanada). «Das war eine gute Erfahrung. Und vielleicht haben uns die amerikanischen Erfahrungen auch vor riskanten Unternehmungen nach 1989 in Ostdeutschland bewahrt. Hier gab es ja viele vergleichbare Unternehmen und Firmen, die sich mit Ankauf und Sanierung von Immobilien völlig vertan haben.» Bereitwillig erläutert Martin Meir Widerker noch, wie präzise, aufmerksam, kreativ und schnell in der Immobilienwelt gearbeitet werden muss, doch dann wechselt er unvermittelt das Thema: «Wissen Sie, eine der wichtigsten Erfahrungen in meinem Leben war die, dass wirtschaftlicher Erfolg relativ bleibt - relativ zu anderen wichtigen Dingen. Als mittelloser Student, der plötzlich für eine ganze Familie sorgen muss, da konnte ich nur davon träumen, einmal einen vollen Tank im Auto - alter Ford mit dem Reserverad hinten - zu haben. Und trotzdem war das Leben in Ordnung. Mein Unternehmen hatte schon einige Höhen und Tiefen, auch das war zu verkraften. Aber was ich auf keinen Fall missen möchte, ist meine Familie, der Glaube an den Schoepfer und die jüdische Tradition.»

«Bei Nacht und Nebel»

Die Stuttgarter Jüdische Gemeinde, kurz nach Kriegsende hauptsächlich von osteuropäischen «displaced persons» wieder gegründet und im religiösen Sinne orthodox geführt, wird schon Ende der 50er Jahre zu einem unverzichtbaren Bestandteil in Martin Meir Widerkers Leben. Hier übernimmt er ehrenamtliche Aufgaben verschiedenster Natur. 1963 wird er erstmals in die Repräsentanz gewählt. Und die Herausforderungen werden nicht geringer. Als Rabbiner Bloch stirbt und sich kein Nachfolger findet, leitet Martin Meir Widerker zwei Jahre lang den Religionsunterricht. Später ist er der richtige Mann in Kommissionen für Bau, Jugend, Synagoge und Schulwesen, und irgendwann verlangt auch der Keren Hayesod nach ihm. Wieder leuchten die Augen des vitalen 70jährigen: «Der Keren Hayesod liegt mir besonders am Herzen, es ist die einzige direkt von der israelischen Regierung beauftragte, weltweite Organisation mit dem Auftrag, Fördergelder und Spenden für den jüdischen Staat zu organisieren. Besonders in den 60er und 70er Jahren hatte er eine ganz existentielle Bedeutung. Wir wussten, Israel war als Staat noch nicht wirklich auf den Beinen, war nach außen hin auch ungemein verletzbar. Am schlimmsten war es wohl im Herbst 1973, in den ersten Tagen des Yom-Kippur-Krieges. Als die Ägypter die Bar-Lev-Linie überschritten hatten, sah es wirklich ganz böse aus. Hier in Deutschland konnten wir in diesen Tagen eigentlich nicht mehr stille halten, an Schlaf war nicht zu denken. Wir vom Keren Hayesod sind dann bei Nacht und Nebel, Schnee und kaltem Wind zu jüdischen Freunden und Bekannten im gesamten Land Wuerttemberg gefahren, haben sie zu den unmöglichsten Zeiten aus dem Bett geklingelt und sie um rasche, generöse Spenden gebeten. Das war ein absolutes Muss. Heute ist die militärische Bedrohung Israels wohl geringer, sieht man einmal von atomaren Szenarien ab. Aber das Land braucht immer Unterstützung, denn die Aufgaben sind gewaltig. Schauen Sie doch mal die Masse der Zuwanderer in den 90er Jahren an - welches Land könnte denn sonst noch in so kurzer Zeit so viele Menschen aufnehmen und ihnen einen akzeptablen Neustart ermöglichen? Israel braucht unsere Hilfe, eigentlich jeden Tag.»

Heute fungiert Martin Meir Widerker als Vorsitzender des Keren Hayesod in Württemberg, und er ist einer der drei Stellvertreter des Bundesvorsitzenden. Aber auch andere Gremien wollten und wollen auf den engagierten Mann nicht verzichten. So ist Martin Meir Widerker ist auch Mitglied des Direktoriums des Zentralrates der Juden in Deutschland.

 

Reife Zeit für «Maccabi»

In Stuttgart hat der engagierte Familienvater über Jahrzehnte hinweg miterlebt, wie sich aus einer kleinen, gefährdeten, kaum von der Außenwelt wahrgenommen Religionsgemeinschaft wieder eine selbstbewusste jüdische Gemeinde mit lebendiger Kinder-, Jugend- und Sozialarbeit, aber auch einem florierenden Vereinswesen entwickelt. Der Sport sollte dort irgendwann nicht mehr fehlen, und so gründete Martin Meir Widerker vor rund 25 Jahren «Maccabi Stuttgart», dem er bis heute als erster Vereinsvorsitzender vorsteht. «Ende der 70er Jahre bekamen wir einfach das Gefühl, wir sitzen nicht mehr auf gepackten Koffern», erinnert sich Meir an die damalige Aufbruchstimmung. «Die Zeit war reif, uns auch mehr in der Freizeit zu treffen, der Jugend etwas anzubieten und letztendlich auch körperliche Fitness zu demonstrieren. Heute haben wir Gruppen für Fußball, Volleyball, Tennis, Tischtennis, Basketball - aber auch Kampfsportarten sind dabei.»

In den letzten Jahren sind gerade auch die «Maccabi»- Sportgruppen deutschlandweit zu einem wichtigen Feld der Erstintegration für russisch-jüdische Immigranten geworden. «Ich habe nicht vergessen, wie es ist, wenn man neu als Zuwanderer in die Jüdische Gemeinde kommt, auch wenn das mehr als 40 Jahre zurückliegt», sagt Martin Meir Widerker. «Man will mehr als nur den Gottesdienst erleben, will auch andere Erfahrungen teilen. Und es ist ja bekannt, wie sehr die Immigranten aus der früheren Sowjetunion für den Sport zu begeistern sind.»

Martin Meir Widerker hält wenig von dem Vorurteil, die Neuzuwanderer würden die jüdischen Gemeinden in Deutschland säkularisieren: «Zuerst sollten wir daran denken, dass viele Gemeinden ohne die Neuzuwanderer kaum noch lebensfähig wären. Natürlich haben mehrere von ihnen Probleme, sich nach all den Jahren in der kommunistischen Gesellschaft nun wieder in die jüdische Tradition hineinzufinden - besonders die Alten unter ihnen. Doch das heißt noch lange nicht, dass sie für die jüdische Religion und Tradition nicht empfänglich wären. Das Gegenteil ist der Fall. Was wir gleich auf den ersten Blick sehen, ist die überschäumende Begeisterung unserer Immigranten für Kultur und Intellektualismus. Aber tief im Herzen, davon bin ich überzeugt, haben viele von ihnen auch einen Sinn für Religion. Die Menschen brauchen einfach ein bisschen Zeit.» Meir Widerkers Jahre in Osteuropa haben ihn sensibel gelassen für die Mentalitäten und Verletzlichkeiten der Neumitglieder. Gleichzeitig stellt er, als einer der «Veteranen» in der Stuttgarter Gemeinde klar: «Das Zentrum und die wichtigste Säule unserer Gemeinde ist die Synagoge, und wir helfen den Immigranten dabei, das auch zu erkennen.»

 

Mikwe im eigenen Haus

Martin Meir Widerker betrachtet sich nicht unbedingt als orthodoxen Juden, «aber liberal bin ich ganz sicher auch nicht. Ich gehe davon aus, dass jeder seine eigene Beziehung zum Schöpfer hat, und das kann sehr verschiedene Formen und Ausdrucksmöglichkeiten haben. Ich kann und will niemanden überzeugen, dass meine Art zu glauben und zu leben auch für die anderen genau die Richtige ist. Für mich war aber immer wichtig, dass die jüdische Tradition erhalten bleibt, und dass sie auch zu Hause von Generation zu Generation weitervermittelt wird. Bei unseren Kindern waren wir beispielsweise der Meinung, dass sie über den üblichen Religionsunterricht in Stuttgart hinaus noch mehr von den Tiefen des Judentums erfahren können. Als sie ins Jugendalter kamen, schickten meine Frau und ich sie deshalb auch auf ein jüdisches College in England. Ich glaube, das hat ihnen alles andere als geschadet», sagt Martin Meir Widerker, der selbst jeden Morgen die Tefillin legt und im Hause sogar eine eigene Mikwe bauen ließ.

Trotz der angespannten Tätigkeit als Unternehmer und der vielen Verpflichtungen in der Jüdischen Gemeinde Stuttgart findet Martin Meir Widerker die Zeit, wenigstens ein bis zwei Mal pro Jahr nach Israel zu fahren, wo nicht nur die beiden Töchter verheiratet sind, sondern auch sein Bruder eine Professur an der Bar Ilan Universität in Tel Aviv innehat. «Irgendwann hatten sich die Dinge in meinem Leben so entschieden, dass ich aus Stuttgart nicht mehr fort konnte», sinniert Martin Meir Widerker auf meine Frage, ob er nie daran gedacht habe, seinen Töchtern in der Alijah zu folgen. «Ich trage hier in der Unternehmensgruppe Verantwortung für mehr als 1.000 Beschäftigte. Stuttgart ist mein Lebensmittelpunkt geworden. Aber es gibt Momente, da tut die räumliche Distanz zu Israel schon weh. Und ich brauche die Aufenthalte im Land so wie Sauerstoff zum leben. Natürlich ist Israel für mich die geistige Heimat.» Am liebsten reist Meir Widerker mit seiner Familie an Simchat Tora nach Israel. «Dann bin ich natürlich auch in Jerusalem, und wir gehen zur Klagemauer. Wenn die Menschen dort, auf diesem recht kleinen Platz, zu Tausenden voller Freude mit den Torarollen singen und tanzen, dann empfinde ich selbst eine Riesenfreude, ein tiefes Gefühl von Glück - und fühle mich in meinem Glauben an den Schoepfer bestätigt. Das ist eigentlich unbeschreiblich.» Vermutlich noch unbeschreiblicher als die Schwerelosigkeit in der «Raytheon Kingair».

Olaf Glöckner

 

 

Zur Person

Martin Meir Widerker

wurde 1935 in Tel Aviv als Sohn polnisch-ukrainischer Zionisten geboren. Im Jahre 1947 ging die Familie nach Breslau (dem heutigen Wroclaw), wo Meirs Vater ein Handelsunternehmen übernahm und Meir 1953 sein Abitur machte. Unter dem Druck zunehmender politischer Repressionen und eines wieder erstarkenden Antisemitismus emigrierte die Familie im Jahre 1958 in die Bundesrepublik Deutschland. Hier studierte Meir Widerker zunächst Betriebswirtschaftslehre und Elektrotechnik, wechselte aber relativ schnell in die freie Wirtschaft und gründete ein expandierendes Immobilienunternehmen (Unternehmensgruppe Widerker). Seit Beginn der 1960er Jahre hat Meir Widerker zahlreiche Aufgaben in der Jüdischen Gemeinde Stuttgart übernommen. Er ist ebenso Mitglied im Direktorium des Zentralrates der Juden in Deutschland und Vorsitzender von Keren Hayesod in Württemberg. Seit 1963 gehört Meir Widerker der Repräsentanz der Jüdischen Gemeinde an.

Der mit einer Israelin verheiratete Vater von vier erwachsenen Kindern spricht 8 Sprachen und steht als Chef der Unternehmensgruppe Widerker heute mehr als 1.000 Mitarbeitern vor.

Weitere Informationen unter: www.widerker.com

 

«Jüdische Zeitung», Februar 2006