Personen Meinung Deutschland Hauptstadtseite Israel Weltgeschehen Bei uns zu Gast Aus den Gemeinden Vermischtes Porträt Kultur Bücher Geschichte Wissenschaft und Bildung Diaspora Interreligiöser Dialog Judentum Heute Religion und Tradition Reise Personenkalender Jugend Medien Leserkommentare![]() ![]() | ![]() «So weit die Knie tragen»von Rory Stewart
Der umfangreiche Schatz klassischer Reiseliteratur kennt unzählige Beispiele von extravaganten Briten, die an den unwirtlichsten Orten der Welt mit zum Teil haarsträubend unzulänglicher Ausrüstung die erstaunlichsten Abenteuer erlebt haben. Historische Persönlichkeiten wie Richard Francis Burton, von dem Ilija Trojanow in seinem preisgekrönten Roman «Der Weltensammler» (2006) berichtet, Robert Falcon Scott oder Thomas Edward Lawrence haben dabei im allgemeinen Bewusstsein ein Bild vom etwas verrückten, die eigenen Kräfte maßlos überschätzenden, aber dennoch mutigen und bewundernswerten Einzelgänger hervorgerufen, das ihre zum Teil übermenschlich erscheinenden Leistungen und auch ihr Scheitern fast schon in den Bereich des Sagenhaften und Unglaubwürdigen zu rücken scheint. Dass die Britischen Inseln auch heute noch dem Abenteuer zugewandte Exzentriker hervorbringen, beweist der in Hongkong geborene Schotte Rory Stewart in seinem soeben in deutscher Übersetzung erschienenen ersten Buch «So weit die Knie tragen» mit ebenso viel Humor wie weltoffener, analytischer Ernsthaftigkeit. Tatsächlich gehört sein hochkonzentrierter Bericht über einen Fußmarsch quer durch Afghanistan zu den absoluten Highlights der zeitgenössischen Reiseliteratur. Als im Januar 2002 die internationalen Truppen in Afghanistan einrücken, ist der Autor bereits seit zwei Jahren unterwegs: sein beschwerlicher Weg hat ihn von der Türkei über den Iran, Pakistan und Indien bis nach Nepal geführt, wo er seine Reise aus politischen Gründen unterbrechen musste. Die überaus packende literarische Schilderung seines insgesamt über 10.000 Kilometer umfassenden Weges setzt allerdings erst in der alten Karawanenstadt Herat an der westlichen Grenze Afghanistans ein, von wo aus er erneut aufbricht, um nach einer beschwerlichen Reise über schneebedeckte Pässe von bis zu 4.500 Metern Höhe, bedroht von Wölfen, Landminen und Milizen, schließlich wohlbehalten sein Ziel Kabul zu erreichen. Gemeinsam mit ihm lernt der Leser abgelegene Landstriche von atemberaubender Schönheit kennen sowie eine von der Welt vergessene Kultur, die im Machtspiel der Politik zerrieben zu werden droht. «So weit die Knie tragen», aus dem Englischen
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