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«Ein Trauma verjährt nicht»

Professor Wolfgang Benz, Direktor des Zentrums für Antisemitismusforschung, über Israel-Klischees, Schlussstrich-Debatten und die Pläne für eine Sommeruniversität

 

Herr Professor, in Ihrem 2004 erschienenen Buch «Was ist Antisemitismus?» unterscheiden Sie vier Formen der Judenfeindschaft: christlichen Antijudaismus, Rasseantisemitismus, «sekundärer» Antisemitismus und Antisemitismus unter dem Deckmantel des Antizionismus. Welche Formen treffen wir in Deutschland heute an?

In Deutschland ist der «sekundäre» Antisemitismus am aktuellsten - ein Antisemitismus, der sich nicht trotz Auschwitz, sondern wegen Auschwitz entfaltet. Schuldumkehr scheint die einzige Lösung zu sein für diejenigen, die manifeste antijüdische Gefühle hegen. Zum Beispiel das Gefühl, dass die Juden aus allem ein Geschäft zu machen verstünden - sogar aus dem Holocaust. Für solche Menschen gibt es nur eine Form der Denkweise: Juden müssen sich irgendwie schuldig machen, daran kann man sich dann festhalten - und man kann dann die Empathie, die man den Opfern schuldet, durch Antipathie ersetzen.

 

Heute macht die Bundesrepublik Deutschland weniger durch antisemitische, sondern eher durch ausländerfeindliche Übergriffe von sich reden. Hat sich damit das Feindbild der Antisemiten und der Rechtsextremen inhaltlich verändert, oder ist - was Antisemitismus in Deutschland betrifft - nur eine «Ruhepause» eingetreten?

Wir müssen schon verschiedene Formen und Muster unterscheiden. Es gibt eine alte Tradition der Judenfeindschaft - das ist aber eher ein kleiner Bodensatz der Gesellschaft, und da wird sich wahrscheinlich auch nie etwas ändern. Das andere sind die Stellvertreterfunktionen, die mit Vorliebe auch auf Juden projiziert werden. An antisemitische Trends kann man ja alles mögliche andocken: Gefühle des Anti-Amerikanismus beispielsweise, die Abneigung gegen die zunehmende Globalisierung, Gefühle der Verzweiflung und Angst gegenüber einer immer komplexer und immer unübersichtlicher werdenden Welt. Und wenn man das an scheinbar einfachen Chiffren festmachen kann - an Amerika, an Israel, an den Juden allgemein -, dann ist das der klassische Nährboden, auf dem Antisemitismus und Verschwörungstheorien gedeihen.

 

Ihr Zentrum beschäftigt sich mit Antisemitismusforschung sowohl im nationalen wie auch im internationalen Maßstab. Was ist dran an der weitverbreiteten Ansicht, dass der Antisemitismus in Deutschland heute zumindest graduell etwas schwächer ist als in vergleichbaren europäischen Nationen wie Frankreich und England?

Es geht hier nicht um weit verbreitete Ansichten, sondern um Trends und Einstellungen, die auch empirisch messbar sind. Empirisch kann belegt werden, dass der Antisemitismus in Deutschland sich eher im rückläufigen Trend befindet. Es gibt auch unbestreitbare Bildungserfolge 60 Jahre nach dem Holocaust, und das weist darauf hin, dass man in Deutschland ein bisschen aus der Geschichte gelernt hat.

Gegenüber den Manifestationen der Judenfeindschaft in anderen europäischen Staaten steht Deutschland also gar nicht so schlecht da. Nur: Was beweist das? Beweist das überhaupt irgendetwas? Gemessen wird Deutschland noch sehr lange an der historischen Erfahrung des Holocaust werden. Das muss man bedenken, und da ist auch nichts glatt zu rechnen. Da hebt sich nichts auf, wenn die Deutschen jetzt vielleicht besonders gute Demokraten sind. Damit wird ja nichts ungeschehen gemacht oder aus der Welt geschafft.

 

Lässt sich denn die Rückläufigkeit antisemitischer Einstellungen, von der Sie sprechen, auch generationsspezifisch belegen?

Ja, das ist seit langem messbar. Antisemitismus ist stärker verbreitet in der alten Generation, aber Antisemitismus hängt eindeutig auch vom Bildungsgrad ab. Der Mensch ohne Hauptschulabschluss ist sehr viel leichter rechtsextremen Weltbildern, in denen die Juden für alle Probleme verantwortlich gemacht werden, zugänglich als etwa ein Abiturient. Genauso verhält es sich auch bei der Ausländerfeindlichkeit.

 

Erfreulich, wenn junge Deutsche heute, zumal mit steigendem Bildungsniveau, antisemitischen Rattenfängern weniger auf den Leim gehen als noch vor einigen Jahrzehnten. In den neuen Bundesländern sind Rechtsextremismus und Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen aber weit stärker verbreitet als in der Alt-Bundesrepublik. Trifft dies auch auf antisemitische Tendenzen zu?

Gewaltbereitschaft und Antisemitismus sind natürlich nicht dasselbe. Aber man muss schon auch berücksichtigen, dass in der ehemaligen DDR eine Art institutionalisierte Judenfeindschaft geherrscht hat, die bei den Menschen noch heute in einer starken Abneigung gegenüber Israel nachwirkt. Das war Teil der Sozialisation des DDR-Bürgers. Er hat in der Schule und in den Medien gelernt, dass Israel ein «Feindstaat» ist - Israel hatte sozusagen eine Stellvertreterfunktion für die Bundesrepublik und für Amerika.

Die Problematik ist aber noch komplexer. Bei von uns nach der politischen Wende in Ostdeutschland durchgeführten Lehrerfortbildungen zum Thema «Judenfeindschaft und Antisemitismus» wurden beispielsweise klassische antisemitische Vorurteile und Verleumdungen wie Hostienschändung und Ritualmord behandelt. Wenn mich aber jetzt ein Lehrer fragt: «Was ist denn eine Hostie?» - dann ist klar, dass da noch eine ganze Menge Grundlagenarbeit vonnöten ist. In Bayern oder Rheinland-Pfalz muss das niemand fragen. Der extreme Säkularisierungsschub in der DDR hat natürlich auch zu einem Schwund an traditionellem religiösem Wissen geführt, welches einfach zum Verständnis der historischen und gegenwärtigen Judenfeindschaft vonnöten ist.

Dieser fehlende Hintergrund, zusammen mit den einst indoktrinierten Bildern von Israel als «Speerspitze des Imperialismus im Nahen Osten» oder als «Staat von Amerikas Gnaden» bilden das eigentliche Hindernis - auch bei der Arbeit mit Multiplikatoren.

 

Was tut Ihr Zentrum gegenwärtig, um Multiplikatoren in den neuen und in den alten Bundesländern mit geeigneten Argumentationen gegen antisemitische Trends auszustatten?

Wir haben im Moment ein Programm zur Lehrerfortbildung zusammen mit dem American Jewish Comittee und der Friedrich-Ebert-Stiftung laufen. Das ist aber eigentlich mehr ein Zusatz im Programm für Jugendliche und Peer Groups - die als «Youth Leaders» gegen Antisemitismus trainiert werden.

Im Sommer 2006 hoffen wir, ein Vorhaben verwirklichen zu können, das mir auch persönlich ein ganz wichtiges Anliegen ist: Eine Sommeruniversität hier an Technischen Universität. Eine Woche lang wollen wir hier all denjenigen Interessenten eine zusätzliche Kompetenz gegen Antisemitismus vermitteln, die als Lehrer, als Sozialarbeiter, als Lokalredakteure oder auch als Kommunalpolitiker eine ganz entscheidende Funktion im Umgang mit Menschen und beim Training in Toleranz und Demokratie haben. Viele von ihnen sind hoch motiviert. Aber wer verleiht ihnen das Rüstzeug, dass sie nicht nur mit populären und nur vermeintlich richtigen Methoden arbeiten? Das Treffen mit Juden, der Besuch einer Synagoge oder einer KZ-Gedenkstätte - so wichtig dies alles ist -, mit solchen Ansätzen werden doch antisemitische Stereotype und Vorbehalte noch lange nicht aufgebrochen.

Es ist ganz wichtig, Einsicht in die eigentliche Wirkungsweise des Antisemitismus zu vermitteln. Man muss erkennen können, wie er funktioniert, warum er funktioniert und wie er instrumentalisiert wird. Genau das wollen wir mit der Sommeruniversität 2006 zum ersten Mal ausprobieren, und dann möglicherweise regelmäßig etablieren.

Vor rund zwei Jahren hatte die in Wien eingerichtete Antisemitismus-Beobachtungsstelle der Europäischen Union Ihr Institut mit einer Studie zum gegenwärtigen Antisemitismus auf dem Kontinent beauftragt. Die Ergebnisse hielten die verantwortlichen europäischen Politiker dann aber für so beunruhigend, dass eine Veröffentlichung nie zustande kam. Hätte Daniel Cohn-Bendit die Ergebnisse nicht auf seiner Homepage veröffentlicht, und dann auch der Zentralrat der Juden, dann wäre wohl heute noch der Mantel des Schweigens darüber...

Ja, das war schon ein Lehrstück darüber, was passieren kann, wenn man Auftragsarbeiten aus der Politik erhält. Wenn, wie in besagter Studie, die Ergebnisse den Politikern nicht behagen, dann werden sie eben entweder nicht veröffentlicht, oder die Kompetenz des untersuchenden Institutes wird in Frage gestellt. Das hat unsere beiden Kollegen, die an der Studie saßen, Werner Bergmann und Juliane Wetzel, natürlich sehr geärgert. Umso erfreulicher war dann, dass wir weltweit Rückenwind von wissenschaftlichen Einrichtungen bekommen haben.

Aber dies ist ja nur der eine Teil der Geschichte. Der andere, viel problematischere Teil war die Erkenntnis, dass sich bei islamistischen Gruppen in Europa eine ganz neue Qualität von Judenfeindschaft entwickelt hat. Diese neue Judenfeindschaft steht beispielsweise in Frankreich, in Schweden und in den Niederlanden in voller Blüte. Wir haben uns des Problems auch weiterhin angenommen. Anfang Dezember hat das Zentrum für Antisemitismusforschung eine Konferenz veranstaltet zum Thema «Antisemitismus und radikaler Islamismus» (lesen Sie dazu den Beitrag auf Seite 11, Anm. d. Red.). Hochkarätige Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern waren eingeladen, und die Konferenz war gut besucht. Das Medieninteresse ging allerdings fast gegen Null - außer einem Bericht in der «taz» kam nichts. So etwas offenbart wohl auch einen recht beunruhigenden Trend bei den Medien: Solange es zu keinen nennenswerten Vorfällen kommt in Deutschland, ist auch die islamistische Judenfeindschaft kein Thema.

 

Etwa zwei Jahre ist es auch her, dass eine europäische Umfrage nach jenen Staaten, die den Weltfrieden am stärksten bedrohen würden, Israel als «Bedrohung Nummer 1» kürte. Eine augenscheinlichere Form von Antisemitismus unter dem Deckmantel der Israelkritik oder Israelfeindschaft gab es selten. Gibt es Ihrer Meinung nach ein geeignetes Instrumentarium, mit dem auch der Normalverbraucher verlässlich zwischen legitimer Israelkritik und getarntem Antisemitismus unterscheiden kann?

Die Unterschiede zu erklären und zu erfassen, ist doch gar nicht so schwer. In meinen Seminaren und Fortbildungsveranstaltungen versuche ich das mit dem Vergleich von zwei Kritiken: Kritik an der gegenwärtigen amerikanischen Politik und Kritik an der israelischen Politik.

Die gegenwärtige US-Administration steht bei verschiedenen Menschenrechtsorganisationen hart in der Kritik, was die Verletzung von Individualrechten in Guantanamo oder Abu Ghoreib betrifft. Darüber gibt es einen gewissen Konsens. Beispiel Nummer 2: Die israelische Sicherheitspolitik. Hier wird oft die Frage gestellt: Handelt das israelische Militär in den besetzten Gebieten oder auch an seinen Staatsgrenzen verhältnismäßig? Muss die israelische Armee denn oft so martialisch zuschlagen? Läßt dies die Lage im Nahen Osten nicht eher noch eskalieren? Auch das wird breit diskutiert. Nun aber kommt der zweite Betrachtungsschritt: Wie weit gehen die vehementen Kritiker, einmal abgesehen von offiziellen Protesten und politischen Initiativen? Keine Mensch käme auf die Idee zu fordern: «Der amerikanische Staat gehört abgeschafft! Treibt die Amerikaner ins Meer!» Bei Israel ist es aber erstaunlich anders. «Treibt die Juden ins Meer!» und «Weg mit Israel!» sind gar nicht so unpopuläre Vorstellungen. Manche Intellektuellen drücken es etwas netter aus und stellen die Existenz des Staates Israel per historischer oder politischer Argumentation in Frage. Aber im Endeffekt läuft es auf das Gleiche hinaus. Das ist dann nicht mehr nur Kritik an einer wie auch immer zu bewertenden Politik eines einzelnen Landes, sondern das ist Vernichtungswunsch. Und den hat man immer nur in Verbindung mit Israel, und nie gegenüber den USA, dem Iran, der Schweiz oder welchem anderen Staat auch immer.

 

Sie sind Forscher und Publizist, aber auch praktizierender Historiker. Sehen Sie heute einen Trend unter den deutschen intellektuellen Eliten, unter die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und des Holocaust «endlich» einen Schlussstrich ziehen zu wollen?

Ich möchte betonen: Das ist kein Problem der Historiker, und das ist auch kein wirklich akademisches Problem. Die Forschung über den Nationalsozialismus wird immer differenzierter, hier ist viel in Bewegung, natürlich auch mit unterschiedlichen Sichtweisen und Schlussfolgerungen.

Der Schlussstrich-Trend kommt aus der öffentlichen Diskussion, auch aus den Feuilletons renommierter Zeitungen. Manche Publizisten und Schriftsteller glauben‚ «Volkes Stimme» zu vernehmen oder dem Volk Stimme verleihen zu müssen. Der Schlussstrich-Trend ist deutlich spürbar, und er wird Juden und Nichtjuden in Deutschland in nächster Zeit noch stärker voneinander scheiden. Denn für den jungen Nichtjuden ist das, was im Dritten Reich und im Zweiten Weltkrieg geschehen ist, unendlich lange her. Viele Jugendliche fragen heute: «Was geht uns das alles eigentlich noch an? Das ist doch sechzig Jahre her. Wir haben andere Sorgen im Leben.» Aber damit ist die jüdische Seite geschockt, denn der Mord an den Großeltern und Urgroßeltern wirkt ja nach. Ein Trauma verjährt ja nicht, ein Trauma bleibt immer frisch.

 

Unter den rechtsextremen Parteien ist die NPD jene, die nicht nur die Verbrechen des Nationalsozialismus zu relativieren versucht, sondern auch die Deutschen in eine Art Opferrolle befördern möchte. Was halten Sie von einem nochmaligen Versuch, die NPD als rechtsextreme Partei auf gerichtlichem Wege verbieten zu lassen?

Ein NPD-Verbot hat in meinen Augen keinen Sinn, denn wir lösen damit kein wirkliches Problem. Der Versuch des NPD-Verbotes vor einigen Jahren war ja eine ziemlich voreilige Aktion, die dann auch sehr elend gescheitert ist. Den eigentlichen Antisemitismus und manifestierte rechtsextreme Einstellungen bekommt man nicht weg, indem man sich auf eine spezielle Partei stürzt. Man muss viel mehr aufklären, man muss die Mehrheit immer wieder argumentativ erreichen. Ein Verbot der NPD könnte nur den Schmerz lindern, den man natürlich empfindet, wenn eine rechtsgerichtete Partei durch ihre Wahlerfolge öffentliche Gelder bekommt und in der Rolle ihrer Landtagsabgeordneten frech herumpöbelt.

 

Das Zentrum für Antisemitismusforschung ist vor mehr als 20 Jahren hier in Berlin entstanden. Wie läuft der Forschungsbetrieb grundsätzlich, und mit welchen personellen Ressourcen?

Wir sind ein ziemlich kleines Institut, mit hoch motivierten, wunderbaren Mitarbeitern, die nicht nach einer 38-Stunden-Woche fragen, sondern die sich für den Forschungsgegenstand auch mit aller Kraft engagieren.

Wir arbeiten hier mit zwei Professoren, zwei Assistenten, anderthalb Sekretärinnen und einigen wenigen anderen etatmäßigen Mitarbeitern. Fast alle Forschungsprojekte laufen über Drittmittelprojekte und über Doktoranden, darunter zahlreiche ausländische Stipendiaten. Die gegenwärtig bei uns arbeitenden Wissenschaftler kommen beispielsweise aus Japan, Dänemark, den USA, der Schweiz, Korea und Brasilien. Das ist sozusagen das Pfund, mit dem wir wuchern können: Weltweite Kontakte, die einen sehr befruchtenden Charakter für die Arbeit aller Beteiligten haben. Im Rhythmus von zwei bis drei Jahren ändern sich dann die Zusammensetzung der mit uns kooperierenden Wissenschaftler und auch die Art der Forschungsprojekte.

 

Auflagenstarke Publikationen sind sicher das beste Mittel, ein breites deutsches Publikum zu erreichen und für die Problematik des Antisemitismus zu sensibilisieren. Welche Möglichkeiten der effektiven Wissensvermittelung stehen Ihnen noch zur Verfügung?

Es gibt fast täglich Gespräche mit den Medien. Wir betreiben hier vorrangig Forschung und Lehre, aber wir sind natürlich auch froh darüber, wenn die Zeitungen oder Rundfunksender sich melden. Damit erreichen wir interessierte Personen unmittelbarer und direkter als das mit akademischen Publikationen der Fall ist. Ganz wichtig sind natürlich auch die Fortbildungen für bestimmte Berufsgruppen und Interessenkreise, und dafür stehen wir bundesweit zur Verfügung.

 

Herr Professor, was wünschen Sie sich und Ihrem Institut im neuen Jahr?

Ich wünsche mir, dass der öffentliche Sparkurs nicht weitere Etatkürzungen in unserem Institut anrichtet. Dass wir die Möglichkeit haben, unsere wissenschaftlichen Pläne zu verwirklichen - und dazu gehört vor allem die Sommeruniversität. Erfreulicherweise gibt es eine Zusage von der Friedrich-Ebert-Stiftung, bei der Finanzierung helfen zu wollen. Interessiert an unserem Projekt haben sich auch Claudia Roth von den Grünen und die Bundeszentrale für politische Bildung gezeigt. Das ist ein hoffnungsvoller Anfang.

Olaf Glöckner

 

 

Prof. Wolfgang Benz wurde 1941 in Ellwangen/Jagst geboren. Er studierte Geschichte, Politische Wissenschaft und Kunstgeschichte in Frankfurt am Main, Kiel und München. Benz ist Mitgründer und Mitherausgeber der Dachauer Hefte und war von 1969 bis 1990 Mitarbeiter des Instituts für Zeitgeschichte in München. Seit 1990 arbeitet er als Professor an der Technischen Universität Berlin und als Direktor des Zentrums für Antisemitismusforschung. Benz gilt als einer der profiliertesten deutschen Wissenschaftler auf den Forschungsgebieten Nationalsozialismus, Antisemitismus und Extremismus. Im Jahre 1992 erhielt er den Geschwister-Scholl-Preis.

Von Wolfgang Benz sind in jüngster Zeit unter anderem folgende Bücher erschienen: Geschichte des Dritten Reiches, C. H. Beck, München 2000; Flucht aus Deutschland. Zum Exil im 20. Jahrhundert, dtv-Verlag, München 2001; Bilder vom Juden. Studien zum alltäglichen Antisemitismus, C. H. Beck, München 2001; Überleben im Dritten Reich. Juden im Untergrund und ihre Helfer, C. H. Beck, München 2003; Was ist Antisemitismus? C. H. Beck, München 2004.

 

«Jüdische Zeitung», Januar 2006