Buchcover

«Totgeglaubte leben länger»

von Kathy Reichs

 

Verschwörungsthriller und kein Ende - Kathy Reichs ist Professorin für Soziologie und Anthropologie an der University of North Carolina und war als forensische Anthropologin unter anderem an der Identifizierung der Opfer des 11. September beteiligt. «Totgeglaubte leben länger» ist ihr achter Kriminalroman um ihre Berufskollegin Tempe Brennan, die im Rahmen ihrer Arbeit als Gerichtsmedizinerin immer wieder mit unappetitlichen Leichen und noch abscheulicheren Mordmotiven konfrontiert wird. In Montreal wird ein jüdisch-orthodoxer Antiquitätenhändler ermordet. Im Laufe weiterer Ermittlungen, die Brennans Freund Andrew Ryan leitet, taucht ein Foto von einem antiken Skelett auf, das offenbar in der judäischen Wüste aufgenommen wurde. Es stellt sich heraus, dass der Ermordete in illegale Geschäfte um biblische Antiquitäten verstrickt war. Um weitere Hintergründe zu recherchieren, fliegen Brennan und Ryan nach Israel, wo sie auf ein Geheimnis stoßen, das (wie in Verschwörungsthrillern üblich) den jüdischen wie den christlichen Glauben in ihren Grundfesten erschüttern könnte. Kathy Reichs hat einen spannenden Unterhaltungsroman geschrieben, der alle Zutaten eines guten Schmökers in sich vereinigt: Mord, Geheimnis, Romantik und Humor - man weiß genau, was man zu erwarten hat und wird nicht enttäuscht. Dabei konnte Kathy Reichs bei ihrem neuen Roman auf ungleich fundiertere archäologische Forschungsergebnisse zurückgreifen als etwa Dan Brown. Reichs Professorenkollege James Tabor von der University of North Carolina hat als Spezialist für antikes Judentum und frühes Christentum an zahllosen Ausgrabungen in Israel und Jordanien teilgenommen und hat sie für ihren spannenden Thriller beraten.

Florian Hunger

 

 

«Totgeglaubte leben länger»
aus dem Amerikanischen von Klaus Berr
Blessing-Verlag, 414 Seiten
19,90 Euro

 

«Jüdische Zeitung», Februar 2006