Personen Meinung Deutschland Hauptstadtseite Israel Weltgeschehen Bei uns zu Gast Aus den Gemeinden Vermischtes Porträt Kultur Bücher Geschichte Wissenschaft und Bildung Diaspora Interreligiöser Dialog Judentum Heute Religion und Tradition Reise Personenkalender Jugend Medien Leserkommentare![]() ![]() | ![]() «Das Gottesgrab»von Will Adams
Gut recherchierte Archäologie-Thriller sind selten, und die aufwändige Recherche bringt es zwangsläufig mit sich, dass zwischen den einzelnen Veröffentlichungen von führenden Experten des Genres wie Valerio Massimo Manfredi oder Paul Sussman oft mehrere Jahre vergehen. «Das Gottesgrab», der Debütroman des amerikanischen Journalisten und Verfassers von historischen Sachbüchern Will Adams um die Suche nach dem Grab Alexanders des Großen, bringt alle Voraussetzungen dazu mit, diese Lücke vorübergehend zu schließen, obwohl der Klappentext des Buches nach schlimmster Kolportage und skrupelloser Kopie bereits vorhandener Erfolgsmodelle klingt. Als in Alexandria eine geheimnisvolle Gruft mit den Skeletten von 32 schwerbewaffneten Kriegern freigelegt wird, glaubt sich der junge Archäologe Daniel Knox am Ziel seiner jahrelangen Forschungen: sein Lebenstraum ist es, das bis heute noch nicht lokalisierte Alexandergrab zu finden, die letzte Ruhestätte des sagenumwobenen makedonischen Prinzen, dem es in der Antike innerhalb weniger Jahre gelang, mit seinem Heerestross bis nach Indien vorzustoßen und das erste Weltreich der Geschichte zu begründen. Es sind aber nicht die zu erwartenden märchenhaften Schätze allein, die den Wissenschaftler und seine attraktive französische Mitarbeiterin interessieren - Alexander soll außerdem im Besitz eines Geheimnisses gewesen sein, das in den falschen Händen eine außergewöhnliche Sprengkraft entwickeln und gar einen Krieg von unberechenbaren Ausmaßen auslösen könnte. So entwickelt sich zwischen den Wissenschaftlern und ihren größenwahnsinnigen Kontrahenten ein dramatischer Wettlauf um Leben und Tod. «Das Gottesgrab» erfüllt mühelos und auf hohem Niveau alle Ansprüche, die der Leser an spannende Thrillerunterhaltung stellt. Neben Action, Humor und der unentbehrlichen Liebesgeschichte bietet der Autor außerdem zahlreiche glaubwürdig präsentierte archäologische Fakten, die den Roman zu einem atemberaubenden, literarischen «Indiana Jones» machen. Florian Hunger «Das Gottesgrab», aus dem Amerikanischen von Andree Hesse, erschienen bei rororo, 440 Seiten, € 8,95 |