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Neuer EJC-PräsidentMoshe Kantor in Brüssel gewählt
Die Generalversammlung des Europäischen Jüdischen Kongresses wählte Ende Juni Moshe Viatcheslav Kantor zu ihrem neuen Präsidenten. An der Beratung in Brüssel nahmen mehr als 80 Delegationen teil, die Gemeinden und Verbände aus mehr als 40 europäischen Staaten vertraten. Der 54-jährige Moskauer Industrielle ist zugleich Präsident der Jüdischen Vereinigung Russlands und Initiator sowie Ausrichter des World Holocaust Forums. Er folgt für die nächsten zwei Jahre im Amt dem Franzosen Pierre Besnainou, der die Präsidentschaft seit 2005 innehatte. Kantor ist Doktor der Philosophie und Träger der Ehrendoktorwürde der Universität Tel Aviv. «Gegenwärtig konstatieren wir eine kritische Phase für die Juden Europas», so Kantor, daher strebe er die stärkere Kooperation der jüdischen Gemeinschaften aller Ausrichtungen an. Dabei gehe es ihm und dem Team der Vizepräsidenten darum, den EJC zu einer führenden Rolle bei der Ausgestaltung des jüdischen Lebens in Europa und bei der Hilfe für Israel zu verhelfen. Er werde sich «bei der Sicherheit der Juden in Europa und der Sicherheit Israels nicht auf Kompromisse einlassen», sagte Kantor in seiner Antrittsrede. Der ebenfalls erst kürzlich gewählte Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder, begrüßte die Wahl Kantors, seine Visionen für ein gefestigteres jüdisches Europa und sicherte ihm eine «harmonische Zusammenarbeit» zu. Im vergangenen Herbst hatte Kantor in seiner Funktion als Präsident des Holocaust Forums Berlin besucht. Er erläuterte Vertretern des Senats, dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde, Gideon Joffe, sowie unserem Herausgeber, Nicholas Werner als Medienpartner, die Idee einer Durchführ-ung des III. World Holocaust Forums am 9. und 10. November 2008, das aus Anlass des 70. Jahrestages der Erinnerung an die Reichspogromnacht unter dem Motto «Let my people live» in der deutschen Hauptstadt stattfinden solle. Kantor gab seinerzeit der Hoffnung Ausdruck, dass sich die Ergebnisse des Forums in erster Linie an die junge Generation richten: Das Forum müsse die letzten Überlebenden der Schoa mit heute agierenden Politikern und jungen Menschen im Dialog zusammenführen, denn, so Kantor, «die Führer dieser Welt sind nicht interessiert an jüdischen Themen», daher müsse man sie immer wieder wachrütteln, nicht nur in Erinnerung, sondern in die Zukunft gewandt. «Der Antisemitismus ist die größte Gefahr für jede Nation.» |