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«Ein Gebet für Katharina Horowitzová»von Arnost Lustig
Arnost Lustig (Jahrgang 1926), in seiner Jugend Überlebender von Theresienstadt, Auschwitz und Buchenwald, ist einer der bedeutendsten tschechischen Autoren der Gegenwart. Als führender Kopf des Prager Frühlings und prominenter Weggefährte von Pavel Kohout und Vaclav Havel musste er 1968 seine Heimat fluchtartig verlassen, seine Werke wurden eingestampft und verboten. Nach einem Neuanfang in Israel ereilte ihn 1973 der Ruf an die American University in Washington, D.C., an der er bis 2004 Literatur und Film sowie Judaistik unterrichtete. Neben seiner literarischen Tätigkeit war Lustig in den 1960er Jahren ein wichtiger Vordenker des tschechischen New-Wave-Films. Auch sein jetzt wieder auf Deutsch vorliegender Roman «Ein Gebet für Katharina Horowitzová» (Originalausgabe 1964) scheint wie gemacht für eine Adaption für den Film oder das Theater. Er beschreibt darin ungemein konzentriert und mit reduzierten Mitteln den scheiternden Verdrängungsprozeß einer Gruppe von vermeintlich unangreifbaren amerikanischen Juden in Gestapohaft. Diese zwanzig reichen amerikanischen Staatsbürger sollen gegen deutsche Kriegsgefangene ausgetauscht werden und haben eingewilligt, für alle Kosten aufzukommen, die der Gestapo als ihrer «Gastgeberin» entstehen. Obwohl man sie offensichtlich belügt, beschließen die Gefangenen, fest an ihre Rückführung zu glauben - denn die Alternative wäre undenkbar. Es ist Katharina, die ursprünglich nicht zur Gruppe gehörte und kurz vor ihrer Deportation von einem der Amerikaner «freigekauft» wurde, die schließlich als einzige erkennt, was ihnen allen bevorsteht und beschließt zu handeln. «Ein Gebet für Katharina Horowitzová» ist ein beeindruckendes Stück Literatur, eine Parabel, die einen sprachlos zurücklässt.
«Ein Gebet für Katharina Horowitzová»
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