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«Kaddisch» ohne GrabIsaak Behar zu Uniformen, Antisemitismus und der Berliner Gemeinde
Manchmal werde er sogar auf der Straße angesprochen: Isaak Behar, Gemeindeältester der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und delegiertes Rats-Mitglied beim Zentralrat der Juden, ist bekannter als sein jetziges Amt es vermuten lässt: Als Überlebender des Holocaust mitten in Berlin hat er es sich zur Aufgabe gemacht, nicht nur Opfer zu sein, sondern als Zeitzeuge authentisch zu berichten. Immer noch, mit 82 Jahren, ist sein Terminkalender bis zum kommenden März randvoll. Viele seiner heutigen Zuhörer tragen deutsche Uniformen. Bei der Bundeswehr, der Polizei, der Feuerwehr und anderen Institutionen, die Multiplikatoren ausbilden, gehören seine Vorträge zum festen Bestandteil der politischen Ausbildung. Bei Projekttagen in den ersten Jahren habe er ein ganz subjektives Unbehagen vor diesen Uniformen gefühlt. «Das hat bald aufgehört, als ich festgestellt habe, das das Leben in den Kasernen ein Spiegelbild der Gesellschaft draußen ist. Natürlich hat es Vorfälle gegeben. Aber was danach geschah, war umso wichtiger: Diskussionen innerhalb der Truppen, die Auseinandersetzung mit ewig Gestrigen oder Leugnern des Holocaust. Es gibt auch unter Soldaten und Polizeischülern antisemitische Tendenzen, so wie es grundsätzlich in allen Schichten der Gesellschaft antisemitistische und fremdenfeindliche Haltungen gibt. Aber gleichgültig, was passiert: Die Kommandoebene lässt es nicht einfach geschehen, man greift so etwas sofort auf, reguliert geschickt», berichtet Behar. Vor zwanzig Jahren, bei seinen ersten Vorträgen, sei er sich oft wie ein «Alibi-Jude» vorgekommen. Inzwischen nicht mehr. Die Bundeswehr habe eine schwierige Traditionsarbeit zu leisten, denn sie kann sich nicht auf eine deutsche Armee vor ihrer Zeit und deren Traditionen und Werte berufen. Daher sei es für die Kommandeure sehr wichtig, dass gerade er auf Verbrechen der Wehrmacht hinweise und über den Unterschied zum Defensivcharakter der Bundeswehr sprechen könne. «Gerade deshalb sind mir Kasernen ein Dorn im Auge, die immer noch die Namen von deutschen nicht traditionsfähigen Heerführern aus dem II. Weltkrieg tragen», sagt Behar.
Leben am Gleis 17 Der sympathische kleine Mann wohnt mit seiner Familie nur einen Steinwurf vom Gleis 17 des Bahnhofs Grunewald entfernt. Von hier aus wurden über 8.400 Berliner Juden allein nach Riga deportiert. Behars türkischstämmige Eltern, Lea und Nissim, seine beiden Schwestern, Alegrina und Jeanne, waren unter den 811 Deportierten des Transportes vom 14. Dezember 1942. Unmittelbar nach ihrer Ankunft in Lettland wurden sie ermordet. Wo genau weiß er nicht. Nur durch einen Zufall entkam er selbst der Verhaftung am Vortag. Er war, ohne Judenstern, kurz zuvor aus dem Haus gegangen um seine «arische» Freundin zu besuchen. Bis heute schmerzt dieser «Abschied ohne Abschied» sehr. Es sind einige der wenigen Minuten, an denen Behar während unseres Interviews den Tränen sehr nahe ist. Wir sitzen auf seiner Gartenterrasse und etwas von Stille und Andacht legt sich über unser Gespräch. Natürlich hätten die Juden im Berlin der Nazizeit von den Verladungen im Grunewald gewusst. Ob sie wirklich sicher gewesen seien, dass es nicht in die Umsiedlung, sondern in den Tod gehen würde, weiß er nicht zu sagen. Wer es nicht gewusst habe, hätte es bewusst nicht wissen wollen. Seinerzeit hat es einen «Mundfunk» gegeben, vor allem, nachdem Juden der Besitz von Radios verboten worden war. Unentbehrlich seien diese jüdischen Nachrichten gewesen und vor allem die schlechten hätten sich besonders schnell verbreitet. «Zu Hause hat es irgendwie immer Geheimnisse gegeben. Bei uns wurde Spanisch gesprochen, aber die geheime Sprache meiner Eltern war Türkisch, immer dann, wenn wir etwas nicht verstehen sollten. Nach und nach sind wir dahinter gekommen, also gab es irgendwann keine Geheimsprache mehr. So ging es vielen Eltern mit ihren Kindern. Was hätten jüdische Eltern bei so einer Nachricht tun sollen? Es ihren Kindern erzählen? Da haben viele lieber ganz geschwiegen.» Nach Gesprächen unter Gleichaltrigen sei es oft auch umgekehrt gewesen: Die Kinder, wohl wissend, wohin die Transporte wirklich gingen, hätten die Eltern lieber in dem Glauben gelassen, man werde lediglich im Osten in Arbeitslager «umgesiedelt». So sei in jüdischen Familien wider besseres Wissen das Vernichtungslager oft kein Thema gewesen.
Bekenntnis zu Gott Wie lebt es sich unmittelbar in der Nähe des Gleises, das seit 1998 als sehr ruhiges und unscheinbares Mahnmal für jedermann und zu jeder Zeit zugänglich ist? Er denke nicht jeden Tag daran, meint Behar, aber immer am 9. November gehe er dorthin. Vor vielen Jahren ging er noch ganz allein, um das «Kaddisch» am Grab seiner Familie zu sprechen. Doch er hat kein Grab. Jedes Jahr aufs Neue wird ihm das bewusst. Gerade deshalb geht er an so einem geschichtsträchtigen Tag an die Stelle, an der seine Familie zum letzten Mal lebend gesehen worden war, um für sie zu beten, ihr «Kaddisch» zu sein. Irgendwann wurde man auf den einsam Betenden aufmerksam, Schülergruppen fragten an, ob sie dabei sein dürften, dann Vertreter des Bezirkes, der Stadt und viele Berliner, schließlich Polizeianwärter, Soldaten und deren Führungskräfte. Heute sind jährlich etwa 1.000 Menschen dabei, wenn Behar am stillgelegten Gleis 17 sein Gebet spricht und der Abend sich über seine ganz private Trauer senkt, die noch immer eine solche ist und anhalten werde, so lange er lebe. Trotz der vielen Menschen um ihn herum. Richtige Trauer könne er nur hier empfinden. Der Bezug zu seiner Familie werde ganz stark, wenn auch sein persönliches Gebet inzwischen als Schülergedenkveranstaltung ein fester Termin für die junge Generation in Berlin geworden ist. Nur nicht für die Jüdische Oberschule, die seit mehreren Jahren eingeladen werde. Leider würde ihm nicht einmal abgesagt, geschweige denn, für die Einladung gedankt. Er könne gut verstehen, dass der 9. November 1989 für die Deutschen ein ungleich bedeutungsvolleres Ereignis sei, als der 9. November 1938. Zur Kristallnacht vermutet er, dass diese immer mehr in den Hintergrund treten werde. «Ich bin mir nicht einmal sicher, ob der 9. November 1938 immer in Erinnerung bleiben muss! Vorfahren haben Schuld auf sich geladen, aber doch nicht Kinder und Kindeskinder!» Für ihn und die Juden sei das indes anders. Dennoch sei er heute und hier sehr glücklich, auch im Grunewald mit «seinem» Gleis 17. Immerhin habe er überlebt und eine Familie gründen können. Schon im Untergrund, noch vor seiner Rettung, habe er oft mit Gott gehadert, warum der ihn und nicht auch seine Lieben am Leben gelassen hatte. Nochmals eine Familie haben zu können, sei für ihn das größte Glück, eines, das er gar nicht mehr zu erfahren gehofft hatte. «Meine zweite Familie ist mein Bekenntnis zu Gott.»
Antisemitismus im Osten Anfang der neunziger Jahre. Die so genannte «Wende». Sorgen machten ihm seither die geistigen Brandstifter aus dem Westen, die im Osten freie Äcker vorgefunden hätten. Das sei noch heute spürbar und den Antisemitismus im Osten erlebe er viel stärker. Was ihm dort um 1999 entgegengeschlagen wäre, sei bis heute unfassbar. Offener Antisemitismus einerseits, Desinteresse andererseits und er wisse nicht genau, was eigentlich schlimmer sei. Behar mag kaum noch an Schulen im Osten gehen. Es sei nicht seine Aufgabe, dort Grundsätzliches zu klären. Darum müsse sich die Politik kümmern. Auch die Sozialpolitik, denn die soziale Sicherheit im Osten fehle nach wie vor. «Das ist eine Unding für unsere ganze Gesellschaft: Um kosmopolitisch sein zu können, muss man auch ein bisschen satt sein!» Glücklicherweise waren antisemitische Ausfälle ihm gegenüber relativ selten und hätten in den letzten Jahren weiter nachgelassen. Zwar stehe er noch immer unter Personenschutz, könne aber beobachten, dass sich das Denken in der Gesellschaft geändert habe, wenn auch zögerlich. Das schließe nach wie vor nicht aus, dass Antisemitismus und Fremdenhass, für jeden hörbar und sichtbar, noch immer vorhanden seien. Es gebe einfach zu viel Unkenntnis, das führe zu Vorurteilen. Hier könne er etwas tun, nicht aber, wenn eine Schulleitung seinen Besuch wie eine Pflichtveranstaltung vorbereite. «Dabei werden meine Vorträge an den Schulen wie von einem Vakuum aufgesogen, frei von langweiligen Zahlen, alternativ. «Eine ganz persönliche Geschichtsstunde», hat ein Schüler kürzlich gesagt.
Mehr Bürde als Würde «Können Sie zusehen, wie Ihr Haus brennt?» fragt Behar, auf den Zustand seiner Berliner Jüdischen Gemeinde angesprochen. Seit langen Jahren würden Profilneurosen und persönliche Interessen die Gemeindeführungen bestimmen. Es fehle an Persönlichkeiten wie Heinz Galinski s. A. Auch vorangegangene Repräsentanten hätten daher vorzeitig zurücktreten müssen, nunmehr sei die Zeit für das Ende der «Ära Meyer» reif. Dieser sei nur noch «der Arroganz der Macht verfallen», wovor er selbst einmal in einem Interview gewarnt hatte. Natürlich sei Meyer für die gegenwärtigen katastrophalen Zustände der Gemeinde nicht alleine verantwortlich. Er habe ein schwieriges Amt. Das jedoch habe er vorher gewusst. Wenn er dennoch nicht in der Lage sei, die Gemeinde zu führen, sei er der falsche Mann am falschen Platz. Behar sieht einen gewaltigen Eklat auf die Gemeinde zukommen, an dem indes nicht ausschließlich Meyer schuldig sei.
Moralische Grenze überschritten Von Tag zu Tag werde es schwerer, das verloren gegangene Vertrauen der Mitglieder zurück zu gewinnen. Vor wenigen Tagen habe ein Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes den anderen bezichtige, im Stil eines der schlimmsten Judenhasser, Julius Streicher, zu schreiben und sich nicht gescheut, dafür gerade die älteren Gemeindemitglieder zu zitieren. Wenn ein Jude einen anderen mit einem Nationalsozialisten gleichsetze, würde eine Grenze überschritten sein! Hier werde jedes Recht verwirkt, sich als Repräsentant zu bezeichnen, hier hoffe und erwarte Behar nun endlich einen Aufschrei aus den eigenen Reihen der Gemeinde, vielleicht sogar vom Zentralrat, berichtet er, dabei fast völlig aus der Fassung geratend. Auch dass etwa 100 junge Mitglieder aus der Gemeinde ausgetreten seien, rege ihn sehr auf. Die Gemeinde sei eine stark überalterte und daher der Austritt der Jungen, auf die man eigentlich nicht verzichten könne, besonders schmerzlich. «Natürlich werden diese jungen Menschen weiterhin gute Juden sein», ist sich Behar sicher. Seine Berufung zum Gemeindeältesten empfinde er in letzter Zeit mehr als Bürde, denn als Würde. So wolle er wenigstens als moralische Funktion, wohlgemerkt nicht als Instanz, wirken. Daher habe er in Gesprächen mit der damaligen Vorsitzenden der Repräsentantenversammlung, Sylva Franke, und dem Gemeindevorsitzenden Meyer angedeutet, dass er, so bis zum Ende des Jahres keine Neuwahlen in Aussicht gestellt würden, diese Gemeinde verlassen wolle. Daraufhin sei, wieder einmal, eine nicht seltene Taktik zu erleben gewesen, die ihn mehr und mehr zu diskreditieren suche: Indiskretion - gepaart mit Lüge. Meyer benehme sich in dieser Frage «vollkommen besinnungslos»: Schon 48 Stunden nach seinen Gesprächen, in denen Vertraulichkeit vereinbart worden sei, und lange vor einer öffentlichen Ankündigung seines Schrittes, hätten ihn viele Gemeindemitglieder darauf angesprochen. Sie alle haben ihn gebeten, gerade jetzt die Gemeinde nicht zu verlassen, darunter auch viele Angestellte. Hinzu komme ein Schreiben der beiden Insider Franke und Meyer, in dem Behar vorgeworfen werde, für Negativschlagzeilen verantwortlich zu sein und für seine Austrittsankündigung sogar den großen Saal geplant zu haben. Keine Woche nach dem Gespräch mit Behar trat Franke übrigens aus genau denselben Gründen, die ihn vorerst nur zu Austrittsüberlegungen bewogen haben, von ihrem Amt zurück. «Ja, ich habe seit mehr als zwanzig Jahren für Schlagzeilen gesorgt, aber niemals für negative», belegt Behar mit einer ganzen Mappe voller Zeitungsartikel seine Wut. «Wenn Albert Meyer in der Öffentlichkeit weiter erklärt, ich würde für negative Schlagzeilen sorgen, dann werde ich das schließlich auch tun! Aber nicht, um der Gemeinde zu schaden, sondern um Schaden von ihr abzuwenden! Die Berliner Gemeinde ist offenbar nicht mehr in der Lage, sich selbst zu helfen, Ruhe herzustellen, um sachliche Arbeit zu leisten. Dieses Zustandes bin ich überdrüssig. Vielleicht bleibt wirklich nur noch die Möglichkeit, die Gemeinde treuhänderisch verwaltet zu lassen, um sie wieder funktionsfähig zu machen. Immerhin gehen wir mit verschiedenen staatlichen Zuwendungen, also öffentlichen Mitteln, um! So eine Fremdverwaltung aber, und das möchte ich ausdrücklich betonen, möge Gott verhüten!»
Unjüdische Haltung Mit den jüngsten Äußerungen des Historikers Julius Schoeps könne er nicht übereinstimmen, meint Behar. In der aktuellen Zuwanderungsdebatte nehme Schoeps eine unjüdische, ja sogar unmenschliche Stimme und Haltung ein. Er beweine ein altes deutsches Judentum, das es nicht mehr gebe. Sein idealer Jude hätte sich bis zur Assimilation integriert. Das habe noch keinem Volk gut getan, dem deutschen Judentum schon gar nicht. Im Ausland habe man vielen deutschen Juden sehr übel genommen, dass sie erst durch Hitler daran hätten erinnert werden müssen, Juden zu sein. Heute sehe er wieder Anzeichen für eine solche Assimilierung, vor allem, wenn man Zuwanderung auch aus ökonomischen Gründen begrenzen wolle, wie Schoeps das gutheißen würde. Hier scheue Behar sogar vor den von Paul Spiegel kürzlich geäußerten Begriffen von Vaterland und Heimat ein wenig zurück. «Ich habe eine Zeit erleben müssen, als Juden, die Papiere und Möglichkeiten hatten zu fliehen, nicht mehr auswandern konnten, weil kein Land sie aufnehmen wollte. Jetzt will sogar ein Jude anderen Juden erschweren, aus der ehemaligen UdSSR herauszukommen.»
Zuwanderung auch als religiöse Aufgabe Immer wieder nur durch die Kraft der Religion habe das jüdische Volk überlebt. So lange das so bleibe, sehe er auch in einem möglichen Aus für die Einheitsgemeinden oder einer Spaltung der jüdischen Gemeinschaft keine allzu große Katastrophe. Hier habe die Zuwanderung zu einer ganz speziellen Eigendynamik geführt, deren Entwicklung abzuwarten sei. Ob es ihm gefalle, in einer osteuropäisch dominierten Gemeinde zu leben: «Wir sind eine Religionsgemeinschaft und so lange sich alles um unsere Religion bewegt, ist mir jeder Zuwanderer nahe. Und vergessen wir nicht: Wir erleben diese Situation nicht zum ersten Mal in unserer Geschichte! Wie man sich als Zuwanderer fühlt, weiß ich noch sehr gut: Von den mehr als 170.000 Juden um 1930 in Berlin waren nur 450 türkischer Abstammung. Viele haben zu meinem Vater gesagt: «Was wollt Ihr hier? Geht zurück nach Hause!» Aber jetzt nennt man mich einen Alteingesessenen, obwohl ich ein Türke bin. Oder 1945, denken wir an die DP's, die man nur «polnische Juden» genannt hat. Heinz Galinski hat es geschafft, so zu handeln, dass nach zwei Generationen kein Mensch mehr von «Polnischen Zuwanderern» spricht. Das muss auch heute geschafft werden, da braucht man viel Hilfe, natürlich. Aber deswegen kann man ihnen doch die Fluchtmöglichkeit hierher nicht versperren! Das ist denkbar unjüdisch!»
Einheitsgemeinden und Zentralrat Noch gebe er der Einheitsgemeinde eine Zukunft. Der Zentralrat habe mit seinen leitenden Gremien bewiesen, dass er ein hervorragendes Regulativ sein könne, stark und ausgleichend zugleich, auch wenn das nicht immer gelänge. «Unser Zentralrat hat sich in seiner Geschichte nur sehr selten in die Belange einer Gemeinde eingemischt, das ehrt ihn. Aber wenn alles so große Wellen schlägt, dass nicht nur die Gemeinde in Berlin, sondern die ganze jüdische Gemeinschaft zusehen muss, wie Negativschlagzeilen weiter kulminieren, frage ich mich, ob nicht der Moment gekommen ist, wo der Zentralrat als eben dieses Regulativ einschreiten sollte: Ich will den Zentralrat dazu keinesfalls auffordern, lassen wir das einfach als Überlegung stehen.» Behar hält es für denkbar, dass der Zentralrat seinen Alleinvertretungsanspruch verliert. «Die Liberalen sollten mit unters Dach. Sonst wird der Regierung bald nichts anderes übrig bleiben, als neu zu verteilen. Die Bemühungen des Zentralrates dazu sind ehrenwert und permanent. Berlin war bislang dafür ein Vorbild. Oder sehen wir uns an, was in der Kommunikation zwischen den beiden Rabbinerkonferenzen erreicht wurde, hier hat der Zentralrat es geschafft, ein Bindeglied zu etablieren.»
Riga: 2006 Der Nachmittag bei Behars ist fast zu Ende. Der offizielle Teil jedenfalls. Das Gespräch klingt noch ein wenig aus. Ich frage ihn, ob er jemals in Riga war. Nein, bislang nicht, aber er habe es im nächsten Jahr vor. Er hoffe sehr, nichts mehr von den Hinrichtungs- oder Folterstätten vorzufinden. Auf der anderen Seite wünsche er sich einen würdigen Ort des Gedenkens und der Erinnerung. Isaak Behars Familie ist als eine jüdische irgendwo in Lettland ermordet worden. Meine Vorfahren sind als Deutsche in Riga geboren. Vielleicht nimmt der alte Jude Isaak Behar mich, den jungen Deutschen, mit auf seine Reise nach Lettland. Nicht nur, um für die «Jüdische Zeitung» darüber zu berichten.
Wiking Jugend e.V. «Es ist jedenfalls eine Unverschämtheit, dass ein Erz-Jude Isaak Behar (als ein Nichtdeutscher) in einer Deutschen Schule stundenlang in der Unterrichtszeit seine Volksverhetzung und damit Vergiftung von Schülern betreibt. Und das mit Duldung bzw. auf Betreiben eines Schulleiters der Deutschen Schule. ... Aus dem Namen des Schulleiters kann man schon allerhand schließen. Erhältlich mit zahlreichen Abbildungen zum Preis von 20 Euro.
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