Personen Meinung Deutschland Hauptstadtseite Israel Weltgeschehen Bei uns zu Gast Aus den Gemeinden Vermischtes Porträt Kultur Bücher Geschichte Wissenschaft und Bildung Diaspora Interreligiöser Dialog Judentum Heute Religion und Tradition Reise Personenkalender Jugend Medien Leserkommentare![]() ![]() | ![]() «Das Mädchenschiff»von Michal Zamir
Die Rolle der Armee als dominierende Instanz der israelischen Gesellschaft ist auch in den letzten Jahren nur sehr selten in Frage gestellt worden - zu stark verankert scheint im allgemeinen öffentlichen Bewusstsein der Beitrag des Militärs zur inneren und äußeren Sicherheit des sich im Zustand ständiger Bedrohung befindenden jüdischen Staates. Am leichtesten mit ihrer Kritik tun sich dabei nur scheinbar die erklärten Feinde Israels sowie linke israelische Künstler und Intellektuelle. Ein breiter gesellschaftlicher Konsens besagt: wenn es um die Armee geht, hält man besser den Mund - seine Familie würde man ja auch nicht öffentlich in den Schmutz ziehen. Wenn also vermeintliche Störenfriede die wohleingerichtete Ruhe stören, kann man das leicht als Provokation abtun, schwieriger wird es jedoch, wenn jemand aus dem Establishment seine Stimme zur Kritik erhebt. Michal Zamir, geboren 1964 in Tel Aviv, ist die Tochter des ehemaligen Mossad-Chefs Zvi Zamir. Ihr großartiger, hochkonzentrierter Debütroman «Das Mädchenschiff» ist die erste, in dieser Schärfe einzigartige Abrechnung aus weiblicher Sicht mit Zahal und der Einrichtung des obligatorischen Wehrdienstes für junge Männer und Frauen als Eintrittskarte in die israelische Gesellschaft. Der unwillkürlich an Konsalik erinnernde Titel des Buches ist zwar irreführend, jedoch durchaus nicht unpassend: die mutige Autorin schildert die israelische Armee als eine Art staatlich sanktionierten Sexdampfer, als einen Ort, an dem Frauen männlicher Gewalt schutzlos ausgeliefert sind. Macht lässt sich hier an Dienstgraden ablesen. Die vollkommen desillusionierte Protagonistin, eine junge Soldatin im ersten Jahr ihres Wehrdienstes, erzählt schon im ersten Kapitel ganz unumwunden von ihrer demnächst anstehenden fünften Abtreibung seit Dienstantritt. Die erfahrene Truppenbeauftragte rät ihr zu behaupten, ihre Schwangerschaft gehe auf eine Vergewaltigung durch einen Araber zurück, der bürokratische Aufwand sei hier wesentlich geringer. «Das Mädchenschiff» ist eines der gelungensten Beispiele engagierter israelischer Literatur, das jemals auf dem deutschen, seit jeher ein eher konservatives Bild von Israel pflegenden, Buchmarkt erschienen ist. «Das Mädchenschiff», aus dem Hebräischen
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