Personen Meinung Deutschland Hauptstadtseite Israel Weltgeschehen Bei uns zu Gast Aus den Gemeinden Vermischtes Porträt Kultur Bücher Geschichte Wissenschaft und Bildung Diaspora Interreligiöser Dialog Judentum Heute Religion und Tradition Reise Personenkalender Jugend Medien Leserkommentare![]() ![]() | ![]() Themenwechsel oder: Was sonst noch passiert…Jüdisches Berlin im Dezember, abseits des «Neubeginns»- doch mit Sicherheit nicht weniger interessant
Am 13. Dezember liest um 20.00 Uhr im Gemeindehaus Fasanenstrasse 79/80 der Newcomer der Berliner Literaturszene Willy Kramer aus seinem Erstlingswerk «Berlin Fucking City». Der charismatische junge Mann, 1979 in Tel Aviv geboren, Soul- und Jazzsänger, Freelancer im Designerbereich, Filmemacher, Jugendbetreuer, Skilehrer und Pizzabäcker, wird in 39 Kurzgeschichten über seine neue Heimatstadt und ihre Menschen reflektieren: «Wen genau meinte John F. Kennedy, als er sagte „Ich bin ein Berliner"? Charlottenburger Merlot-Galeristen? Russische Bauernbohéme aus Wilmersdorf? Pseydo-Künstler vom Prenzlauer Berg? Italophile aus Steglitz? Schwulen Nazis in Hellersdorf? Für ihre Bewohner ist Berlin die Bühne für alltägliche Dramen. Schauplatz urbaner Dilemmas. Festsaal, Bordell, Brennpunkt, Markt, Roulettetisch, Schlachtfeld, Imbissbude.» Leider am gleichen Abend und zur gleichen Stunde sei im «Literaturforum» im Brecht-Haus in der Chausseestraße 125 ein Abend mit Marianne Rosenberg empfohlen, eingeladen von Wolfgang Benz vom Zentrum für Antisemitismusforschung. «Wie ich lernte, Marianne Rosenberg zu sein» berichtet über ihre zum Teil schmerzhafte Familiengeschichte, Schatten der Vergangenheit wird sie bis heute nicht los: Der Vater, ein Sinto, hat als einer der wenigen seiner Familie Auschwitz überlebt. Marianne empfahl er, darüber zu schweigen, das deutsche Publikum wolle davon nichts hören. In ihrer Autobiographie widersetzt sie sich, die unter anderem im letzten Jahr bei der Eröffnung der Gedenkstätte im ehemaligen KZ der Sinti und Roma in Berlin-Marzahn aufgetreten ist, ganz bewusst diesem Ratschlag. Am 27. Dezember im Potsdamer Nikolaisaal in der Wilhelm-Staab-Strasse 10/11 und am 28. Dezember im Großen Saal der Berliner Universität der Künste in der Hardenbergstrasse dann Konzerte zu Juden im Jazz. Das populäre Swing Dance Orchestra Berlin unter der Leitung von Andrej Hermlin wird Jazzmelodien aus den USA, Deutschland und der Sowjetunion in Originalarrangements amerikanischer Orchester der 1930er und 1940er Jahre präsentieren. Viele Titel entdeckte Hermlin auf alten sowjetischen Schallplatten und wird sie in russischer Sprache aufführen. Zu den Gästen des Abends gehört der Klarinettist Dan Levonson aus New York, es singen Bettina Hermlin, David Rose und The Skylarks. Das Programm «Baj mir bistu schejn - Die Juden im Jazz» will in Zeiten eines scheinbar wieder salonfähigen neuen Antisemitismus Zeichen setzen - und an die wunderbare Musik der Jazzära erinnern. lo. |