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«Keine Zeit für schlechten Sex»von Tama JanowitzTama Janowitz gehört wie Jay McInerney und Bret Easton Ellis zu einer Generation von jungen amerikanischen Autoren, die in den 1980er Jahren unter nahezu gleichaltrigen Lesern Kultstatus erlangten. Ihr freches Debüt «Großstadt-Sklaven», eine Sammlung von Kurzgeschichten, die allesamt in New York spielen, veröffentlichte sie 1986. Zwanzig Jahre später hat Janowitz nun mit «Keine Zeit für schlechten Sex» - für diesen Titel ist ihr deutscher Verlag verantwortlich - eine Art dunkle Fassung der Fernsehserie «Desperate Housewives» entworfen. Peyton Amber, die Hauptfigur des Romans, hat aus Verzweiflung und Sorge um ihre Zukunft den vermögenden jüdischen Zahnarzt Barry geheiratet - für sie ein echter sozialer Aufstieg. Doch ihr Leben als Ehefrau und Mutter in der gediegenen Upper East Side Manhattans befriedigt sie nicht, und die religiösen Vorstellungen ihrer konservativen Schwiegereltern engen sie ein. Bald stürzt sie sich, begünstigt durch ihre Arbeit in einem Reisebüro, für das sie regelmäßig Fernreisen unternehmen muss, in eine Reihe von unverbindlichen sexuellen Abenteuern, die sie nur immer mehr von sich selbst entfremden und schließlich zum Selbstzweck werden. Kennzeichnend für den amerikanischen Traum, dass Peyton sich innerlich nie von der Vorstellung trennen kann, eines Tages dem «Märchenprinzen» zu begegnen. Ausgerechnet der Mann, zu dem sie eine spirituelle Verbindung empfindet, benutzt und verrät sie. Und schließlich wird sie sogar zum ersten Mal von einem Mann abgewiesen: «Sie sind älter als meine Mutter!» - Tama Janowitz hat einen schonungslosen und bedrückenden Roman um eine gescheiterte weibliche Selbstfindung und enttäuschte Hoffnungen geschrieben.
«Keine Zeit für schlechten Sex»
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